Ohne Fachkräfte kein Wachstum. Spitzenvertreter des Handwerks sehen hier eine wichtige Herausforderung für die meisten Branchen.

Ohne Fachkräfte kein Wachstum. Spitzenvertreter des Handwerks sehen hier eine wichtige Herausforderung für die meisten Branchen. (Foto: © auremar/123RF.com)

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Umfrage: Fachkräftesicherung wichtigstes Zukunftsthema

Handwerkspolitik

Eine erste Umfrage innerhalb des "Innovationsdialogs Handwerk in NRW" weist das Thema Fachkräftesicherung als dringendstes Thema für die kommenden zwei Jahre aus.

Seit Mitte des vergangenen Jahres tauscht sich das Handwerk mit Politik, Wissenschaft und Verwaltung im Rahmen des "Innovationsdialogs Handwerk in NRW" über wichtige Herausforderungen für die Zukunft aus. Dabei geht es um Themen wie Klimaschutz, Innovationen oder Fachkräftemangel. So will das Handwerk Antworten auf die wesentlichen Zukunftsfragen finden. Getragen und organisiert wird der Dialog vom Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT).

Beim Auftakt-Workshop mit rund 40 Experten in Krefeld im Juni wurde an ersten Handlungsempfehlungen gearbeitet. Gefordert wurden vom Handwerk Freiräume für die Betriebe, um Innovationen möglich zu machen, ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien, eine Stärkung der beruflichen Bildung samt einer echten Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und verbesserte Integrationsprozesse für Fachkräfte aus dem Ausland.

Antworten aus Haupt- und Ehrenamt

Nun liegen die Ergebnisse der ersten Umfrage innerhalb der Handwerksorganisationen vor. Befragt wurden Spitzenvertreter aus Haupt- und Ehrenamt zu den dringendsten Problemen, die das Handwerk in naher Zukunft zu bewältigen hat. Von den 518 abgegebenen Rückmeldungen identifiziert ein Großteil (64,2 Prozent) die Fachkräftesicherung als wichtigste Herausforderung. 30,2 Prozent der Befragten nannten das Thema Digitalisierung und 28,2 Prozent die Gewinnung von Führungskräftenachwuchs und Unternehmensnachfolgern. Ebenfalls genannte Themen waren Nachhaltigkeit, Innovationen und Qualifikationsbedarfe.

Mehr als die Hälfte (56,6 Prozent) der Umfrageteilnehmer hält den Unternehmergeist als den wichtigsten Impulsgeber für Innovationen in den Handwerksbetrieben. Dahinter nennen knapp 50 Prozent den technologischen Fortschritt, und fast ein Drittel der Befragten sieht in entsprechenden Weiterbildungen Potenziale für die Förderung von Innovationen in Handwerksbetrieben. Hier sei es Aufgabe aller Bildungsanbieter im Handwerk zu analysieren, ob passgenaue Angebote bereits existieren oder entwickelt werden müssen, so der WHKT. Den größten Veränderungsbedarf im Handwerk sehen die Befragten in erster Linie in der Mitarbeiterbindung. Dahinter folgen zu gleichen Teilen die Digitalisierung und Ausbildung.

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Regelmäßige Dialogformate

Weitere Vorschläge der Befragten wie strukturierte Weiterbildungsmaßnahmen, die Gewinnung neuer Fachkräfte aus dem Ausland und eine Erhöhung des Frauenanteils will das Team des Innovationsdialogs in den nächsten Wochen aufgreifen. Das gelte auch für die Themen Nachhaltigkeit, Energiewende und Digitalisierung. Mit regelmäßigen Dialogformaten will der Innovationsdialog künftig die Kompetenzen aller Handwerksorganisationen in NRW einbinden, um ihre Einschätzungen und Meinungsbilder zu bündeln und so weitere Themen zu finden.

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Text: / handwerksblatt.de

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