Foto: © German Design Award
HWK Münster | Februar 2026
German Design Award 2026 offiziell überreicht
Der Goldschmiedemeister und Schmuckdesigner Matthias Grosche hat den German Design Award 2026 offiziell entgegengenommen.
Der Mazda6e wartet mit einer Topausstattung und einer hoher Reichweite auf. (Foto: © Mazda)
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Der Mazda6e will mit einem attraktiven Preis und einer Vollausstattung überzeugen. Was die vollelektrische Limousine sonst noch kann, haben wir ausführlich überprüft.
Mazda ließ sich mit dem Umstieg ins Elektrozeitalter reichlich Zeit. Während die Konkurrenz längst vollelektrisch durchstartete, kam aus Hiroshima bislang nur der MX-30 – ein hübscher, aber kurzatmiger Stadtstromer mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern. Mit dem neuen 6e will Mazda jedoch endlich durchstarten: Er ist der erste Elektro-Mazda für die Mittelklasse – elegant, geräumig und mit einem Aktionsradius von bis zu 572 Kilometern endlich langstreckentauglich.
Der knapp fünf Meter lange und vollelektrische Nachfolger des Mazda6 wurde in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Autobauer Changan entwickelt, wo er als baugleicher "Deepal SL03" vom Band läuft. Angesichts des Gesamtpakets wirkt der Einstiegspreis von 37.731 Euro netto für den Mazda6e erstaunlich fair. Bereits das Basismodell ist üppig ausgestattet und rollt unter anderem mit einem 14,6 Zoll großen Touchscreen, einem Panorama-Glasdach sowie zahlreichen Fahrerassistenten an. Selbst ein Head-up-Display und ein Sony-Soundsystem ist schon bei der Einstiegsvariante an Bord. Zum Vergleich: Ein VW ID.7 kostet rund 45.500 Euro netto und ist bei weitem nicht so umfangreich ausgestattet.
Eine Kombivariante, wie es sie beim VW gibt und wie es sie auch beim Vorgängermodell von Mazda mit Verbrennungsmotor gab, wird es nicht mehr geben. Dafür rollt die schick gezeichnete Fließhecklimousine von Mazda mit einer großen Heckklappe an, die sich erst beim genaueren Hinsehen unter der coupéhaften Linie entdecken lässt. Sie verfügt über einen Gepäckraum von 466 bis 1.074 Liter. Auch die Anhängelast von bis zu 1.500 Kilogramm ist für ein Elektroauto beachtlich.
Mit einer Länge von 4,92 Metern ist der 6e ein optisches Statement. Seine Silhouette erinnert an klassische Limousinen, wirkt aber flacher, gestreckter und deutlich sportlicher. Die Front trägt das typische Mazda-Gesicht mit beleuchtetem Logo, das beim Laden sanft pulsiert – ein dezentes, aber stimmiges Detail. Auch am Heck zeigt der Stromer Charakter: klare Linien, kurze Überhänge und markante Rückleuchten. Mazda verleiht dem Modell ein eigenständiges Design, eine eigene Abstimmung und eine deutlich spürbare Marken-DNA.
Beim Einstieg ins Cockpit wünschen sich vor allem größere Fahrer einen größeren Verstellbereich am Lenkrad, da es sich nicht weit genug herausziehen lässt. Auch die Bedienlogik ist für einen Mazda eher ungewöhnlich. Da der Wählhebel rechts hinter dem Lenkrad angeordnet wurde, hat der China-Japaner keinen klassischen Hebel mehr für die Scheibenwischer. Diese Funktion wurde in den 14,6 Zoll großen Bildschirm des Multimediasystems verlagert. Zwar gibt es zwei frei belegbare Tasten am Lenkrad, mit denen sich der Scheibenwischer programmieren lässt, was im Alltag auch zuverlässig funktioniert, doch der Sinn dieser unnötigen Umweg-Prozedur erschließt sich kaum.
Gleiches gilt für die Verstellung der Außenspiegel. Da Mazda beim 6e weitgehend auf physische Schalter verzichtet, sind diese Funktionen in einem der vielen verschachtelten Untermenüs des Touchscreens zu finden. Immerhin lässt sich über sogenannte Widgets eine Direktwahltaste auf den Hauptbildschirm legen, sodass die Funktion bei Bedarf schnell erreichbar ist. Rückschritt statt Fortschritt lautet das Motto – auch hier lässt Tesla grüßen.
Auch die Klimafunktionen sind nun im Monitor integriert. Jedoch arbeitet die im Mazda serienmäßige Sprach- und Gestensteuerung (für Audio und Telefon) weitgehend zuverlässig. Dass es allerdings keine Zentraltaste mehr zum Abschalten von nervigen Fahrerassistenzsystemen wie dem Geschwindigkeitswarner oder dem Spurhalteassistenten gibt, ist äußerst ärgerlich. Bisher war dies bei modernen Mazda-Modellen mit einem Handgriff erledigt und danach herrschte Ruhe. Zumindest arbeiten die Japaner an einer Lösung für das letztere Problem.
