Foto: © Handwerkskammer des Saarlandes
HWK des Saarlandes | August 2026
Fachkräftesicherung im Mittelpunkt
Arbeitsminister Dr. Magnus Jung war zu Besuch bei der Handwerkskammer des Saarlandes.
Legen Sie fest, welches monatliche Nettoeinkommen Sie im Ruhestand erreichen wollen. (Foto: © berlinimpressions/123RF.com)
Vorlesen:
Alltagsstress und fehlender Überblick sind nur einige der Gründe, warum viele Handwerker beim Thema Altersvorsorge trödeln. Wir erklären, wie man es trotzdem anpacken kann.
Viele Selbstständige schieben ihre Altersvorsorge vor sich her, bis es eng wird. Fehlender Überblick, Zeitmangel und falsche Erwartungen können schnell zu Problemen führen. Wir erklären, wie Unternehmer es besser machen können.
Am Ende bleibt Frust. So beschreibt man die Versuche von Unternehmer Rüdiger L., seine finanzielle Situation in einem wichtigen Punkt zu ordnen. Es geht um seine Altersvorsorge. In rund acht Jahren will er in den Ruhestand gehen. Bis dahin muss alles in den sprichwörtlich "trockenen Tüchern" sein.
Nachdem er diesen Termin festgelegt hatte, versuchte L., sich selbst einen Überblick über seine Finanzen zu verschaffen. Das fiel ihm schwer. Durch seine hohe Arbeitsbelastung kümmerte sich L. kaum um seine privaten Finanzen. Er legte zum Beispiel aktuelle Informationen zur Entwicklung seiner Lebensversicherungen ("Standmitteilungen") einfach ab, ohne sie zu prüfen. Auch die Depotauszüge seiner Bank zu seinem Wertpapiervermögen legte er regelmäßig ungeprüft ab. Die offenen Darlehen für sein Einfamilienhaus und zwei vermietete Eigentumswohnungen konnte er zwar schnell zusammenstellen. Aber er wusste nicht, ob und in welcher Höhe ihn diese Kredite im Rentenalter noch belasten werden. Eine klare Vorstellung fehlte ihm komplett.
Nach seinem erfolglosen Versuch, Ordnung zu schaffen, zog L. vor einigen Monaten die Notbremse. Er bat den Anlageberater seiner Hausbank um Unterstützung. Anfangs zeigte der Berater großes Engagement. Doch mit der Zeit ließ dieses spürbar nach.
L. erkennt inzwischen, dass die Bank seine hohen Erwartungen auch wegen seines eigenen Verhaltens nicht erfüllen konnte. Er lieferte dem Berater nur die Unterlagen, die dieser konkret anforderte – und das auch noch unregelmäßig. Während der gesamten Bearbeitungszeit von fast sechs Monaten führte L. auf eigenen Wunsch kein einziges ausführliches Gespräch. Dann traf er eine klare Entscheidung: Er will erst dann wieder aktiv auf seine Bank zugehen und konkrete Vorschläge einfordern, wenn er seine eigenen "Hausaufgaben" erledigt hat.
Dazu gehört, dass er seine Vermögenssituation vollständig erfasst. Außerdem will er genau festlegen, wie hoch seine monatlichen Einnahmen im Alter sein sollen. Anschließend plant er konkrete Schritte, mit denen er dieses Ziel in acht Jahren erreicht. L. ist klar: Er schafft das nur, wenn er neben seiner Bank auch seinen Steuerberater einbezieht, der ihn seit vielen Jahren begleitet. Außerdem will er prüfen, ob er sich von finanziellem Ballast trennt – zum Beispiel von den vermieteten Eigentumswohnungen, falls diese künftig nicht mehr die gewünschte Rendite bringen.
Der Unternehmer weiß, dass noch viel Arbeit vor ihm liegt. Ein Beispiel zeigt das deutlich: Laut Berechnung seiner Bank wird er in zehn Jahren noch rund 70.000 Euro Schulden haben, wenn er nichts ändert. Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit. Damals setzte er zeitweise die Tilgung seiner Kredite aus, weil seine Liquidität knapp war. Diese Lücke hat er bis heute nicht ausgeglichen – und er hat die Folgen offenbar unterschätzt. Mit der folgenden Checkliste hätte der Unternehmer eine bessere Planung hinbekommen.
Das sollten Sie bei der Vorsorgeplanung beachten:
DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Kommentar schreiben