Zu tief ins Glas geschaut? Die Apothekerkammer Nordrhein weiß zu helfen.

Zu tief ins Glas geschaut? Die Apothekerkammer Nordrhein weiß zu helfen. (Foto: © liudmilachernetska/123RF.com)

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Katerstimmung: Zehn Tipps gegen Beschwerden

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Grundsätzlich gibt es in Sachen Alkohol keinen gesunden Konsum. Was zu tun ist, wenn doch einmal zu tief ins Glas geschaut wird, verrät die Apothekerkammer Nordrhein.

Nicht nur an Karneval, sondern auch zu anderen Anlässen gehört für viele das ein oder andere Bierchen oder Gläschen Wein dazu. Was jedoch wichtig ist: Es gibt keinen gesunden Konsum, denn Alkohol ist ein Zellgift und schon ab dem ersten Glas schädlich für den Körper.

"Soweit die pharmazeutisch-medizinische Theorie", erklärt Morten Lehmann, Apotheker bei der Apothekerkammer Nordrhein. "Weil selbst viele Asketen zu besonderen Anlässen wie dem Karneval dann doch einmal tiefer ins Glas schauen, als ihnen guttut, wachen sie nicht selten mit einem unangenehmen Kater auf."

Was ist zu tun, wenn solche Beschwerden auftreten? Die Apothekerkammer Nordrhein gibt Tipps zur Linderung.

Wie man den Kater kontert 

Ob davor, währenddessen oder danach: Mit der richtigen Vorbereitung sowie bewusstem Genuss und angemessenem Verhalten kann man Katerkopfschmerzen vorbeugen und behandeln.

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1️⃣ Vorab fettreich essen

"Eine fettreiche Mahlzeit wie eine Bratwurst oder einen Berliner verlangsamt die Aufnahme", empfiehlt Apotheker Morten Lehmann. Denn: Auf nüchternen Magen gelangt der Alkohol ungebremst ins Blut und man wird deutlich schneller betrunken. Aber: Die insgesamt aufgenommene Menge des Alkohols bleibt trotz fettreicher Nahrung unverändert.

2️⃣ Die Mischungs macht’s

"Um Kopfschmerzen und Kater vorzubeugen, muss man nicht komplett auf Alkohol verzichten", weiß Lehmann. Zwischendrin sollten regelmäßig alkoholfreie Getränke wie Mineralwasser oder Saftschorle getrunken werden. "Das hält den Kreislauf stabil und verhindert, dass der Körper zu stark austrocknet."

3️⃣ Mineralstoffe sichern

Vor dem Schlafengehen kann Magnesium oder Calcium, etwa in Form einer Brausetablette aus der Apotheke, helfen, um einen Kater vorzubeugen. "Diese Mineralstoffe gehen beim Trinken von Alkohol oft verloren, da sie vermehrt vom Körper ausgeschwemmt werden und lassen sich so wieder ergänzen", so Morten Lehmann. 

4️⃣ Apotheken-Notdienste checken

An ausgewählten Tagen wie Weiberfastnacht oder Rosenmontag haben Geschäfte und auch Apotheken – gerade in Karnevalshochburgen wie Düsseldorf oder Köln – eingeschränkte Öffnungszeiten. Aber welche Apotheke hat im Fall der Fälle Notdienst? "Informationen dazu finden sich online auf www.apothekennotdienst-nrw.de oder gut sichtbar in den Schaufenstern der Apotheken", erläutert Lehmann.

5️⃣ Hausmittel können helfen

Doch dem Kater verfallen? Eine Apfelsaftschorle und eine Banane füllen wichtige Mineralstoffe wieder auf – ergänzend können auch Calcium- und Magnesiumpräparate verwendet werden, um Beschwerden zu lindern. 

6️⃣ Kein Paracetamol!

Der Wirkstoff Paracetamol ist laut des Apothekers "bei Katerkopfschmerzen keine gute Wahl, da er in der Leber über denselben Stoffwechselweg wie Alkohol abgebaut wird." Die Entgiftung wird so verlangsamt und es können giftige Abbauprodukte entstehen. "Diese belasten die Leber zusätzlich und können ernsthafte Schäden verursachen."

7️⃣No-Go Schmerzmittelkombination

"Schmerzmittel sollten nicht vorbeugend eingenommen und auch nicht unkontrolliert kombiniert werden", warnt der Apotheker. Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) können bei Katerkopfschmerzen zwar helfen, belasten aber mitunter Magen, Darm oder Nieren.

8️⃣ Kein Konterbier!

Mythos Konterbier: Dieses verschiebt den Kater nur nach hinten und erhöht das das Risiko, erneut zu viel zu trinken. Kaffee ist auch kein wirkliches Hilfsmittel: Er macht zwar wacher, behebt aber weder Flüssigkeitsmangel noch Entzündungen und kann in größeren Mengen den Kreislauf zusätzlich belasten und Magenprobleme verstärken.

9️⃣ Fuselalkohole meiden

Selbstgebrannte Spirituosen können nicht schaden? Dem ist nicht so. "Bei der Destillation von Alkohol können sogenannte Fuselalkohole entstehen, die in professionellen Verfahren herausgefiltert werden müssen. Bei Selbstgebranntem ist diese Sicherheit nicht immer gewährleistet", unterstreicht Lehmann. Vorsicht: "Im schlimmsten Fall droht sogar eine Methanolvergiftung, die zu schweren Gesundheitsschäden bis hin zu Erblindung oder Tod führen kann."

🔟 Hilfe holen

Ein normaler Kater ist unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. "Bei Anzeichen wie Bewusstseinsstörungen, unregelmäßiger Atmung, Unterkühlung oder Krampfanfällen ist jedoch sofort medizinische Hilfe nötig. Solche Symptome können auf eine Alkoholvergiftung oder andere Komplikationen hinweisen und dürfen nicht ignoriert werden", betont der Apothekenexperte.

Allgemein gilt: Feiern ist natürlich erlaubt, doch wer bewusst auf das ein oder andere Glas Bier oder Wein verzichtet und sich nicht zum Trinken anstiften lässt, schützt sich selbst am besten.

"Ebenso wichtig ist es, aufmerksam zu bleiben: Wenn jemand offensichtlich zu viel getrunken hat und Hilfe benötigt, sollte nicht weggeschaut werden", appelliert die Apothekerkammer Nordrhein. "Schon das frühzeitige Hinzuziehen von Sanitäterinnen und Sanitätern kann entscheidend sein und ist ein wichtiger Beitrag zur gemeinsamen Sicherheit."

Video: Über die Apothekerkammer Nordrhein

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Text: / handwerksblatt.de

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