Tischlermeisterin Johanna Röh hat gemeinsam mit anderen Frauen den Verein "Mutterschutz für Alle!" gegründet.

Die selbstständige Tischlermeisterin Johanna Röh hat gemeinsam mit anderen Frauen den Verein "Mutterschutz für Alle!" gegründet. (Foto: © privat)

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Grüne fordern: Mutterschutz für Selbstständige endlich einführen!

Mutterschutz muss auch für Selbstständige gelten. Das verlangt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit einem entsprechenden Antrag im Bundestag.

Während angestellte Frauen in Deutschland vor und nach der Geburt gesetzlich abgesichert sind, tragen selbstständige Handwerkerinnen, Anwältinnen oder Schauspielerinnen das wirtschaftliche Risiko einer Schwangerschaft nach wie vor weitgehend allein. Die Miete für Werkstatt, Salon oder Büro, die Kosten für Versicherungen oder Personal laufen weiter, aber das Einkommen fällt weg.

Tischlermeisterin Johanna Röh ist davon betroffen und hat 2022 gemeinsam mit anderen Frauen den Verein "Mutterschutz für Alle!" gegründet. Sie fordern verlässliche Mutterschutzregelung auch für Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen und Solo-Selbstständige. 

Rückenwind bekommt Röh nun aus der Politik. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen entsprechenden Antrag im Bundestag gestellt. "In Deutschland sind rund 1,3 Millionen Frauen selbstständig erwerbstätig. Jährlich bekommen rund 27.000 selbstständig erwerbstätige Frauen ein Kind. Für sie besteht weiterhin eine erhebliche Schutzlücke rund um ihre Mutterschaft", steht darin. Obwohl der Mutterschutz für Selbstständige im Koalitionsvertrag von Union und SPD festgeschrieben ist, fehlt eine konkrete Regelung bis heute. Im aktuellen Referentenentwurf zur Elterngeldreform taucht das Vorhaben nicht auf.

5.000 Euro Mutterschaftsausgleich im Gesetz verankern

Die Parlamentarier zitieren eine Allensbach-Studie, nach der sich 85 Prozent der selbstständigen Frauen bessere staatliche Rahmenbedingungen für den Mutterschutz wünschen.

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"Nach Artikel 8 der EU-Richtlinie 2010/41/EU müssen Mitgliedstaaten selbstständigen Frauen ausreichende Mutterschaftsleistungen ermöglichen, die eine Unterbrechung der Erwerbstätigkeit für mindestens 14 Wochen ermöglichen", schreiben die Grünen-Abgeordneten.

Unter anderem fordern sie, im Rahmen der anstehenden Elterngeldreform und der Vereinfachung des Mutterschutzgesetzes, einen gesetzlichen Mutterschutz für Selbstständige zu schaffen, der die besonderen Bedingungen und unterschiedlichen Branchen selbstständiger Erwerbstätigkeit berücksichtige sowie die Fortführung der beruflichen Tätigkeit bürokratiearm ermögliche. Dies müsse auch einen pauschalen Basis-Mutterschaftsausgleich in Höhe von 5.000 Euro für alle Selbstständigen im Mutterschutz enthalten, der durch Zuschüsse auf Antrag ergänzt werden könne, heißt es weiter in dem Antrag.

Hier lesen Sie ein aktuelles Interview des Deutschen Handwerksblatts mit Tischlermeisterin Johanna Röh über Ihre Initiative und den Aktionstag am 6.Oktober 2026. 

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Text: / handwerksblatt.de

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