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HWK Trier | März 2026
ÖKO 2026 für Bauherren und Sanierer
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Einstieg in die Ausbildung - Themen-Specials
Februar 2026
Die betriebliche Integration der neuen Auszubildenden beginnt schon vor dem Ausbildungsstart. Eine Checkliste hilft Betrieben dabei. Wichtig ist auch die Frage nach dem Schulabschluss.
Um die wenigen Bewerberinnen und Bewerber, die noch eine Ausbildung machen möchten, muss man sich richtig gut kümmern. Die Zeiten, in denen ein Azubi bis zur Gesellenprüfung im Betrieb einfach "mitläuft", sind lange vorbei. Die guten Lehrlinge müssen gefördert werden, damit sie dem Betrieb treu bleiben, und diejenigen, die sich sich mit mathematischen Formeln, der Sprache oder anderen Themen schwertun, brauchen Unterstützung, damit sie den Anschluss nicht verlieren und die Ausbildung abbrechen. Zur Checkliste!
Aber wie können Betriebe einschätzen, ob die Bewerberinnen und Bewerber den Aufgaben überhaupt gewachsen sind? Die Herausforderung beginne schon beim Bewerbungsgespräch. Die Handwerkskammern unterstützen die Betriebe unter anderem dabei, das Zeugnis richtig zu lesen und die Abschlüsse richtig einzuschätzen. Bei jeder Handwerkskammer gibt es Ausbildungsberaterinnen und -berater, die den Firmen zur Seite stehen.
In Rheinland-Pfalz zum Beispiel wurden vor etwas mehr als zehn Jahren die Haupt- und Realschulen zusammengeführt. Die Jugendlichen können an der "Realschule Plus" entweder die Berufsreife (früher Hauptschulabschluss) oder die Mittlere Reife erwerben. Was bedeutet, dass nicht jedes Abschlusszeugnis der "Realschule Plus" die Mittlere Reife einschließt.
Viele Handwerkerinnen und Handwerker, die keine Kinder in dem Alter haben, kennen den Unterschied nicht und schätzen die Bewerber dann falsch ein. Sie sollten sich deshalb auf jeden Fall nicht nur das Zwischenzeugnis zeigen lassen, sondern auch nachfragen, in welcher Klassenstufe der Kandidat ist und welchen Abschluss er oder sie anstrebt, raten Experten.
Kostenfreie Onlinetests für Betriebe und Bewerber im HandwerkIst die Bewerberin oder der Bewerber fit für die Ausbildung? Einen kostenfreien und gewerkeübergreifenden Test mit Fragen zu Sozialverhalten, Grundrechenarten oder logischem Denken gibt es bei handwerksblatt.de unter azubitest-online.de
Viele Betriebe sind heute sehr wohlwollend und geben auch den Schwächeren eine Chance. Die Jugendlichen brauchen dann aber von Anfang an eine intensivere Unterstützung durch den Betrieb und möglicherweise eine externe Nachhilfe wie zum Beispiel die Assistierte Ausbildung über die Agentur für Arbeit. Das kann schon vor Ausbildungsstart geklärt und organisiert werden. Dabei helfen die Ausbildungsberaterinnen und -berater bei den Handwerkskammern.
Betriebe sollten mindestens ein Gespräch in der Probezeit führen, wenn möglich gemeinsam mit den Eltern.
Ein weiteres Problem ist auch das "Ghosten", also dass Azubis ohne eine Info an den Betrieb zum ersten Ausbildungstag gar nicht erst erscheinen. Experten empfehlen daher, ab dem Tag der Vertragsunterzeichnung den Kontakt zu halten. Man kann zum Beispiel eine Bindung aufbauen, indem man die Jugendlichen vorab zu Firmenveranstaltungen einlädt. Oder man schickt ihnen vor dem Ausbildungsstart ein paar Infos zum Betrieb und den neuen Kollegen zu, damit sie sich von Beginn an leichter zurechtfinden.
