Der ewig junge Cowboy Lucky Luke feiert 2021 seinen 75. Geburtstag. Immer an seiner Seite: sein treues Pferd Jolly Jumper. (Foto: © Lucky Comics)

Der ewig junge Cowboy Lucky Luke feiert 2021 seinen 75. Geburtstag. Immer an seiner Seite: sein treues Pferd Jolly Jumper. (Foto: © Lucky Comics) (Foto: © Lucky Comics)

Comics: Spitzer Strich und coole Sprüche

Comic-Westernheld Lucky Luke, der furchtlose Streiter für Recht und Gesetz, wird 75 Jahre alt. Ein Rückblick.

"Klops! Klirr! Platsch!" Der Raufbold fliegt durchs splitternde Fenster und stürzt kopfüber ins Wasser eines Pferdetroges. Lucky Luke, der nie um einen coolen Spruch verlegen ist, hat wieder ganze Arbeit geleistet. Am Ende reitet er mit seinem treuen Pferd Jolly Jumper der untergehenden Sonne entgegen.

Der Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten

So zu lesen in dem Abenteuer "Der Kaiser von Amerika" (1977). Rund 30 Jahre zuvor hatte der Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten, in dem Comic-Strip "Arizona 1880" das Licht der Welt erblickt. Schöpfer des Comic-Helden ist der belgische Zeichner Maurice de Bévère (1923-2001), Künstlername Morris, der "Arizona 1880" am 7. Dezember 1946 im "Almanach 1947" des belgisch-französischen Comic-Magazins "Spirou" veröffentlichte.

Nach Asterix die erfolgreichste Comic-Albenfigur

Foto: © Lucky Comics Foto: © Lucky Comics

Nun feierte der ewig junge Lucky Luke seinen 70. Geburtstag, wie immer ausgestattet mit Jeans, gelbem Hemd, schwarzer Weste, rotem Halstuch, dem charakteristischem Stetson und Colt. Längst ist die Serie in ganz Europa ein Klassiker. In Deutschland ist der staksige Cowboy mit über 30 Millionen verkauften Exemplaren nach dem Gallier "Asterix" die erfolgreichste Comic-Albenfigur – noch vor Hergés "Tim und Struppi" oder "Die Schlümpfe". Eng verbunden mit diesem Erfolg ist das Wirken des Texters und Szenaristen René Goscinny ("Asterix"), der von 1955 bis zu seinem Tod 1977 den Comics um den Gerechtigkeit liebenden Cowboy den charakteristischen wie parodierenden Wortwitz verlieh.

Historische Ereignisse und berühmte Persönlichkeiten

Geschickt nutzten Morris und Goscinny für ihre charmanten Bestseller historische Ereignisse aus der US-Pionierzeit (1865-1900), so etwa den Eisenbahnbau oder die Besiedlung Oklahomas. Ihren Helden ließen sie immer wieder auf Karikaturen berühmter Persönlichkeiten wie Schriftsteller Mark Twain, die Wildwest-Heldin Calamity Jane oder Schurken wie Billy the Kid treffen. Dabei nahmen sie mit spitzem Strich gekonnt Filmhelden vergangener Hollywood-Western wie Gary Cooper, Randolph Scott oder Lee van Cleef aufs Korn.

Durchbruch im Kino und TV

1971 entstand mit "Lucky Luke" der erste Kino-Zeichentrickfilm unter Goscinnys Regie, drei weitere und zwei 52-teilige TV-Trickserien folgten. Um besser auf dem lukrativen US-Markt Fuß zu fassen, hatte Morris seinem Helden 1983 sogar das Rauchen abgewöhnt. Statt Zigarette hat Lucky Luke seither einen Grashalm im Mundwinkel. 1991 eroberte der einsame Cowboy als Realverfilmung die Kinos: Die Adaption mit dem italienischen Hau-Drauf-Schauspieler Terence Hill war ein Hit und die Fortsetzung der Pilotfilm zu einer achtteiligen TV-Serie.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

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Im Juli 2001 starb Lucky-Luke-Schöpfer Morris im Alter von 77 Jahren, nachdem er das Abenteuer "Eine Wildwest-Legende" beendet hatte. Doch anders als Kollege Hergé, nach dessen Tod kein "Tim und Struppi"-Abenteuer mehr entstand, hatte Morris verfügt, dass Lucky Luke fortgesetzt werden sollte. So zeichnet seit 2003 der Franzose Hervé Darmenton, Künstlername Achdé, die Abenteuer, die jeweils rund 500 000 Exemplare Startauflage haben. Und auch nach 93 Bänden und zwei weiteren, wenig erfolgreichen Kinofilmen mit Til Schweiger (2004) und Jean Dujardin (2009) ist kein Ende in Sicht, denn im November 2020 erschien mit "Fackeln im Baumwollfeld“ ein neues Werk aus der Feder des Autorenduos Achdé & Jul, das einen unnachahmlichen Blick auf das Western-Universum eröffnet. 

Zudem ehrte das Comicmuseum im französischen Angoulême den Westernhelden und seinen Schöpfer bereits 2016 zu dessen 70. Geburtstag mit der Ausstellung "L’Art de Morris, l’homme qui inventa Lucky Luke". So wird der einsame Cowboy, der den Sprung ins digitale Zeitalter längst geschafft hat,  noch lange gen untergehende Sonne reiten und sein bekanntes Lied summen: "I'm a poor lonesome cowboy and a long long way from home …"

Fotos: © Lucky Comics
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Text: / handwerksblatt.de

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