Foto: © German Design Award
HWK Münster | Februar 2026
German Design Award 2026 offiziell überreicht
Der Goldschmiedemeister und Schmuckdesigner Matthias Grosche hat den German Design Award 2026 offiziell entgegengenommen.
In seiner dritten Generation kommt der Nissan Leaf als kompakter Crossover zurück. (Foto: © Nissan)
Vorlesen:
Der Nissan Leaf war einst der erste Elektroflitzer für die breite Masse und kehrt nun als selbstbewusster Crossover zurück. Alle Fakten zum neuen Japaner gibt es im Fahrbericht.
Als der kompakte Nissan Leaf im Jahr 2011 auf den Markt kam, markierte er den Beginn einer neuen Ära und stand sinnbildlich für den Aufbruch ins elektrische Zeitalter: Das erste in Großserie gebaute Elektroauto schrieb Automobilgeschichte und entwickelte sich zum weltweit meistverkauften Stromer. Bis 2019 blieb er unangefochten an der Spitze, doch die Zeit blieb nicht stehen. Die Konkurrenz legte mit neuen Elektroautos nach, während der einstige Elektropionier über die Jahre leicht angegraut wirkte und so langsam an seinem Glanz verlor.
Mit der dritten Leaf-Generation, die im Frühjahr 2026 in die Showrooms rollt, wagt Nissan den Neustart. Der Leaf soll wieder an die Spitze fahren. Technisch hat der Stromer deutlich zugelegt, gleichzeitig wurde auch die Optik geschärft. Der Japaner wirkt wesentlich gefälliger und hat den barocken Look früherer Jahre abgelegt. Aus dem unscheinbaren Kompaktmodell ist ein selbstbewusster Crossover geworden. Der 4,35 Meter lange Fünftürer präsentiert sich mit bündig integrierten Türgriffen und markanten 3D-Rückleuchten an einem coupéhaft gezeichneten Heck. Das verleiht ihm einen eigenständigen und äußerst prägnanten Auftritt.
Technisch basiert der Leaf auf der modularen CMF-EV-Plattform, die er sich mit dem größeren Modell Ariya sowie dem Megane Scenic des Allianzpartners Renault teilt. Produziert wird der Leaf genauso wie seine Vorgänger wieder im englischen Werk in Sunderland.
In seinem Innenraum präsentiert sich der Leaf zeitgemäß. Das klar strukturierte Cockpit ist mit zwei hochauflösenden, jeweils 14,3 Zoll großen Displays ausgestattet, die optisch zu einer Einheit verschmelzen und sich hervorragend ablesen lassen. Im Zentrum steht das "Nissan Connect"-Multimediasystem mit integrierten Google-Diensten, das für eine präzise Navigation inklusive einer Echtzeit-EV-Routenplanung sorgt.
Auch der Google Assistant nimmt zuverlässig Sprachbefehle für Musik, Anrufe oder Zieladressen entgegen. Over-the-Air-Updates halten das System stets auf dem neuesten Stand. Darüber hinaus lassen sich Smartphones auch kabellos problemlos ins Bordnetz integrieren.
Dank ansprechender Materialien und farbiger Akzente wirkt das Interieur gemütlich. Für ein besonders luftiges Raumgefühl sorgt das neue Panorama-Glasdach, das sich in mehreren Stufen dimmen lässt. Bei der Verdunklung wird sogar ein dezenter Leaf-Schriftzug ins Glas projiziert – ein nettes Detail, das nicht aufdringlich wirkt. Die dimmbare Konstruktion hat zugleich einen klaren praktischen Vorteil: Ein herkömmliches Rollo wird überflüssig, wodurch vor allem im Fond zusätzliche Kopffreiheit entsteht. So fühlen sich auch groß gewachsene Passagiere auf der zweiten Sitzreihe gut aufgehoben, während das Platzangebot vorne ebenfalls alltagstauglich ausfällt. Auch das Mobiliar erweist sich als bequem.
Das Fassungsvermögen des Kofferraums beträgt 437 Liter. Nach dem Umklappen der geteilten Rücksitzlehnen lässt sich das Ladevolumen auf bis zu 1.052 Liter erweitern. Dank des doppelten Ladebodens, unter dem sich das Ladekabel einfach verstauen lässt, bleibt die Fläche auch nach dem Umlegen der Rücksitze weiterhin schön eben. Weniger praktisch für Handwerker: Der Leaf darf gebremste Anhänger nur bis zu einer Masse von 975 Kilogramm ziehen.
Beim Leaf stehen zwei Varianten zur Wahl. Das Basismodell kombiniert eine 52-kWh-Batterie mit einem 130 kW (177 PS) starken Elektromotor und erreicht damit eine maximale Reichweite von bis zu 440 Kilometern. Die leistungsstärkere Variante verfügt dagegen über eine Leistung von 160 kW (218 PS) und hat einen 75-kWh-Akku an Bord, der die Reichweite auf bis zu 622 Kilometer erhöht.
Das Aufladen an einer Schnellladestation von 20 auf 80 Prozent soll bei beiden Varianten in rund 30 Minuten möglich sein. Dank der serienmäßigen Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) kann der Leaf zudem externe Verbraucher wie einen Campinggrill oder ein E-Bike mit Strom versorgen. Der dafür nötige Adapter ist bei der Topversion serienmäßig an Bord, beim Einstiegsmodell optional erhältlich. Später soll der Leaf außerdem in der Lage sein, Energie ins heimische Stromnetz zurückzuspeisen.
Für unseren ersten Fahreindruck haben wir uns die Topversion mit 160 kW starkem Elektromotor geschnappt. Der von Nissan eigens entwickelte Antrieb wirkt kraftvoll und durchzugsstark. Er beschleunigt den Leaf in flotten 7,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der dynamische Vortrieb endet bei elektronisch begrenzten 160 km/h. Diverse Fahrprogramme sowie flexibel einstellbare Rekuperationsstufen – inklusive One‑Pedal‑Driving per Schaltwippen hinter dem Lenkrad – unterstützen dabei den Fahrer auf seiner Reise.
Den von Nissan angegebenen Durchschnittverbrauch von nur 13,8 kWh schafften wir hingegen nicht. Selbst bei einer zurückhaltenden Fahrweise mit Autobahnabschnitten und einer maximalen Geschwindigkeit von 110 km/h war der Wert nicht einzuhalten und pendelte sich bei knapp 17 kWh ein. Dafür glänzt der Japaner mit einem handlichen Fahrverhalten sowie einem sehr angenehmen Komfort. Grobe Unebenheiten steckt das Fahrwerk souverän weg.
Gut sind auch die zahlreichen Fahrerassistenzsysteme des Leaf. Sie arbeiten zuverlässig und greifen präzise ein. Besonders hilfreich ist der 3D-Around-View-Monitor mit Echtzeit-Straßenvisualisierung. Die Elektronik berechnet dabei eine "Durchsicht" durch die Motorhaube und gibt einen direkten Blick auf die Vorderräder frei. So werden ungewollte Karosserieschäden beim Einparken effektiv verhindert.
Was der Nissan Leaf kosten soll, bleibt bis zu seinem Verkaufsstart im Frühjahr noch offen. Fest steht jedoch schon jetzt, dass die Einstiegsversion bei rund 31.100 Euro (alle Preise netto) beginnen und die Topversion knapp unter 35.300 Euro liegen wird.
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