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HWK Trier | September 2026
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Tim Arnold (20) und Jakob Distler (20) aus Bayern gewannen in Shanghai Gold im Wettbewerb der Beton- und Stahlbetonbauer. (Foto: © WorldSkills International)
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28. September 2026
Aktualisiert am 28. September 2026, 13:27
Glanzleistung bei den WorldSkills für das Nationalteam Baugewerbe: Bei der Weltmeisterschaft der Berufe in Shanghai holten Tim Arnold und Jakob Distler Gold, Florian Dorer ist Vizeweltmeister.
Bei der 48. Weltmeisterschaften der Berufe, den WorldSkills 2026, in Shanghai holte das Nationalteam Baugewerbe Gold und Silber. Auch die anderen Teilnehmer überzeugten durch starke Leistungen und Leidenschaft.
Tim Arnold (20) und Jakob Distler (20) aus Bayern gewannen Gold im Wettbewerb der Beton- und Stahlbetonbauer.
Florian Dorer (22) aus Baden-Württemberg ist Vizeweltmeister im Wettbewerb der Zimmerer und bekam die Silbermedaille. Der Zimmerergeselle aus Furtwangen im Schwarzwald lag nur vier Punkte hinter dem französischen Goldmedaillengewinner Benjamin Blegean.
Niko Schleicher (21) aus dem Saarland wurde Fünfter im Wettbewerb der Fliesenleger und erhielt eine "Medal of Excellence" für eine besonders hohe Punktzahl.
Ebenfalls eine "Medal of Excellence" gab es für Leonhard Eham (20) aus Bayern im Wettbewerb der Maurer. Er kam auf den sechsten Platz.
• Florian Dorer (22) aus Baden-Württemberg gewinnt Silber im Wettbewerb der Zimmerer Foto: © WorldSkills InternationalStuckateurmeister Maximilian Buerger, der kurz vor Beginn der WorldSkills für die erkrankte Anna-Petra Vogel im Wettbewerb der Stuckateure eingesprungen war, erreichte einen stolzen neunten Platz von 14 angetretenen Nationen.
Begleitet und trainiert werden die Teilnehmer von den Bundestrainerinnen und Bundestrainern: Betonbaumeisterin Jule Janson, Zimmerermeister Michael Rieger, Fliesenlegermeister Marcel Beyer, Maurermeister Kevin Kuck sowie Stuckateur- und Trockenbaumeister Josef Gruber.
Bei den WorldSkills 2026 waren über 1.400 Talente aus mehr als 70 Ländern und Regionen in 64 Berufen am Start.
Der Vizepräsident des Zentralverbandes des Baugewerbes (ZDB) Rüdiger Otto begleitete das Team nach Shanghai und lobte die Ausnahmehandwerker: "Was für eine starke Leistung unseres Teams! Alle haben gekämpft, alles gegeben und gezeigt, was in ihnen steckt. Ganz besonders freuen wir uns natürlich über das Gold für unsere beiden Beton- und Stahlbetonbauer und über die Silbermedaille für unseren Zimmerer."
Auch die, die es nicht auf die Medaillenplätze geschafft haben, könnten unglaublich stolz auf sich sein, betonte Otto. "Ich habe größten Respekt vor dem, was sie erreicht haben. Denn eines ist klar: Bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, ist alles andere als selbstverständlich. Schon der Ausscheidungskampf in Deutschland hatte es in sich und die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hat allen jede Menge Zeit, Kraft und Nerven abverlangt."
Quelle: ZDB
Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes vereint die besten Nachwuchshandwerkerinnen und Nachwuchshandwerker der Gewerke Fliesenleger, Maurer, Zimmerer, Stuckateur sowie Beton- und Stahlbetonbau. Träger des Teams ist der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Mit der Teilnahme an internationalen Berufswettbewerben fördert der ZDB Spitzenleistungen im Bauhandwerk und macht die hohe Qualität der dualen Ausbildung sichtbar.
