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HWK des Saarlandes | Januar 2026
Was bringt das neue Jahr an Steueränderungen?
Steueränderungen 2026: Die Steuerberaterkammer Saarland weist in einer Pressemitteilung auf wichtige Änderungen im neuen Jahr hin.
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Januar 2026
Immer mehr Unternehmen werden dauerhaft geschlossen, wenn der Inhaber altersbedingt ausscheidet. Zum ersten Mal gibt es laut KfW mehr Pläne für eine Stilllegung als für eine Nachfolgeregelung. Die Gründe sind vielfältig.
Immer mehr Unternehmen in Deutschland stehen vor dem Aus: Wenn Inhaberinnen und Inhaber altersbedingt ausscheiden, fehlt häufig eine Nachfolge. Nach aktuellen Zahlen der KfW sind 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer inzwischen 55 Jahre oder älter. Für jeden Vierten von ihnen kommt in absehbarer oder mittelfristiger Zukunft eine Geschäftsaufgabe infrage.
Bis zum Jahr 2029 könnten daher jährlich rund 114.000 Unternehmen stillgelegt werden, meldet die KfW. Hochgerechnet entspricht das 569.000 Betrieben. Dem stehen 545.000 mittelständische Unternehmen gegenüber, die bis Ende 2029 eine Nachfolgeregelung anstreben – im Schnitt etwa 109.000 pro Jahr. Erstmals ergibt sich damit laut der KfW ein leichter Überhang von Betrieben, die eine Schließung planen.
Die Zahlen stammen aus einer Sonderauswertung des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels, das zwischen Mitte Februar und Mitte Juni 2025 erhoben wurde.
Als zentralen Grund für ihre Schließungspläne nennen die Befragten ihr fortgeschrittenes Alter. Im Jahr 2025 waren 57 Prozent der mittelständischen Unternehmer 55 Jahre oder älter, das waren noch einmal drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Vor 20 Jahren lag dieser Anteil noch bei 20 Prozent.
Viele von ihnen empfinden die Suche nach einem passenden Nachfolger als sehr schwierig. 47 Prozent der Befragten sagen, dass es in ihrer Familie kein Interesse an einer Fortführung, etwa durch die Kinder, gebe.
42 Prozent nennen zu viel Bürokratie als einen Grund für die Schließungspläne - das sind zwölf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie nie. Bei einer Nachfolge sind viele juristische Fragen zu klären, aber ebenso steuerliche Aspekte und Informations- und Meldepflichten zu beachten.
"Deutschlands Wirtschaft kämpft um seine internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die mittelständischen Unternehmen sind bekanntermaßen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Es ist essenziell, das Fortbestehen möglichst vieler mittelständischer Unternehmen zu sichern. Wir brauchen daher nachhaltig mehr Gründungsbereitschaft in Deutschland. Der Bürokratieabbau ist ein Baustein, der zu mehr Gründungen führen kann", sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. "Es ist erwiesen, dass Firmenlenker, die bereits einen Nachfolger gefunden haben, wieder stärker in ihre Unternehmen investieren. Die Lösung der Nachfolgeproblematik ist daher auch entscheidend, um die Investitionen im Mittelstand anzukurbeln."
Ein schwieriger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge ist die Einigung auf einen für alle Beteiligten akzeptablen Kaufpreis. Im Schnitt wollen die Unternehmer 499.000 Euro erzielen. Vor sechs Jahren waren es noch 372.000 Euro. Die höhere Kaufpreisvorstellung liegt deutlich über der Inflation in diesem Zeitraum, preisbereinigt liegt das Plus bei 9,5 Prozent, so die KfW.
Was ist mein Unternehmen wert? Tipp: Die Handwerkskammern beraten nicht zur zu allen Fragen rund um die Übergabe, sie helfen Unternehmerinnen und Unternehmern auch bei der Preisermittlung. Die Handwerkskammern haben ein Instrument an der Hand, um eine für beide Seiten faire Lösung zu finden: die speziell für Handwerksbetriebe entwickelte Bewertung nach dem sogenannten AWH-Standard. Das Verfahren ist bundesweit etabliert und wird auch von Banken und Finanzämtern anerkannt.
Im Durchschnitt streben die Nachfolgeplaner einen Kaufpreis an, der beim 1,2-fachen ihres Jahresumsatzes liegt. Vor sechs Jahren wollten nur 18 Prozent der Mittelständler einen Kaufpreis von mehr als 1 Million Euro erzielen; nun sind es 27 Prozent. Dagegen wollen sich nur noch fünf Prozent der Unternehmer mit weniger als 50.000 Euro zufriedengeben; 2019 waren es noch 18 Prozent.
Im Mittel planen die Unternehmensführer, 375.000 Euro einzunehmen - das heißt, die Hälfte der Unternehmer liegt mit den Vorstellungen jeweils darunter oder darüber. 2019 waren es noch 175.000 Euro.
Quelle: KfW
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