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Kampagne der Bundeswehr geht nach hinten los

Treffer versenkt: Unter #handwerk fischt die Bundeswehr nicht nur in fremden Gewässern nach Fachkräften. Mit ihrem Slogan "Gas, Wasser, Schießen" manövriert sie sich in gefährliches Fahrwasser.

Mit diesen Anzeigenmotiven wirbt die Bundeswehr bei Online-Portalen wie faz.net um Fachkräfte aus dem Handwerk.  Foto: © Screenshot faz.net
Mit diesen Anzeigenmotiven wirbt die Bundeswehr bei Online-Portalen wie faz.net um Fachkräfte aus dem Handwerk.

"Weltfrieden defekt. Handwerker (m/w/d) gesucht" – mit dieser Anzeige wirbt die Bundeswehr auf Online-Portalen wie faz.net um Fachkräfte aus dem Handwerk. Zurzeit hält sie Ausschau nach Elektronikern, Kraftfahrzeugmechatronikern und Mediengestaltern. Auf öffentliche Empörung stößt eine weitere Werbebotschaft: "Gas, Wasser, Schießen. Handwerker (m/w/d) gesucht". In Sozialen Medien wie Twitter wird der Bundeswehr ein wenig sensibler Umgang mit der deutschen Geschichte vorgeworfen. Erste Reaktionen auf Twitter - das schreibt SPD-Politiker Karl Lauterbach: "Unglaublich, wie dumm und peinlich die Bundeswehrwerbung schon wieder ist. Hoffentlich ist die Ausbildung besser. Es liegt doch auf der Hand, dass dies Assoziationen zum Gaskrieg weckt ..." 

"So schlechte Werbung haben unsere Soldaten nicht verdient"

Nicht nur bei der technischen Ausstattung hakt es für Norbert Borgmann im Moment bei der Bundeswehr. Als "Schuss in den Ofen" bezeichnet der Vizepräsident des Zentralverbands Sanitär-Heizung-Klima (ZVSHK) die "Gas, Wasser, Schießen"-Kampagne. "Wer glaubt nach dem Motto ,Auffallen um jeden Preis' gut ausgebildete Handwerker abzuwerben, ist nicht auf der Höhe der Zeit." Mit ihrer eigenen Ausbildungskampagne "Zeit zu starten" sei das SHK-Handwerk  wesentlich weiter. Norbert Borgmann sorge sich deshalb weniger um die Folgen des peinlichen Abwerbeversuchs als vielmehr um den Ruf der Truppe. "So schlechte Werbung haben unsere Soldaten nicht verdient."

Bundeswehr mache der Branche das Leben schwer

Auch der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) reagierte einige Tage später: "Diese Bundeswehr-Kampagne empfinden wir schon als Geringschätzung gegenüber dem Handwerk. Der Werbespruch ist - finde jedenfalls ich - niveaulos", sagte Verbandspräsident Hans Peter Wollseifer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dass die Bundeswehr der Branche mit einer Abwerbekampagne das Leben schwermache, sei schon bemerkenswert. Er habe Verteidigungsministerin von der Leyen einen Brief geschrieben. "Das gehört sich einfach nicht."

Text: / handwerksblatt.de
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Leserkommentare

25.06.2019 02:36:54 Uhr
Redaktion

Ihr Kommentar: "Leserbrief"

zitiere Stefan Burmann:

Als Handwerksmeister, Mitglied der Handwerkskammer Münster und beorderter Reservist hat mich der Artikel "Daumen runter für die Bundeswehr" traurig und wütend gemacht. Die Bundeswehr und ihre Soldaten und Soldatinnen leisten ihren unverzichtbaren Beitrag für unsere Demokratie. Selbstverständlich werden hierfür auch Handwerker benötigt, das kann wohl niemand in Abrede stellen. Nicht ohne Grund ist die Bundeswehr einer der größten Ausbildungsbetriebe. Und nach Ableisten des Wehrdienstes finden viele, durch die Bundeswehr handwerklich bestens ausgebildete ehrmalige Soldaten und Soldatinnen, ihre Verwendung auch in Betrieben Ihres Kammerbezirks. Dennoch kann der Bedarf an Fachkräften nicht durch den eigenen Nachwuchs gedeckt werden. Jetzt der Bundeswehr einen Fehltritt wegen ihrer Werbekampagne vorzuwerfen, muss ich einfach als boshaft bezeichnen. Sie versuchen bewusst einen Spalt zwischen Bundeswehr und Gesellschaft zu treiben. Dabei entspricht es der Freiheit und Mündigkeit eines jeden einzelnen, sich für den Arbeitgeber zu entscheiden, der für ihn der richtige ist. Und die Bundeswehr ist nunmal ein attraktiver Arbeitgeber und Ausbildender, der für genau diese Freiheit einsteht. Nicht ein gegeneinander, sondern ein miteinander ist hier hilfreich. Das haben viele Ihrer Mitgliedsbetriebe erkannt und unterstützen die freiwillige Reservistenarbeit ihrer Beschäftigten durch Freistellungen trotz guter Auftragslage.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Burmann


Sehr geehrter Herr Burmann,

vielen Dank für Ihren Beitrag zu unserem Artikel.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Redaktion handwerksblatt.de

Unsere Redaktion können Sie auch per Telefon oder E-Mail erreichen: www.handwerksblatt.de/kontakt.html

Zitieren
24.06.2019 04:43:25 Uhr
Stefan Burmann

Leserbrief

Als Handwerksmeister, Mitglied der Handwerkskammer Münster und beorderter Reservist hat mich der Artikel "Daumen runter für die Bundeswehr" traurig und wütend gemacht. Die Bundeswehr und ihre Soldaten und Soldatinnen leisten ihren unverzichtbaren Beitrag für unsere Demokratie. Selbstverständlich werden hierfür auch Handwerker benötigt, das kann wohl niemand in Abrede stellen. Nicht ohne Grund ist die Bundeswehr einer der größten Ausbildungsbetriebe. Und nach Ableisten des Wehrdienstes finden viele, durch die Bundeswehr handwerklich bestens ausgebildete ehrmalige Soldaten und Soldatinnen, ihre Verwendung auch in Betrieben Ihres Kammerbezirks. Dennoch kann der Bedarf an Fachkräften nicht durch den eigenen Nachwuchs gedeckt werden. Jetzt der Bundeswehr einen Fehltritt wegen ihrer Werbekampagne vorzuwerfen, muss ich einfach als boshaft bezeichnen. Sie versuchen bewusst einen Spalt zwischen Bundeswehr und Gesellschaft zu treiben. Dabei entspricht es der Freiheit und Mündigkeit eines jeden einzelnen, sich für den Arbeitgeber zu entscheiden, der für ihn der richtige ist. Und die Bundeswehr ist nunmal ein attraktiver Arbeitgeber und Ausbildender, der für genau diese Freiheit einsteht. Nicht ein gegeneinander, sondern ein miteinander ist hier hilfreich. Das haben viele Ihrer Mitgliedsbetriebe erkannt und unterstützen die freiwillige Reservistenarbeit ihrer Beschäftigten durch Freistellungen trotz guter Auftragslage.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Burmann

Zitieren
05.06.2019 03:29:23 Uhr
Daniel B.

Unglaublich

Was soll das denn???? Wir haben sowie so schon so wenig Leute und jetzt fängt die Bundeswehr an uns die Leute auszuspannen. Darf der Staat so was überhaupt????

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