Bäcker

Weniger Betriebe, aber mehr Mitarbeiter verzeichnete das Bäckerhandwerk 2017. (Foto: © Andreas Buck)

Mehr Umsatz, aber weniger Bäckereien

Das Bäckerhandwerk zieht Bilanz: Das Umsatzwachstum von 2017 ist erfreulich, aber die Zahl der kleinen Betriebe sinkt weiter.

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks hat die Zahlen für 2017 bekannt gegeben: Die Betriebe haben ihren Umsatz weiter gesteigert, auch die Anzahl der Beschäftigten nahm erstmals seit 2010 wieder leicht zu. Zurückzuführen sie dies auf den wirtschaftlichen Erfolg vor allem des starken Außer-Haus-Marktes, so der Verband.

Die Branche verzeichnet weiterhin eine Umsatzzunahme von 1,3 Prozent, was 14,48 Mrd. Euro entspricht. Laut der aktuellsten Umsatzsteuerstatistik 2016 erwirtschaften die großen Bäckereien (4,9 Prozent der Betriebe) mit einem Jahresumsatz von mehr als 5 Mio. Euro 66,9 Prozent des Gesamtumsatzes. Die kleinen Betriebe (62,9 Prozent der Betriebe) mit einem Umsatz von weniger als 500.000 Euro sind dabei für 7,8 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich.

Mehr Mitarbeiter

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl pro Betrieb steigt auf 24,1 (plus 3,4 Prozent). Insgesamt waren 2017 rund 273.700 Personen im Bäckerhandwerk beschäftigt (plus 0,1 Prozent). Im Marktsegment Quick-Service-Restaurants ist das Bäckerhandwerk weiterhin Spitzenreiter: Der Außer-Haus-Markt verzeichnete im vergangenen Jahr 1,07 Mrd. Besuche, was einem Wachstum von plus 2 Prozent entspricht.

Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des deutschen Bäckerhandwerks e.V., begrüßt den wirtschaftlichen Erfolg der Branche: "Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und aktuellen Herausforderungen wie wachsender Bürokratie beweist das Bäckerhandwerk, dass wir ein starker Arbeitgeber mit Zukunft sind."

3,3 Prozent weniger Betriebe

Trotz des wirtschaftlichen Erfolges in 2017 sank laut Deutschem Handwerkskammertag die Zahl der eingetragenen Betriebe auf 11.347, was einem Rückgang von 390 Betrieben (minus 3,3 Prozent) entspricht. Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider begründet die Tendenz der abnehmenden Betriebe: "Der anhaltende Konzentrationsprozess führt in einigen Gegenden zur Betriebsverdichtung und damit zur Abnahme vor allem von kleineren Bäckereien. Bäckerpräsident Wippler erklärte gegenüber dpa, schon in den Vorjahren habe es ähnlich Rückgänge gegeben. Das Problem sei, dass viele Bäcker keinen Nachfolger fänden, wenn sie sich zur Ruhe setzten.

Schneider ist zuversichtlich, dass das Bäckerhandwerk auch in Zukunft die Wünsche der Verbraucher optimal erfüllen wird und in seiner Heterogenität bestehen bleibt. "Die richtige Strategie für die Zukunft ist dabei sicherlich auch weiterhin eine Positionierung im Premiumsegment", betonte er.

Um das Bewusstsein beim Verbraucher für handwerklich hergestellte Backwaren zu stärken, setze der Zentralverband weitreichende Kommunikationsmaßnahmen um und strebe gleichzeitig eine Verbesserung der Bedingungen seitens der Politik an.

Die umfassenden Statistiken mit sämtlichen Quellen finden Sie hier.

Text: / handwerksblatt.de

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