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HWK Koblenz | März 2026
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Mehr als 500.000 Liter Luft pro Stunde strömen über Lüftungs- und Klimaanlage ins Fahrzeug. Pollen, Feinstaub oder Schadstoffe werden von Innenraumluftfiltern aufgefangen. (Foto: © kwangmoo/123RF.com)
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März 2026
Der Frühling ist da! Und mit ihm sein treuer Begleiter: der Pollenflug. Autofahrer – besonders die Allergiker unter ihnen – sollten daher auf ein gutes Raumklima im Fahrzeug achten.
Im Frühling blüht die Welt in frohen Farben, doch der Blütenstaub von Bäumen, Gräsern oder Kräutern kann Heuschnupfen und andere allergische Reaktionen auslösen. Autofahrerinnen und Autofahrer, besonders die Allergikerinnen und Allergiker unter ihnen, sollten daher großen Wert auf saubere Luft im Fahrzeug legen.
Denn: Über 500.000 Liter Luft pro Stunde strömen über Lüftungs- und Klimaanlage ins Auto – und mit der zugeführten Außenluft können Pollen, Feinstaub oder Schadstoffe in das Wageninnere gelangen. Solche Partikel sollen von Innenraumluftfiltern aufgefangen werden.
"Damit im Fahrzeug wirklich gute Luft herrscht, sollten Halter auf die Auswahl der Filter achten und eine regelmäßige Wartung sicherstellen", unterstreicht Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband. Sinnvoll ist ein Austausch einmal pro Jahr, so der TÜV weiter. Die Frühlings- und gleichzeitig Pollenzeit bietet sich dafür an, ansonsten sollte spätestens nach 15.000 bis 20.000 gefahrenen Kilometern für Ersatzfilter gesorgt werden. Dafür eigenen sich die vom Hersteller empfohlenen Inspektionstermine oder ein Frühjahrs-Check.
"Allergische Reaktionen, die zu Niesanfällen, tränenden Augen oder Husten führen, können die Fahrtüchtigkeit einschränken", betont Schneider mit Blick auf die Gefahr von Pollen für Allergiker. "Umso wichtiger ist es für Allergiker, bei ihrem Fahrzeug auf funktionstüchtige und leistungsfähige Filter zu achten." Auch der Parkplatzstandort ist entscheidend. "Wer an Allergien leidet, sollte sein Auto möglichst nicht unter Bäumen abstellen", rät der Experte. Menschen, die unter Asthma leiden, sollten besonders darauf achten, den Innenraum möglichst frei von Feinstaub zu halten.
In der Regel sind Pkw-Halterinnen und Halter selbst für den Zustand von Innenraumfiltern verantwortlich. "Deren Prüfung ist nicht Teil der Hauptuntersuchung", erklärt Schneider. In der HU werde allein die Funktionsfähigkeit der Lüftungsanlagen geprüft, um beschlagene Scheiben zu verhindern.
Häufig sind die Filter hinter oder unterhalb des Handschuhfachs eingebaut, sie können sich aber auch im Motorraum nahe der Windschutzscheibe sowie gelegentlich unter dem Armaturenbrett befinden. Schneider dazu: "Wenn sich der Innenraumluftfilter nahe der Windschutzscheibe befindet, sollten Fahrerinnen und Fahrer darauf achten, dass die Luftzufuhr nicht durch Laub oder Schmutz beeinträchtigt wird."
Beim Wechsel von Innenraumfiltern ist wichtig, diese richtig herum einzubauen. In der Regel zeigen Pfeile auf den Filtern an, in welche Richtung die Luft strömen soll. "Wir raten dazu, den Austausch von einer Werkstatt vornehmen zu lassen und Originalteile von Fahrzeug- oder Filterherstellern zu verwenden", so der TÜV-Fachmann.
Die Leistungsfähigkeit einzelner Filtertypen ist unterschiedlich. Der TÜV beleuchtet die verschiedenen Varianten.
1️⃣ Basisvarianten: Bei diesen werden Faser- oder Vliesmaterial genutzt, um die Luft im Innenraum sauber zu halten. "Pollen, Staub und gröbere Partikel werden so zurückgehalten", sagt Schneider. "Das gilt allerdings nicht für Abgase. Wenn man im Stop-and-Go-Verkehr vom vorausfahrenden Fahrzeug eingequalmt wird oder durch einen stark befahrenen Tunnel fährt, sollte man besser die Luftzufuhr abriegeln."
