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VR-Brillen halten Einzug in die Ausbildung

Wie das Start-up craftguide mit Virtual Reality- und Augmented Reality-Schulungen neue Maßstäbe in der Ausbildung von Handwerk und Industrie setzen will.

Ausbildung mal anders: Mit der VR-Brille können Azubis virtuell erste handwerkliche Arbeitstechniken und den Umgang mit Maschinen lernen. Foto: © Craftguide
Ausbildung mal anders: Mit der VR-Brille können Azubis virtuell erste handwerkliche Arbeitstechniken und den Umgang mit Maschinen lernen.

Der Stand von craftguide auf der Internationalen Handwerksmesse in München war umlagert von Jugendlichen. Kein Wunder: Sie konnten hier eine Virtual-Reality-Brille aufsetzen und  in eine virtuelle Welt eintauchen.

In eine ganz praktische Welt aus der Handwerker-Ausbildung: In dem craftguideVR-Maschinenkurs haben sie ein Brett an einer Formatkreissäge auf einen rechten Winkel gesägt. Die Späne sind aber nur virtuell geflogen. 

Kooperation mit der  Schreinerinnung München

Foto: © Craftguide Foto: © Craftguide Neben Aus- und Weiterbildung seien die VR/AR-Inhalte vielseitig einsetzbar, betont Johannes Nies, CEO und Mitgründer von craftguide. Mit dem Auftritt auf der Internationalen Handwerksmesse hat das Start-up aus Bayern seinen Markteintritt offiziell gemacht. Jetzt wollen die jungen Gründer Johannes Nies (Industriedesigner), Theo Strauß (Tischler) und Maximilian Jakasovic (Informatiker) durchstarten.

Das Team von craftguide arbeitet eng mit den Handwerksorganisationen zusammen. Der Kurs für Tischler wurde nach den Ausbildungsanforderungen der Schreinerinnung München didaktisch aufgebaut. Der Nutzer wird über blinkende Interface-Elemente durch die verschiedenen Arbeitsschritte geleitet. Auch vor Gefahren wird gewarnt. 

Zukunftsvision: Online-Plattform für Bildungsträger und Maschinenhersteller im Handwerk

Die Vision von craftguide ist eine Online-Plattform, die handwerkliches Fachwissen für alle Gewerke (etwa Bau-, Holz-, Elektro- und Metall-Gewerbe) bereithält und jegliche Akteure aus Industrie und Ausbildung verbindet.

Hierzu würden sowohl Bildungsträger in der handwerklichen Aus- und Weiterbildung als auch Maschinen- und Anlagenhersteller gehören. Craftguide will den Bogen spannen von den Handwerkskammern über die Innungen bis hinein in die Ausbildungsbetriebe zu Ausbildern und Lehrlingen. Auf der anderen Seite seien auch die Maschinenhersteller gefragt. Johannes Nies: "Nur mit den 3D-Originaldaten der Maschinen kann craftguide die VR- und AR-Anwendungen erstellen."

Der Blick durch die VR-Brille

Das Herzstück der Plattform seien Kurse in virtueller Umgebung, die das eigenständige Erlernen handwerklicher Arbeitstechniken und den fachgerechten Umgang mit den Maschinen ermöglichen. Während Virtual Reality (VR) den Nutzer in eine künstliche beziehungsweise simulierte Realität eintauchen lässt, vermischt Augmented Reality (AR) die virtuelle mit der realen Welt.  

Da die Darstellung der Maschinen auf Original-CAD-Daten basiere, würden  Aussehen und Funktionsumfang der virtuellen Arbeitsumgebung der jeweiligen echten Maschine entsprechen, betonen die Gründer.

Craftguide will damit nicht physisch reale Schulungen zu ersetzen, sondern die Fähigkeiten im direkten Umgang mit der Maschine ergänzen, heißt es. "So wird eine Brücke zwischen handwerklicher Theorie und Praxis geschlagen, die es den Auszubildenden erleichtert, Arbeitstechniken zu verstehen und richtig anzuwenden." Die Arbeitssicherheit werde durch gefahrlose Maschinen- und Sicherheitseinweisungen verbessert.

craftguide weckt 3D-Maschinendaten zum Leben

Erste Hersteller hätten das Potenzial von craftguide bereits während der Prototypenentwicklung erkannt und aktiv mitgewirkt. Sie würden dabei helfen, aktuelle Technologien und Verfahren in die Ausbildungsbetriebe zu transferieren und so dem Handwerk den Schritt in das digitale Zeitalter zu erleichtern.  

Quelle: Craftguide

Text: / handwerksblatt.de
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