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Sicherheitshandschuhen kommt Schlüsselrolle zu

Hautschäden sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie führen sehr häufig zu ernsthaften Berufskrankheiten. Die Betroffenen fallen dann häufig sehr lange im Betrieb aus.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) – vor allem für die Hände

Ausfallkosten in Höhe von insgesamt 64 Mrd. Euro sind der deutschen Wirtschaft im Jahr 2015 durch Arbeitsausfälle entstanden. Das besagt die Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Hautreizungen und -schäden gelten als eine der maßgeblichen Ursachen und sind daher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Professionelle Schutzausrüstung mag auf den ersten Blick zwar ein Kostenfaktor sein. Im Hinblick auf mögliche Spätfolgen für Mitarbeiter und Betrieb ist es am Ende aber die bessere und günstigere Lösung.

Am besten ist allerdings, wenn gar nicht erst etwas passiert. Arbeitgeber sind sogar gesetzlich verpflichtet, ihre Mitarbeiter vor Schäden zu schützen. Dazu gehört eine angemessene Gesundheits- und Sicherheitsschulung ebenso wie eine geeignete Schutzausrüstung. Im Falle von Hautkrankheiten sind das vor allem Sicherheitshandschuhe. Sie können sowohl vor mechanischen (z.B. scharfe Gegenstände oder hohe bzw. tiefe Temperaturen) als auch chemischen Reizen schützen. Dem Schutzhandschuh kommt daher eine Schlüsselrolle beim Schutz der Hände zu. Sie müssen regelmäßig überprüft und gegebenenfalls erneuert werden.

Grundsätzlich werden Hautkrankheiten durch zwei Grundstoffe ausgelöst: Reizstoffe und Allergene. Dadurch kann es zu Ekzemen kommen. Die häufigsten Reizstoffe für eine Kontaktdermitis sind Seifen und Reinigungsmittel, gefolgt von Lösungsmitteln, aber auch Staub und Schmieröle sowie Zement zählen dazu. Die häufigsten Allergene sind kosmetische Inhaltsstoffe, wie Konservierungsmittel, Duftstoffe, Haarfärbemittel und Nagelhärter, aber auch Metalle (Nickel und Kobalt), Gummiarten (z.B. Latex), Harze und starke Klebstoffe wie Epoxidharzklebstoff.

"Verständnis von Hautreizungen am Arbeitsplatz"

Die Firma Honeywell Safety and Productivity Solutions (SPS), selbst Hersteller umfangreicher Schutzausrüstungen, hat ein Whitepaper zum Thema "Verständnis von Hautreizungen am Arbeitsplatz" herausgegeben. Darin werden die häufigsten Quellen und Ursachen von Hautschäden und -reizungen am Arbeitsplatz sowie deren Folgen für die Betroffenen und deren Betriebe untersucht. Daneben gibt das Paper einen Überblick über die geltenden Rechtsvorschriften und Normen zum Schutz der Arbeitnehmer vor Handverletzungen und wie PSA davor schützen kann.

Sowohl auf europäischer wie auf nationaler Ebene gibt es zahlreiche Rechtsvorschriften, die die Sicherheit der Arbeitnehmer betreffen. Im Grundsatz gilt: Wenn es nicht möglich ist, die Ursache für eine mögliche Verletzung abzustellen, dann muss der Arbeitgeber zumindest entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Deren Einsatz und Zustand muss er auch überwachen und dokumentieren. Laut DGUV betraf ein Drittel aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle und Verletzungen 2015 die Hände. Sie sind mit Abstand am verletzlichsten am Arbeitsplatz. Daher sind Schutzhandschuhe eine der am häufigsten verwendeten Formen der PSA.

Handschuh ist jedoch nicht gleich Handschuh. Es kommt auf den jeweiligen Zweck an – soll er vor UV-Strahlen schützen oder vor Schnittverletzungen? Für alles gibt es Normen, wie die EN 374 für den Schutz vor Chemikalien. Gemäß einer Norm produzierte Handschuhe werden ausgiebig auf ihre Beständigkeit getestet. Doch die beste Norm schützt nur davor, wofür sie gemacht ist. Schutzhandschuhe sollten also so zielgenau wie möglich eingesetzt werden. Als wichtigste Kriterien für die Auswahl nennt Honeywell:

1. Identifizieren der Inhaltsstoffe, mit denen umgegangen wird.
2. Identifizieren aller weiteren Verletzungsrisiken in Verbindung mit der jeweiligen Aufgabe.
3. Art und Dauer des Kontakts mit dem Stoff bestimmen.
4. Auf eine gute Passform achten.
5. Stets darauf achten, dass die Handschuhe (noch) den geltenden Normen entsprechen.

Text: / handwerksblatt.de

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