Klimakrise: Jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte
21 Prozent der Firmen in Deutschland sieht sich bereits von negativen Folgen der Klimakrise betroffen. Das sind rund 800.000 Unternehmen. Besonders anfällig sind energieintensive Betriebe, zeigt eine KfW-Studie.
Laut einer Studie von KfW Research spürt mehr als jedes fünfte Unternehmen in Deutschland die negativen Folgen der Klimakrise. Das betrifft 21 Prozent der Firmen – rund 800.000 Betriebe. Besonders stark treffen die Klimafolgen energieintensive Betriebe. Firmen, bei denen der Energieanteil zehn Prozent oder mehr der Gesamtkosten ausmacht, berichten häufiger über Probleme: 31 Prozent sagen, dass sie zumindest teilweise betroffen sind – fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Vor allem große Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro leiden unter den Auswirkungen der Erderwärmung. 74 Prozent von ihnen berichten, dass sie zumindest teilweise damit zu kämpfen haben. Die Zahl stieg deutlich: Im KfW-Klimabarometer 2024 hatten nur 61 Prozent angegeben, dass sie die Folgen des Klimawandels zumindest teilweise spüren. Ein Jahr später sind es 13 Prozentpunkte mehr.
Unter den größeren Mittelständlern mit mehr als 50 Beschäftigten, aber weniger als 500 Millionen Euro Umsatz, sehen 42 Prozent ebenfalls negative Auswirkungen. Bei den kleinen Betrieben mit weniger als fünf Beschäftigten spüren 19 Prozent die negativen Folgen des Klimawandels.
Klimaschutz sichert Wohlstand
Diese Zahlen stammen aus einer Sonderauswertung des KfW-Klimabarometers 2025, einer jährlichen Befragung von Unternehmen zu den Themen Klimaschutz und Energiewende. Für diese Auswertung untersuchten die Experten vor allem die Daten der vierten Befragungsrunde zwischen Februar und Juni 2025, an der rund 13.300 Unternehmen teilnahmen.
Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, erklärt: "Extremwetterereignisse wie Dürren, Stürme oder Überschwemmungen nehmen weltweit zu und verursachen erhebliche Schäden, auch in Deutschland. Eine konsequente und ambitionierte internationale Klimaschutzpolitik dient nicht nur dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Stabilität von Ökosystemen. Sie ist ein bedeutender Hebel zur Sicherung des zukünftigen wirtschaftlichen Wohlstands."
Viele erinnern sich an die trockenen Sommer 2022 und 2025. In dieser Zeit gerieten etliche energieintensive Branchen unter Druck. Niedrige Flusspegel erschwerten den Transport von Gütern und Energieträgern. Thermische Kraftwerke und Wasserkraftwerke konnten weniger Leistung bringen, und in der Industrie schränkte die begrenzte Nutzung von Kühlwasser viele Kühlprozesse ein.
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Text:
Anne Kieserling /
handwerksblatt.de
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