Die Kammerspitze des Saarlandes fordert eine stärkere politische Priorisierung der dualen Ausbildung.

Die Kammerspitze des Saarlandes fordert eine stärkere politische Priorisierung der dualen Ausbildung. (Foto: © Christian Mueringer/123RF.com)

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HWK fordert stärkere politische Priorisierung der dualen Ausbildung

Anlässlich des Berufsbildungsberichts der Bundesregierung äußern sich Helmut Zimmer, Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), und Hans-Ulrich Thalhofer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, zur aktuellen Lage der dualen Ausbildung im Saarland

"Die bundesweiten Zahlen sind ernüchternd. Sie machen deutlich, dass die duale Ausbildung endlich ganz oben auf die politische Agenda gehört", so HWK-Präsident Zimmer. Entgegen dem Bundestrend konnten die Ausbildungszahlen im saarländischen Handwerk im Jahr 2025 leicht gesteigert werden: Zum Jahresende waren 4.292 Auszubildende in der Lehrlingsrolle der Handwerkskammer des Saarlandes eingetragen. Die meisten Auszubildenden lernen die Berufe Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Friseur. Auch für das laufende Jahr zeichnet sich ein positiver Trend ab: Die Vertragszahlen in den ersten Monaten liegen über dem Vorjahresniveau. Eine belastbare Bilanz kann jedoch erst im September gezogen werden.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen jedoch ein bekanntes Problem: Viele Handwerksbetriebe bieten Ausbildungsplätze an, finden aber keine passenden Bewerber. "Das unterstreicht, dass insbesondere die Berufsorientierung – vor allem an allgemeinbildenden Schulen – deutlich gestärkt werden muss", betont der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer. Initiativen wie die anstehende Praktikumswoche im Saarland seien wichtige Bausteine. Darüber hinaus müsse auch die Einführung eines freiwilligen Handwerksjahres stärker in den Fokus rücken.

Zentral bleibt zudem die konsequente Umsetzung der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Angesichts der erheblichen finanziellen Mittel für den Hochschulbereich fordert das Handwerk eine vergleichbare Förderung seiner Berufsbildungsstätten. Auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) als wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung und Transformation im Handwerk müsse nachhaltig finanziell gestärkt werden."

 

Hintergrund: Berufsbildungsbericht 2026 Hier gibt es den Berufsbildungsbericht 2026 online zu finden. 

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Text: / handwerksblatt.de

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