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Technologietransfer-Preise für Friseur und Metallbauer

Ein Friseursalon und ein Metallbaubetrieb entwickelten innovative Produkte gemeinsam mit Wissenschaftlern der FH Münster. Dafür gab es jeweils den Seifriz-Preis für Technologietransfer im Handwerk.

Glückwünsche für die Seifriz-Preisträger Professor Klaus Baalmann, Hubertus Haking, Frank Brormann und Professor Jürgen Peterseim (2. bis 5.v.l.) von HWK-Geschäftsführer Thomas Harten (l.) und -Technologieberater Hans-Dieter Weniger (r.) Foto: © handwerk magazin
Glückwünsche für die Seifriz-Preisträger Professor Klaus Baalmann, Hubertus Haking, Frank Brormann und Professor Jürgen Peterseim (2. bis 5.v.l.) von HWK-Geschäftsführer Thomas Harten (l.) und -Technologieberater Hans-Dieter Weniger (r.)

Zwei von drei Seifriz-Preisen für Technologietransfer im Handwerk wurden an Teams von Meistern und Profesoren im Handwerkskammerbezirk Münster verliehen.

Zu den Preisträgern des bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbs mit dem Slogan "Handwerk plus Wissenschaft" gehören die Partner Metallbauermeister Hubertus Haking und Professor Klaus Baalmann (FH Münster) für eine innovative Markise für Rundbogenfenster ohne sichtbare Schienen und Seile.

Als weiteres Team wurden Friseurmeister Frank Brormann aus Oelde und Professor Jürgen Peterseim (FH Münster) für die Erfindung der Haarschneidetechnik Calligraphy Cut ausgezeichnet.

Haking Metallbau in Ladbergen:

Foto: © handwerk magazin Foto: © handwerk magazin Metallbauermeister Hubertus Haking (l.) hat zusammen mit Professor Klaus Baalmann die neuartige Rundbogenmarkise entwickelt.Hubertus Haking konstruierte in seinem Handwerksunternehmen Haking Metallbau in Ladbergen eine Markise für Rundbogen- oder Segmentfenster, bei der im eingefahrenen Zustand keine Schienen oder Seile zu sehen sind. So war die Vorgabe für einen Auftrag für ein historisches Gebäude, bei dem der Gesamteindruck der Fassade nicht gestört werden sollte. Haking erfand eine Lösung, bei der die erforderlichen Seile bei eingefahrener Markise in den äußeren Führungsschienen verschwinden.

Maschinenbau-Experte Klaus Baalmann übernahm in der Fachhochschule vorrangig die technische Konstruktion. Außerdem wurden von Wissenschaftlern die passenden Materialien in einer langwierigen Marktrecherche ausgesucht. Baalmann unterstützte auch die CE-Kennzeichnung des Produktes.

Die Markise ist inzwischen im Markt eingeführt, bisher wurde ein Umsatz von 75.000 Euro erwirtschaftet.

Frank Brormann, 360° Haare in Oelde:

Foto: © handwerk magazin Foto: © handwerk magazin Friseurmeister Frank Brormann (r.) hat zusammen mit Professor Jürgen Peterseim die neuartige Haarschneidetechnik entwickelt und erforscht.Frank Brormann entwickelte in seinem Handwerksunternehmen 360° Haare in Oelde die Haarschneidetechnik "Calligraphy Cut", bei der Haare mit einer Art Messer in einem bestimmten Winkel schräg angeschnitten werden. Durch den schrägen Schnitt wird die Grundfläche der Schnittkante größer, das Haar bekommt mehr Fülle und wird elastischer und besser frisierbar.

Der Werkstofftechnik-Spezialist Jürgen Peterseim untersuchte an der FH Münster die Schnittflächen von unterschiedlichen Haartypen, die mit verschiedenen Schneidwerkzeugen geschnitten wurden. Dafür wurde ein Rasterelektronenmikroskop mit 5000-facher Vergrößerung verwendet. Das Ergebnis bewies, dass der Calligraphy Cut ein konstantes Schneidergebnis sichert und die Haarspitzen schont.

Der Salon 360° Haare konnte seine Umsatzzahlen im ersten Quartal dieses Jahres um 30 Prozent steigern. Geplant ist eine Expansion in die USA.

Die Technologieberatung der Handwerkskammer Münster hat die Innovationen begleitet. Seit 1989 gingen 32 der vom Zentralverband des Deutschen Handwerks ausgeschriebenen Seifriz-Preise in den Kammerbezirk. 

Text: / handwerksblatt.de
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