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Versichert gegen Forderungsausfall

Wenn ein Geschäftspartner Insolvenz anmeldet, kann das für den Handwerker mit erheblichem Forderungsausfall verbunden sein. Damit das Geld nicht verloren geht, empfiehlt sich eine Kreditversicherung. Sie kommt im Insolvenzfall des Auftraggebers für den Schaden auf.

Versichert gegen Forderungsausfall (Foto: © so47/123RF.com)
Kreditversicherung: Eigentlich handelt es sich dabei um eine Art "Forderungsausfallversicherung (Foto: © so47/123RF.com)

Auch wenn Rechnungen nicht bezahlt werden, tritt die Kreditversicherung für ihren Kunden ein. "Trotz rückläufiger Insolvenzzahlen sind viele Unternehmen nicht ausreichend gegen Forderungsausfälle geschützt", sagt Dr. Peter Ingenlath, Vorsitzender des Fachausschusses Kreditversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Ein Beispiel aus dem Handwerk:

Marco Esser* aus Bremen ist Zentralheizungs- und Lüftungsbauer und hat nach der Meisterprüfung den elterlichen Betrieb übernommen. Er will nicht nur von kleinen Aufträgen abhängig sein und begibt er sich auf die Suche nach einem großen Auftraggeber. Er findet ihn in einem Bauträger, spezialisiert auf Planung, Entwicklung und Fertigstellung privater Eigenheimsiedlungen. 

Der Jungunternehmer ist sicher, den passenden Partner gefunden zu haben. Anfangs läuft auch alles glatt. Das Team installiert landauf landab Heizungsanlagen in Reihenhäusern. Er stellt weitere Gesellen und Lehrlinge. Da er selbst zu sehr im täglichen Montagegeschäft steckt, verliert er allmählich den Blick für das Finanzielle. Auch Warnungen seines Steuerberaters schlägt er in den Wind. "Dein Kunde zahlt seit geraumer Zeit seine Rechnungen nicht mehr", hört er ihn mosern. "Außerdem macht die Bank Probleme wegen des Kontokorrent."

Der Weg zum Amtsgericht wäre  vermeidbar gewesen

Es kommt endgültig zum Knall. Der Bauträger meldet Konkurs an. Nun ist guter Rat teuer. Im großen Stil hatte Marco E. Material gekauft und den Fuhrpark erweitert. Löhne, Nebenkosten und Vorsteuern haben darüber hinaus das Firmenkonto ins Tiefrote manövriert. Auch die Hausbank ist nicht mehr bereit, weitere Kredite nachzuschießen. Es besteht Zahlungsunfähigkeit. Die Firma ist insolvent.  Der rechtzeitige Abschluss einer Kreditversicherung hätte das Unternehmen vor dem Ruin bewahren können.

Was ist eine Kreditversicherung?

Eigentlich handelt es sich dabei um eine Art "Forderungsausfallversicherung". Der in der Praxis jedoch überwiegend verwendete Begriff "Kreditversicherung" leitet sich von der Tatsache ab, dass zwischen Lieferung einer Ware beziehungsweise dem Erbringen einer Dienstleistung bis zu deren Bezahlung ein bestimmter Zeitraum liegt. Das liefernde Unternehmen gewährt damit dem Kunden über diese Zeit einen Lieferantenkredit. Denn der Kunde kann Produkt und Know-how in der Zwischenzeit, die zwischen 30 und 180 Tagen liegen kann, nutzen, ohne dass dafür schon Geld geflossen ist.

Eines der Hauptziele der Kreditversicherung ist es, Unternehmen vor so genannten Folgeinsolvenzen zu bewahren. Denn kommt es zur Insolvenz eines Geschäftspartners bedeutet dies meist den Totalverlust der ausstehenden Forderung. Der Versicherungsschutz richtet sich ganz nach Umsatzgröße und Struktur des Unternehmens. In der Regel trifft kleinere Firmen ein Forderungsausfall viel härter als große Firmen. Schon geringe Verluste greifen die Substanz an. "Dies umso mehr, wenn es sich um einen Handwerksbetrieb mit dünner Kapitaldecke und Abhängigkeit zu einem großen Auftraggeber handelt", warnt Dr. Peter Ingenlath vom GDV.

Der Kreditversicherer macht vorher eine Bonitätsprüfung

Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist eine Bewertung der wirtschaftlichen Situation der Kunden des zu versichernden Unternehmens – bekannt als Bonitätsprüfung. Danach entscheidet der Kreditversicherer darüber, ob und in welcher Höhe der Lieferantenkredit für den jeweiligen Kunden abzusichern ist. Durch eine Selbstbeteiligung des Versicherungsnehmers bleibt der Versicherungsbeitrag auf einem vertretbaren Niveau.

Foto: © so47/123RF.com

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