Eine junge Frau zeigt das Display ihres Smartphones. Darauf ist das Job-Game der Schul-App "scoolio" zu sehen. Auf digitalen Karten erhalten die Schülerinnen und Schüler einige Informationen zu Ausbildungsberufen. Auf diese Weise sollen sie die Berufswelt spielerisch kennenlernen.

Mit "scoolio" können Schülerinnen und Schüler nicht nur ihren Schulalltag organisieren, sondern sich auch spielerisch über die Berufswelt informieren. Betriebe und Verbände können über die App direkt bei der Zielgruppe für ihre Ausbildungsangebote werben. (Foto: © scoolio GmbH)

Schul-App bringt Schüler und Ausbildungsbetriebe zusammen

Bildung

Schülerinnen und Schüler erkunden auf "scoolio" spielerisch die Berufswelt. In diesem Umfeld können Betriebe und Verbände für eine Ausbildung werben sowie direkt mit Interessenten und Bewerbern kommunizieren.

Die Schule und das Internet dominieren das Leben junger Menschen. Die Schüler-Community "scoolio" verbindet beides miteinander. Schülerinnen und Schüler nutzen die App, um den Schulalltag digital zu organisieren. Sie können darin ihren Stundenplan und ihre Noten eintragen. Hausaufgaben und Termine sind schnell notiert. Im Chat tauscht man sich einzeln oder innerhalb von Gruppen aus. Der Klassenprimus kann Nachhilfe anbieten. Der Wackelkandidat kann sie über die Community anfragen. "Dass Kinder und Jugendliche viel Zeit am Smartphone verbringen, wollen wir aber auch noch anderweitig nutzen", sagt Danny Roller. Der Gründer und Geschäftsführer von scoolio will sie auf die Zeit nach der Schule vorbereiten. 

Berufswelt erkunden

Das Education-Tech-Unternehmen sitzt in Dresden. Im Umland der sächsischen Landeshauptstadt produziert die Sachsenmilch Leppersdorf GmbH. Die Molkerei gehört zur Unternehmensgruppe Theo Müller. "Jeder Schüler dürfte die Müllermilch kennen, aber die wenigsten wissen wahrscheinlich, dass man dort eine Ausbildung zum Milchtechnologen machen kann", vermutet Danny Roller. Die App soll dabei helfen, diese und weitere Wissenslücken zu schließen. Wer mit der Fingerspitze auf die kleine Rakete am unteren Rand des Smartphone-Displays tippt, gelangt ins Orbit der scoolio-Berufswelt – den Futurespace.

Spiele als zentrales Element

Die Idee dahinter: Berufsorientierung soll Spaß machen, die Inhalte sollen leicht konsumierbar sein. Die Handhabung orientiert sich an den Social-Media-Gewohnheiten: Interessantes bekommt ein Herzchen. Uninteressantes wird weggewischt. Ein Video sagt mehr als tausend mühsam zu lesende Worte.

Zentrales Element des Futurespace sind Spiele. In einem davon, dem Job-Game, können die Schülerinnen und Schüler die Ausbildungsberufe entdecken. Dabei haben sie die Wahl: Die App schlägt ihnen etwas vor oder sie entscheiden sich gezielt für eine der rund 30 Kategorien. "Wir nennen sie ,DIY Genie‘, ,like Food‘ oder ,Meister der Präzision‘", zählt Danny Roller drei Beispiele auf.    

Digitales Berufe-Quartett

Im Job-Game von scoolio können Unternehmen ihre freien Ausbildungsplätze anbieten. Foto: © scoolio GmbHIm Job-Game von scoolio können Unternehmen ihre freien Ausbildungsplätze anbieten. Foto: © scoolio GmbH

Das Job-Game erinnert ans Auto-Quartett. Auf den digitalen Spielkarten sind anstelle von Hubraum und PS jedoch Ausbildungsvergütung und Ausbildungsbeginn abgebildet. Zudem werden einige für den Beruf benötigte Eigenschaften aufgelistet. Stuckateure sollten beispielsweise geduldig, gewissenhaft, belastbar und kreativ sein. "Wenn möglich reichern wir das Angebot auch noch mit einem Video an", erklärt Danny Roller.

Eine Spielrunde besteht aus zehn aufgestapelten Karten. Sie werden eine nach der anderen vom Deck gewischt. "Sobald die Schüler ein Beruf interessiert, tippen sie auf die Karten. Dahinter finden sie weitere Informationen oder können sich sogar direkt bei einem Unternehmen bewerben."

