Entlastung schaffen, Fachkräfte sichern
Klausurtagung der Arbeitnehmer-Vizepräsidenten der Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz und dem Saarland im BTZ Kaiserslautern.
Die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz-Saarland sind kürzlich zu ihrer jährlichen Klausurtagung zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Folgen des Koalitionsvertrags der neuen rheinland-pfälzischen Landesregierung für das Handwerk – und die Frage, welche Vorhaben nun zügig konkretisiert und finanziell hinterlegt werden müssen.
Positiv bewertet wurden insbesondere die angekündigte kostenfreie Meisterprüfung, die Stärkung der dualen Ausbildung, der schnellere Zugang zu Sprachkursen sowie das geplante Pilotprojekt "Azubi-Wohnheim". Diese Punkte bezeichneten die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten als wichtige Signale für die Zukunft des Handwerks.
Konkreten Handlungsbedarf sahen die Teilnehmer vor allem bei der Finanzierung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU). Sie forderten höhere Zuschüsse von Bund und Ländern, damit Ausbildungsbetriebe angesichts steigender zeitlicher, organisatorischer und fachlicher Anforderungen entlastet werden.
Gerade kleinere Betriebe seien darauf angewiesen, dass Ausbildungskosten beherrschbar bleiben. Handlungsbedarf bestehe weiterhin beim fehlenden Azubi-Ticket und unzureichender Fortschritte bei der Tariftreue. Bezahlbare und verlässliche Mobilität sei insbesondere für Auszubildende im ländlichen Raum entscheidend. Öffentliche Aufträge müssten zudem stärker dazu beitragen, faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und tarifgebundene Betriebe zu unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die anhaltende Belastung energieintensiver Handwerksbetriebe durch hohe Energiekosten. Hier sehen die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten Landes- und Bundespolitik gleichermaßen in der Verantwortung, Entlastungen zu schaffen und damit Arbeits- und Ausbildungsplätze im Handwerk zu sichern.
Das gemeinsame Signal des Treffens lautet: Die positiven Ansätze aus dem Koalitionsvertrag müssen nun in konkrete Verbesserungen für Betriebe, Beschäftigte und Auszubildende übersetzt werden. Aus Sicht der Arbeitnehmer-Vizepräsidenten braucht das Handwerk verlässliche Rahmenbedingungen, eine auskömmliche Förderung der Ausbildung, bessere Mobilitätsangebote für Auszubildende und faire Wettbewerbsbedingungen durch stärkere Tariftreue.
Dirk Fischer, Präsident der Handwerkskammer der Pfalz, begrüßte die gute Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmerseite: "Ich bedanke mich ausdrücklich für das gute Miteinander und den konstruktiven Austausch, den wir auch außerhalb dieser Tagung pflegen, um das pfälzische Handwerk gemeinsam voranzubringen."
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Text:
Sarah Schentarra /
handwerksblatt.de
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