Mit Ausbildungs- und Übernahmeprämien will die Bundesregierung 500 Millionen Euro an mittelständische Ausbildungsbetriebe auszahlen.

Mit Ausbildungs- und Übernahmeprämien will die Bundesregierung 500 Millionen Euro an mittelständische Ausbildungsbetriebe auszahlen. (Foto: © Igor Daniel/123RF.com)

Hilfsprogramm für Ausbildungsbetriebe beschlossen

Politik

Die Bundesregierung hat ein 500 Millionen Euro schweres Hilfsprogramm für kleine und mittelgroße Ausbildungsbetriebe auf den Weg gebracht, um durch die Corona-Pandemie bedrohte Ausbildungsplätze zu sichern.

Das Bundeskabinett hat ein Hilfsprogramm für kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe beschlossen. Das Handwerk sieht darin ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die duale Ausbildung. Mit dem Programm "Ausbildungsplätze sichern" verteilt die Bundesregierung 500 Millionen Euro in diesem und im kommenden Jahr. Förderfähig sind Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen.

Folgendes ist geplant:

  • Betriebe, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind, bekommen eine Prämie, wenn sie ihr Ausbildungsniveau halten. Konkret sollen sie für jeden für das Ausbildungsjahr 2020/2021 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag 2.000 Euro erhalten.
  • Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot erhöhen, soll eine Prämie von 3.000 Euro für jeden gegenüber dem früheren Niveau zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gezahlt werden.
  • Ausbildungsbetriebe, die ihre Aktivitäten auch in der Krise fortsetzen und für Auszubildende sowie deren Ausbilder keine Kurzarbeit anmelden, werden besonders unterstützt. Geplant ist eine Förderung von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung. Sie greift für jeden Monat, in dem der Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent hat. Diese Unterstützung ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.
  • Besonders gefördert werden Betriebe, die Auszubildende übernehmen, deren Unternehmen die Ausbildung pandemiebedingt übergangsweise nicht fortsetzen können. Für die Übernahme einer sogenannten Auftrags- oder Verbundausbildung erhält ein Betrieb eine Prämie von 1.500 Euro. Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister werden mit 8.000 Euro unterstützt. Hier läuft die Befristung bis zum 30. Juni 2021.
  • Unternehmen, die Auszubildende von Betrieben übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten, erhalten eine Prämie von 3.000 Euro pro aufgenommenen Auszubildenden. Auch diese Unterstützung ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

"Mit der nun beschlossenen Ausbildungs- sowie Übernahmeprämie setzt die Bundesregierung gerade in der aktuellen Corona-Pandemie ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die duale Ausbildung", kommentiert Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Sie sei die Grundlage der Fachkräftesicherung in Deutschland und damit ein Erfolgsfaktor gerade für die Betriebe im Handwerk. "Mit der beschlossenen Ausbildungsprämie erhalten kleine und mittlere Betriebe, die sich trotz Kurzarbeit oder massiver Umsatzeinbußen weiter für die Fachkräftenachwuchssicherung stark machen, eine wichtige Anerkennung."

Schnelle, bürokratiearme Umsetzung gefordert

Das Programm könne einen wichtigen Beitrag zur Stimulierung des Ausbildungsmarktes leisten. "Das Handwerk hat die Ausbildungsprämie daher von Anfang an begrüßt. Die Übernahmeprämie für Auszubildende aus Insolvenzbetrieben gibt jungen Menschen zudem das deutliche Signal, dass Betriebe, Sozialpartner und Staat sich für ihre berufliche Zukunft gemeinsam einsetzen werden und berufliche Ausbildung krisenfest Bestand hat." Wollseifer hofft nun auf eine schnelle und bürokratiearme Umsetzung.

Text: / handwerksblatt.de

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