Rund eine Million Nutzer

Die App nutzen dem Start-up zufolge jährlich knapp eine Million Schülerinnen und Schüler. Rund 50 Prozent davon geht aufs Gymnasium. Weitere 45 Prozent verteilen sich auf Real- und Hauptschule. Die restlichen fünf Prozent machen Berufs- und Grundschüler aus.

scoolio kann von der ersten bis zur dreizehnten Klasse eingesetzt werden. "Die höchsten Nutzerzahlen haben wir ab der achten Klasse", sagt Danny Roller. Während der Unterrichtszeit werde die App mehrmals nur kurz geöffnet. Die Schüler werfen etwa einen Blick in den Stundenplan oder tragen eine Aufgabe ein. Gegen Nachmittag und Abend sind die länger aktiv. "Dann wird überwiegend gechattet." Über den Tag verteilt liege die Nutzungsdauer bei durchschnittlich anderthalb bis drei Minuten.

Werbefinanzierte App

Schülerinnen und Schülern steht die App kostenlos zur Verfügung. "Wir finanzieren uns über die Werbung von Unternehmen, Hochschulen, Verbänden oder Messen. Die Werbeinhalte beziehen sich dabei aber stets auf Themen, die für die Schüler relevant sind. Die meisten Partner nutzen unsere Werbemöglichkeiten beispielweise für die Azubisuche", berichtet der scoolio-Gründer.

So können Werbetreibende etwa eine Anzeige schalten, die als Karte im Job-Game ausgespielt wird. "Von dort aus gelangen die Schüler mit einem Klick zu einem Ziel, das unser Werbepartner festlegt." Dies könne eine Webseite, ein YouTube-Kanal oder ein Instagram-Auftritt sein.

Danny Roller, Gründer und Geschäftsführer der Schul-App scoolio Foto: © scoolio GmbHDanny Roller, Gründer und Geschäftsführer der Schul-App scoolio Foto: © scoolio GmbH

Zielgerichtete Kampagne

Den direkten Zugang zu potenziellen Lehrstellenbewerbern verspricht "scoolio Leads". Die Unternehmen legen ein Berufsfeld, ein Berufsbild oder eine Region fest, in dem oder in der sie suchen möchten. Die Plattform bringt sie mit den passenden Schülerinnen und Schülern zusammen. "Die digitale Kampagne startet mit einem Standort im Umkreis von 25 Kilometern und kostet im Jahresabo 89 Euro pro Monat. Dies dürfte vor allem die eher lokal und regional aufgestellten Handwerksbetriebe ansprechen", ist Danny Roller überzeugt.

Man könne über "scoolio Target" aber auch ein Budget und den Suchzeitraum individuell festlegen. Abgerechnet wird dabei, wie oft die Anzeige des Unternehmens in der App angezeigt wurde.

Plattform für Ausbildungsbetriebe

Mit "scoolio for Companies" lässt sich der komplette Bewerbungsprozess sowie die Aufnahme der neuen Azubis in die App verlagern. "Die Unternehmen können Interessenten und Bewerber in ihren Bereich der Plattform einladen, mit ihnen chatten oder ihnen verschiedene Dokumente wie etwa den Ausbildungsvertrag oder Onboarding-Checklisten schicken", verdeutlicht Danny Roller.

Wer scoolio bereits als Schüler verwendet hat, muss die vertraute Umgebung als Auszubildender nicht verlassen. "Über die App können die Azubis untereinander, aber auch mit anderen Mitarbeitern kommunizieren." Die Preise für "scoolio for Companies" richten sich nach der Zahl der Nutzer. Die Staffelung beginnt bei 59 Euro im Monat. Dafür können sich bis zu zehn Mitarbeiter, Auszubildende, Interessenten oder Bewerber im geschützten Unternehmensbereich auf der Plattform austauschen.       

scoolioMit 1,4 Millionen Downloads ist scoolio nach eigenen Angaben die führende deutsche App zur Organisation des Schulalltags und zur Vernetzung von Schülern untereinander. Das Start-up wurde 2016 von CEO Danny Roller in Dresden gegründet. Es baut auf den Erfahrungen mit dem bundesweit erfolgreichen analogen Schulplaner "FuturePlan" auf. In einem Video auf YouTube beschreibt scoolio, was die Leadgenerierung ist und wie Unternehmen sie für ihre Zwecke nutzen können.

"Wir sprechen alle an – vom Kleinstbetrieb im Handwerk bis zum DAX-Mitglied", versichert Danny Roller. Zurzeit arbeite das Start-up aus Dresden mit 260 Unternehmen zusammen, unter anderem mit Krass Optik, die für die Ausbildung zum Optiker wirbt. Zwei Punkte sind dem Scoolio-Gründer wichtig. Die App solle künftigen Schulabgängern bei der Berufswahl die größte Vielfalt an Lehrstellen bieten. Außerdem möchte er die Barrieren in der Berufsorientierung und im Bewerbungsprozess abbauen, so dass die Schüler direkt mit den Unternehmen kommunizieren.

"Als junge Plattform mit 18 Mitarbeitern brauchen wir die finanzielle Unterstützung unserer Partner", appelliert Danny Roller. "Gemeinsam können wir mit Scoolio etwas aufbauen, das die Jugendlichen begeistert und ihnen kostenlos einen Mehrwert bietet."

Text: / handwerksblatt.de

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