Im Wettbewerb der Zimmerer musste ein Pavillon in Holzständerbauweise gefertigt werden. Die Konstruktion bestand aus insgesamt drei Modulen, die präzise geplant, gefertigt und montiert werden mussten. Das erste Modul bildete die Balkenlage als klassischen Unterbau des Pavillons. Diese ruhte auf sechs Podesten und wurde so ausgeführt, dass anschließend eine Treppe angebaut werden konnte. Das zweite Modul umfasste vier Wände in Holzständerbauweise mit einer integrierten Tür, einer eingelassenen Strebe und einer Plattenbeplankung. Die Wände mussten zunächst gefertigt und anschließend aufgestellt werden. Das dritte Modul bestand aus einem Walmdach mit schrägem Giebel und verschiedenen Abschlussbrettern. Die Umsetzung erfolgte teilweise auf Grundlage eigener Berechnungen und teilweise nach vorgegebenen CAD-Plänen.
Die Aufgabe der Maurer bestand darin, drei große, massive Module mit einem außergewöhnlich hohen Materialaufwand zu erstellen. Dabei galt es, die größte Anzahl an Mauersteinen zu verarbeiten, die jemals bei einer Weltmeisterschaft im Maurerhandwerk verbaut wurde.
Modul 1 bildete den Unterbau für Modul 3 und bestand aus einer langen, massiven Wand mit einer Fensteröffnung. In dieser wurde das Kleeblatt als Form des Messegeländes dargestellt. Die Umsetzung erforderte zahlreiche aufwändige Schrägschnitte und Abgratungen an den Steinen. Ergänzt wurde das Mauerwerk durch eine Jahreszahl sowie zwei gedrehte Säulen, die für die asiatische Region typisch sind. Modul 2 war eine eigenständige Wand, die durch ein anspruchsvolles Mauerwerk aus unterschiedlich angeordneten, stehenden und liegenden Steinschichten geprägt war. Zusätzlich wurden die Initialen "SH" für Shanghai harmonisch in das Mauerwerk integriert.
Modul 3 wurde auf dem ersten Modul errichtet und bildete zusammen mit diesem eine bauliche Einheit. Die gesamte Aufgabe verlangte höchste Präzision, handwerkliches Können und ein großes Maß an Ausdauer – insbesondere angesichts der komplexen Steinbearbeitung und der außergewöhnlich großen Menge an zu verarbeitendem Material.
Die diesjährige Aufgabe der Fliesenleger umfasste insgesamt vier Module, die innerhalb von nur 22 Stunden unter hohem Zeitdruck gefertigt werden mussten. Das erste Wandmodul bestand aus einem anspruchsvollen Schnittbild in Kombination mit einer großformatigen Fliese. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die unterschiedlichen Fliesenstärken dar, die beim Verlegen und bei der Ausführung des Schnittbildes berücksichtigt werden mussten. Im zweiten Wandmodul wurde eine chinesisch inspirierte Tür mit einer Nische gestaltet. Auch hier erschwerten unterschiedliche Fliesenstärken die Arbeit. Die Tür wurde mit goldfarbenen Aluminiumschienen eingefasst, die das gestalterische Konzept und den chinesischen Stil unterstrichen.
Das dritte Modul war eine konstruktive Aufgabe. Zunächst musste eine Trennwand gemauert werden, in die ein Waschtisch integriert wurde. Die Waschtischfläche wurde geradlinig und ohne ein eingesetztes Becken gestaltet. Das Gefälle wurde durch einen entsprechenden Gefälleschnitt dargestellt. Zwei Öffnungen symbolisierten dabei den Ablauf und die Wasserzufuhr. Im vierten Modul musste eine Bodenfläche mit integriertem Duschbereich gefertigt werden. Eine besondere Herausforderung war die präzise Einhaltung der vorgegebenen Maße, die sich am zuvor festgelegten Meterriss orientierten. Dieser diente als verbindliche Höhen- und Maßreferenz für die gesamte Ausführung. Hinzu kam die fachgerechte Ausbildung des Gefälles, das durch einen angedeuteten Gefälleschnitt dargestellt wurde.