- Berufsausbildungsvertrag abschließen. Muster gibt es bei den Handwerkskammern.
- Teilzeitausbildung: Die Berufsausbildung kann auch in Teilzeit durchgeführt werden. Dazu können sich Arbeitgeber bei ihrer Handwerkskammer beraten lassen.
- Anmeldung bei Berufsschule
- Anmeldung bei der Krankenkasse: Spätestens zwei Wochen nach Beginn der Ausbildung!
- Anmeldung beim zuständigen Finanzamt: Formulare gibt es beim für den Betrieb zuständigen Finanzamt.
- Anmeldung zur Berufsgenossenschaft: Am besten zeitgleich mit der Anmeldung beim Finanzamt.
- Bauhauptgewerbe: Auszubildende müssen zusätzlich bei der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) angemeldet werden, um die Ausbildungsnachweiskarten und die Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung und zu den ÜLU-Gebühren zu erhalten (soka-bau.de)
- Dachdeckerhandwerk: Azubis müssen für Zuschüsse bei den ÜLU-Gebühren bei der Lohnausgleichskasse des Dachdecker-Handwerks angemeldet werden (soka-dach.de).
- Personalakte: Verzeichnis der Jugendlichen anlegen oder ergänzen.
- Ausbildungsnachweis: Berichtsheft kostenlos zur Verfügung stellen (gibt es häufig auch schon als APP).
- Ausbildungsordnung bereitstellen (Download: bibb.de)
- Ausbildungsplan erstellen und bereithalten.
- Ausbildungsmittel müssen Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung stellen (auch Fachliteratur für Prüfungen).
- Jugendliche: Arbeitgeber, die regelmäßig mindestens einen Jugendlichen beschäftigen, müssen einen Ausdruck des Jugendarbeitsschutzgesetzes und die Anschrift der Aufsichtsbehörde im Betrieb zur Einsicht auslegen oder aushängen. Bei mindestens drei Jugendlichen muss es einen Aushang über Beginn und Ende der regelmäßigen Arbeitszeit und der Pausen geben.
- Schulabschluss: Eine Kopie des letzten Schulzeugnisses oder das Zeugnis des Schulabschlusses.
- Fragen klären, ob Nachhilfe von Beginn an notwendig ist, ob es Lernbeeinträchtigungen oder andere Besonderheiten gibt.
- Erstuntersuchungsbescheinigung: Wer noch nicht 18 Jahre alt ist und eine Ausbildung beginnen will, muss sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.
- Gesundheitszeugnis nach dem Bundesseuchengesetz (nur in Betrieben der Nahrungsmittelhandwerke). Es muss eine Belehrung beim Gesundheitsamt erfolgen.
- Aufenthaltstitel. Der Betrieb muss Kopien der Ausweisdokumente und gegebenenfalls auch Bescheide der Ausländerbehörde dem Ausbildungsvertrag beifügen.
- Steuer-ID des Lehrlings
- Bankverbindung
- Name und Anschrift der Krankenkasse
- Eine Kopie des unterschriebenen Berufsausbildungsvertrages.
- Ein Originalexemplar des eingetragenen Berufsausbildungsvertrages wenn er von der Handwerkskammer zurückgeschickt wurde.
- Ausbildungsordnung / betrieblicher Ausbildungsplan. Vorlagen zum Download unter: bibb.de/dienst/berufesuche/de/index_berufesuche.php.
- Ausbildungsnachweis / Berichtsheft (gegebenenfalls digital) kostenlos zur Verfügung stellen.
- Ausbildungsmittel
- Unfallverhütungsvorschriften
- Sicherheitskleidung
- Vielleicht auch ein Willkommensgeschenk und/oder eine Informationsmappe mit allen wichtigen Abläufen und Ansprechpartnern im Betrieb.
Mehr Checklisten für Ausbildungsbetriebe gibt es bei den Handwerkskammern!
Dieser Artikel wurde im Juni 2023 erstmals veröffentlicht und im Februar 2026 aktualisiert.
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