Doch ein echtes Highlight – und derzeit einzigartig in dieser Klasse – ist das riesige 50‑Zoll‑Head‑up‑Display. Es projiziert Fahrdaten und Navigationshinweise direkt in die Windschutzscheibe und nutzt Augmented Reality, um Fahrzeugposition, Abstände oder Gefahrenpunkte darzustellen. Im "Schneemodus" wechseln die Anzeigenfarben für eine bessere Sicht von Weiß zu Blau. Das wirkt futuristisch, ist aber nicht verspielt. Auch die Verarbeitung des Mazda6e überzeugt: Mit engen Spaltmaßen, hochwertigen Oberflächen und einer stimmigen Haptik – so soll das sein.
Kommen wir zum Platzangebot. Selbst wenn ein Kombi für Mazda kein Thema mehr ist, Raumangst muss in der Mittelklasse-Limousine keiner haben. Die Bewegungsfreiheit ist großzügig und vor allem im Fond geht es gediegen zu. Der Radstand von fast 2,90 Metern sorgt für erstaunlich viel Beinfreiheit, die Sitze sind langstreckentauglich gepolstert. Die große Heckklappe öffnet weit genug für sperrige Ladung. Unter der vorderen Haube steckt zusätzlich ein 72‑Liter fassender "Frunk", damit das Ladekabel oder kleinere Alltagsgegenstände verstaut werden können.
Die Japaner bieten den heckgetriebenen 6e in zwei Versionen an. Die Basisvariante startet bei 37.731 Euro netto, leistet 190 kW (258 PS) und nutzt eine Lithium‑Eisen‑Phosphat‑Batterie (LFP) mit 68,8 kWh Kapazität. Für 39.076 Euro netto gibt es die sogenannte Long‑Range‑Variante, die stattdessen einen Nickel‑Kobalt‑Mangan‑Akku (NCM) mit 80 kWh Energieinhalt verwendet. In Verbindung mit der größeren Batterie liegt die Leistung beim Mazda 6e Long Range mit 180 kW (245 PS) um 10 kW niedriger – so weit so gut.
Die Unterschiede der beiden Batterievarianten offenbaren sich vor allem an der Schnellladestation. Während die Basisversion mit 165 kW an einer DC‑Säule lädt und in 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent kommt, benötigt die Langstreckenversion deutlich länger: 47 Minuten, weil sie nur mit 90 kW Ladeleistung arbeitet. Auch der Reichweitenvorteil fällt kleiner aus als erwartet. Die Basisvariante schafft bis zu 479 Kilometer, die Long‑Range‑Ausführung 552 Kilometer – also gerade einmal 73 Kilometer mehr. Damit ist klar, welche Version die praktischere Wahl ist. Das weiß auch Bernhard Kaplan, Chef von Mazda Deutschland. Er rechnet damit, dass sich rund 90 Prozent der Kunden für die Basisversion mit dem kleineren Akku entscheiden werden.
Auf der Straße zeigt der Mazda6e, was er kann, und überzeugt mit einem agilen Fahrverhalten. Eine nahezu perfekte Gewichtsverteilung von 47:53 zwischen Vorder- und Hinterachse, der tiefe Schwerpunkt des Akkus sowie der Heckantrieb sorgen für ein ausgewogenes Handling. Die getestete Basisvariante mit 258 PS beschleunigt kraftvoll von null auf 100 km/h in 7,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 175 km/h elektronisch begrenzt.
Zur Wahl stehen drei Fahrmodi: Normal, Sport und Individual. Damit lässt sich das Fahrerlebnis gezielt anpassen.Im Normalmodus stehen Komfort und Effizienz im Vordergrund. Das zeigt sich auch in der Lenkung, die dann in der Mittellage nur wenig Rückmeldung gibt. Sinnvoller ist ein Wechsel in den Sportmodus, bei dem das Ansprechverhalten am Volant deutlich direkter und präziser wird. Noch attraktiver ist der Individualmodus mit seinen zahlreichen Einstellmöglichkeiten, der dynamisch ambitionierte Fahrer zufriedenstellt. Die insgesamt straffe, aber nie unharmonische Fahrwerksabstimmung passt gut zum Charakter des Mazda6 e.
Doch der Japaner erweist sich nicht nur als handlich, sondern auch als sparsam. Mit einem gemessenen Verbrauch von nur 15,4 kWh lag die elektrische Mittelklasse-Limousine trotz ihrer stattlichen Abmessungen sogar unter dem angegebenen WLTP-Durchschnittsverbrauch von 16,6 kWh. Das ist ein klarer Pluspunkt, den wir richtig klasse finden.
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