Renovierungen und Sanierungen machen den Kern des Leistungsportfolios der befragten Betriebe aus.

Renovierungen und Sanierungen machen den Kern des Leistungsportfolios der befragten Betriebe aus. (Foto: © kasto/123RF.com)

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Druck auf das Maler- und Lackiererhandwerk steigt

Die wirtschaftliche Lage im deutschen Maler- und Lackiererhandwerk bleibt angespannt. Neben hohen Kostensteigerungen dämpfen Auftragsrückgänge im Privatkundengeschäft die Umsatzerwartungen der Branche.

Die Konjunktur im deutschen Maler- und Lackiererhandwerk hat sich nicht verbessert. Die Umsatzerwartungen der Betriebe in der Branche fallen wegen Kostensteigerungen und Auftragsrückgängen im Privatkundengeschäft zurückhaltend aus. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz.

Die Umsatzentwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2025 wurde 41 Prozent befragten Maler- und Lackiererbetriebe positiv eingeschätzt. Aktuell tun das nur noch 30 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Betriebe mit negativen Umsatz- und Ertragserwartungen zwischen elf und 13 Prozentpunkte. 

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Auftragsvorlauf wider. Seit 2024 bewegt sich das Zeitpolster in den Auftragsbüchern auf einem konstant niedrigen Niveau von rund elf Wochen. Im Vergleich: 2023 betrug dieser Wert noch 14,3 Wochen. Als Hauptgrund für die negativen Zukunftsaussichten geben 74 Prozent der befragten Unternehmer die schwierige Auftragslage im Privatkundengeschäft an.

Deutliche Preissteigerungen

Mit einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten steht das verhaltene Konsum- und Investitionsklima bei Verbrauchern in diesem Jahr an die Spitze der Belastungsfaktoren, gefolgt von steigenden Arbeitskosten mit 73 Prozent. Aber auch die Inflation (53 Prozent) und die wirtschaftlich und politisch schwierigen Rahmenbedingungen (51 Prozent) machen dem Maler- und Lackiererhandwerk weiterhin zu schaffen.

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In diesem Jahr belasten besonders deutliche Preissteigerungen von etwa 32 Prozent bei den Kosten für Kraftstoffe die Betriebe. Bei den Betriebs- und Energiekosten gab es eine Steigerung um 18 Prozent. "Wir merken derzeit eine deutliche Zurückhaltung sowohl bei privaten Auftraggebern als auch der Industrie. Nicht zwingend notwendige Renovierungsmaßnahmen werden zunehmend verschoben", erklärt Guido Müller, Präsident des Verbands.

"Zeitgleich werden wir – in einem sich verschlechternden Konsumklima mit höherer Preissensibilität unserer Kunden – in allen Bereichen mit Kostensteigerungen konfrontiert. Das macht langfristige Planungen und solide Kalkula-tionen unmöglich und setzt unsere Betriebe unter Druck. Was das Handwerk in Deutschland jetzt braucht, sind durchdachte strukturelle Reformen und wirtschafts- politische Stabilität."

Betriebe überwiegend im Bestand tätig

Über 60 Prozent der Betriebe gehen von einer unveränderten Beschäftigung aus. 17 Prozent der befragten Unternehmer erwarten eine sinkende Beschäftigtenentwicklung. Im Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit stehen 61 Prozent der Betriebe Herausforderungen gegenüber, fühlen sich aktuell dennoch gut aufgestellt. Fast ein Viertel hat jedoch Schwierigkeiten, sich gegen ihre Konkurrenz durchzusetzen oder kämpft mit Auftragsmangel und Marktanteilsverlusten.

Relativ konstant zeigt sich das Umsatzverhältnis zwischen Sanierungs- und Neubauprojekten – inzwischen sind rund 86 Prozent der befragten Betriebe im Bestand tätig. Renovierungen und Sanierungen machen damit den Kern des Leistungsportfolios aus. Den größten Anteil bilden Tätigkeiten in Innenräumen mit rund 59 Prozent, gefolgt von Malerarbeiten an der Gebäudehülle mit etwa 26 Prozent. Zu den umsatzstärksten Tätigkeitsfeldern innerhalb dieser Kategorien gehören klassische Malerarbeiten mit 29,9 Prozent, gefolgt von Fassadenbeschichtungen mit 16,5 Prozent und Tapezierarbeiten mit 11,3 Prozent.

Quelle: Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz

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Text: / handwerksblatt.de

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