Die Aufgabe im Wettbewerb der Stuckateure bestand aus fünf Modulen. Im ersten Modul musste die Trockenbaukonstruktion mit einer Größe von etwa 2,30 m × 2,30 m errichtet und beplankt werden. Dabei galt es, Fenster- und Türöffnungen zu integrieren. Im zweiten Modul wurden die entstandenen Flächen fachgerecht verspachtelt. Dazu gehörten das Setzen von Eckschutzschienen, das Einlegen von Bewehrungsstreifen in die Fugen sowie die saubere Ausarbeitung von Innen- und Außenecken. Im dritten Modul folgten die Putzarbeiten. Hierfür wurde ein vorgegebenes kleines Logo abgeklebt und anschließend Scheibenputz aufgetragen und strukturiert. Besonders wichtig war dabei, die Kanten sauber auszuarbeiten, damit das Motiv klar erkennbar blieb. Das vierte Modul bildete das sogenannte Speedmodul, bei dem Stuckarbeiten im Mittelpunkt standen.
Die Aufgabe bestand darin, ein vorgegebenes Symbol aus einem Quadrat und einem Sechseck, die ineinander übergingen, präzise umzusetzen. Dabei waren sowohl eine exakte Formgebung als auch saubere Übergänge und eine zügige Arbeitsweise gefragt. Im fünften und letzten Modul, dem Freestyle, konnten die Teilnehmer ihre Kreativität unter Beweis stellen. Innerhalb von zwei Stunden mussten sie ein zuvor selbst entworfenes Wanddesign auf die Wandfläche übertragen und handwerklich umsetzen. Am Ende entstand so ein individuell gestalteter Raum, den die Teilnehmer eigenständig aufgebaut und Schritt für Schritt handwerklich veredelt hatten.
Die Aufgabe im Wettbewerb der Beton- und Stahlbetonbauer bestand darin, im Zweierteam fünf Module zu errichten. Im ersten Modul, einer Wandkreuzung, musste in die erste Wand eine herzförmige Aussparung eingeschalt werden. In der darauf zulaufenden zweiten Wand war ein Hexagon in Anlehnung an das WorldSkills-Logo darzustellen. Anschließend wurde die Schalung einschließlich des erforderlichen Gerüsts fertiggestellt und betoniert. Das zweite Modul bestand aus einer Treppe, deren Gestaltung an eine chinesische Gartenbrücke angelehnt war. Sie umfasste sechs Stufen und eine halbkreisförmige Aussparung im unteren Bereich. Auch dieses Bauteil musste vollständig eingeschalt und betoniert werden. Im dritten Modul wurde ein Tisch in Anlehnung an das WorldSkills-Logo hergestellt. Seine Form basierte auf einem Hexagon, wobei die Tischplatte zunächst konisch nach unten zur Mitte verlief, in eine sechseckige Stütze überging und sich im unteren Bereich erneut konisch zu einem Fuß verbreiterte. Auch dieses Bauteil musste betoniert werden.
Das vierte Modul umfasste die Herstellung eines Bewehrungskorbs, der aufgestellt und befestigt werden musste. Im fünften und letzten Modul wurde eine Betonstele gefertigt, die als gestalterisches Schaustück diente. In ihrer Oberfläche befand sich ein vertieftes Hexagon, in dessen Mitte die Jahreszahl 26 nochmals tiefer eingearbeitet wurde. Eine besondere Herausforderung des Wettbewerbs bestand darin, dass sämtliche Bauteile vollständig eingeschalt und betoniert werden mussten. Vor allem der hohe Arbeitsaufwand und die Vielzahl der einzelnen Konstruktionen machten die Aufgabe zu einer großen zeitlichen Herausforderung.
Quelle: ZDB
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