Dafür gibt es den Umluft-Schalter, der einen geschwungenen Pfeil in einer Fahrzeugsilhouette zeigt. Die vorhandene Luft im Fahrzeug wird dann nur umgewälzt, aber keine neue zugeführt.
2️⃣ Aktivkohlefilter: Diese gehen einen Schritt weiter und können auch Stickoxide und die sogenannten VOCs –flüchtige organische Verbindungen, die von Kunst- oder Klebstoffen abgegeben werden – aufnehmen, welche im Wagen selbst entstehen können. "Vor allem bei Neufahrzeugen kann es zu stärkeren Ausdünstungen kommen", erläutert Schneider. "Besonders bei hohen Temperaturen im Sommer ist dies ein Risiko." Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Frischluftzufuhr funktioniert. Aktivkohlefilter halten um Übrigen auch unangenehme Gerüche und Gase zurück.
Bei der Ermittlung möglicher Schadstoffemissionen im Innenraum von Fahrzeugen helfen die TÜV-Organisationen übrigens mit entsprechenden Messungen weiter.
3️⃣ HEPA-Filter: HEPA steht für "High Efficiency Particulate Air". Die "Königsklasse" der Innenraumfilter verspricht, sogar Bakterien und Viren vom Fahrzeuginneren fernzuhalten. Darüber hinaus fangen sie Feinstaub zuverlässig ab. Standard-Innenraumfilter gibt es bereits ab fünf bis acht Euro, dagegen können HEPA-Modelle schon mal 60 bis 80 Euro kosten. "Serienmäßig finden sich diese häufig nur in Premium-Modellen", sagt Frank Schneider. "Doch das Umrüsten ist in der Regel problemlos möglich."
Extra-Tipp gegen GerücheEine kleine Änderung im Nutzungsverhalten der Klimaanlage kann Gerüchen entgegenwirken, die im Fahrzeug selbst entstehen. "Man sollte kurz vor Fahrtende die Kühlung der Klimaanlage abschalten, aber das Gebläse weiterlaufen lassen", verrät Schneider. Eine mögliche Quelle für Geruchsbildung kann nämlich Feuchtigkeit am Verdampfer der Klimaanlage sein.
Was passiert, wenn die Wartung von Innenraumfiltern vernachlässigt wird? Schimmelbildung oder das Einnisten von Bakterien können die Folgen sein. "Dies droht, wenn der Innenraumfilter verstopft oder anderweitig defekt ist", warnt TÜV-Experte Schneider. Findet der Wechsel über längere Zeit nicht statt, können sich Filter zusetzen und für Gesundheitsgefahren sorgen. Bei diesen Anzeichen sollten Fahrzeughalter unbedingt einen Filterwechsel vornehmen:
‼️ Es riecht muffig: Ist im Fahrzeug und vor allem aus der Lüftungsanlage ein modriger oder muffiger Geruch wahrnehmbar, könnten sich Bakterien oder Schimmel gebildet haben.
‼️Die Scheiben sind beschlagen: Beschlagen die Scheiben leicht, kann feuchte Luft nicht mehr richtig aus dem Innenraum transportiert werden.
‼️Die Lüftung ist schwach: Wenn Lüftung, Klimaanlage oder Heizung nicht mehr mit voller Kraft arbeiten, kann eine Ursache sein, dass kaum noch Luft durch das verstopfte Vlies kommt.
‼️Aufkommen allergischer Reaktionen: Treten im Fahrzeug häufiger Niesanfälle, akuter Schnupfen oder brennende Augen auf, können defekte Pollenfilter die Ursache sein.
Empfehlung von VDI und ZDKIn der gemeinsamen Richtlinie VDI/ZDK 6032 empfehlen der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) neben dem regelmäßigen Austausch von Innenraumluftfiltern auch die Reinigung der zugehörigen Komponenten, etwa des Gehäuses. "Dies wird von vielen Autofahrerinnen und Autofahrern vernachlässigt", weiß Schneider. Ein weiterer Tipp des Experten: "Auch das regelmäßige Säubern des Innenraums – besonders von Sitzbezügen oder Fußmatten – kann die Staubbelastung reduzieren und damit Luftqualität in Fahrzeugen verbessern."Quelle: TÜV-Verband e. V.
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