Eine aktuelle Studie der Postbank informiert über die Entwicklung der Immobilienpreise. (Foto: © Alexander Dubovitskiy/123RF.com)

So entwickeln sich die Immobilienpreise

Die Immobilienpreise in den Großstädten kannten in den letzten Jahren nur eine Tendenz: nach oben. Doch das soll nicht so bleiben. In vielen Städten wird sich der Trend drehen, sagt eine aktuelle Studie.


Jeder hat es mitbekommen: Die Menschen ziehen zurück in die Stadt, deshalb sind die Preise für Wohnungen und Häuser sind in den vergangenen Jahren in den größeren Städten rasant gestiegen. In München legten die Quadratmeterpreise um sage und schreibe 95 Prozent zu. Doch eine aktuelle Studie der Postbank sagt: Weniger als die Hälfte von den 36 größten deutschen Städten wird in den kommenden Jahren weiter wachsen – trotz Flüchtlingszuzug.

Die Postbank Studie "Wohnatlas 2016 - Leben in der Stadt" analysiert, welche Folgen die Entwicklung der Bevölkerungszahlen für die Immobilienpreise hat. Nimmt die Zahl der Einwohner um ein Prozent zu, steigen die Preise für Eigentumswohnungen in Städten im Schnitt um 3,5 Prozent, bei Einfamilienhäusern um 1,9 Prozent. Doch das wird nicht so bleiben, sagt die Studie: Durch den demografischen Wandel werde auch die Zahl der Stadtbewohner schrumpfen.

Berlin bleibt Spitzenreiter Eine Übersicht mit der prognostizierten Preissteigerung bei Immobilien in Großstädten bis 2030 gibt es hier als PDF zum Download.

Eine Übersichtskarte zur Postbank-Studie gibt es hier zum Download


In den vergangenen zehn Jahren war das anders: Zwei Drittel der 36 untersuchten Städte sind gewachsen. Doch bis 2030 steigt nur noch zwei von fünf Städten die Zahl der Bewohner – den Zuzug durch Flüchtlinge bereits eingerechnet. Ohne diesen wäre es sogar nur ein Drittel, heißt es in der Postbank-Studie.

Berlin bleibt Spitzenreiter: Durch den Flüchtlingszuzug kann die Stadt ein Bevölkerungswachstum von 4,7 Prozent bis 2030 erwarten. Wachsen sollen auch Potsdam (4,5 Prozent) und Hamburg (4,4 Prozent). Bremen, Leipzig und Köln entgehen aufgrund der Flüchtlingsintegration nur knapp einer negativen Bevölkerungsentwicklung. Doch viele andere Städte wie Frankfurt und Münster werden schrumpfen und deshalb auch die Preise für Immobilien sinken, prognostiziert die Studie.

Immer größere Wohnungen

Dieser Trend wird nur nach dem Wunsch nach immer größeren Wohnflächen abgemildert werden. In allen 36 untersuchten Städten sind die Immobiliengrößen pro Haushalt in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Wurde im Jahr 2005 noch auf 71,8 Quadratmetern gewohnt, sind es jetzt im Schnitt 73,3 Quadratmeter.  

Bis 2030 soll die Wohnflächennachfrage in drei Viertel der untersuchten Städte weiter steigen, prognostiziert die Studie der Postbank.

Wo sich Investments lohnen

Allerdings: Wer jetzt glaubt, dass die Preissteigerungen in den Wachstumsstädten bald ein Ende haben, der irrt, sagt Dieter Pfeiffenberger, Bereichsvorstand Immobilienfinanzierung bei der Postbank: "Ganz so steil wie in den vergangenen Jahren wird die Kurve zwar nicht mehr nach oben gehen, doch der Aufwärtstrend hält an. Wohneigentum in Wachstumsstädten und ihrem Umland ist daher nach wie vor ein lohnendes Investment."

Foto: © Alexander Dubovitskiy/123RF.com

Text: / handwerksblatt.de

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