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Mittelstand: Kredithürde für Unternehmen steigt

Betriebsführung

Für kleine Unternehmen und Soloselbstständige wird es schwieriger, an Kredite zu kommen. Vor allem bei Dienstleistern gestalten sich Verhandlungen mit den Banken gerade schwierig, meldet das ifo-Institut.

Der klassische Bankkredit ist für Unternehmen und Selbstständige nach wie vor eine zentrale Finanzierungsquelle. Banken und Sparkassen sind momentan allerdings zurückhaltender bei der Kreditvergabe. 24,3 Prozent der Unternehmen, die sich gerade in Verhandlungen führen, beobachten das. Dies ist der höchste Wert seit 2017, meldet das ifo-Institut.

In den Jahren nach der Finanzkrise 2009 hatten sich die Kredithürden Jahr für Jahr erheblich verringert. Im Bausektor beispielsweise hatten zuletzt nur 6,6 Prozent der Befragten über eine restriktive Kreditvergabepolitik berichtet.

Banken werden wieder vorsichtiger

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"Die aktuell ungünstige wirtschaftliche Entwicklung lässt die Banken vorsichtiger werden", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen.  Für manche Unternehmen könne das wirtschaftliche Überleben ohne neue Kredite schwierig werden, warnt er. 

Bei den Dienstleistern würde sogar 28,8 Prozent der kreditsuchenden Firmen von Zurückhaltung seitens der Banken berichten. In der Industrie sind vor allem die chemische Industrie (8,4 Prozent) und die Automobilhersteller (22,5 Prozent) betroffen. Im Handel berichteten knapp 15 Prozent der kreditsuchenden Firmen von Schwierigkeiten

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Am stärksten betroffen sind laut der Umfrage die Kleinstunternehmen und Soloselbständigen. Hier berichtete rund jeder zweite Kreditsuchende, dass es schwierig sei, an Kredite zu kommen. "Für Kleinstunternehmen sind andere Finanzierungsformen wie Anleihen kaum nutzbar. Sie sind deshalb oft auf Bankkredite angewiesen", sagt Wohlrabe.

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Text: / handwerksblatt.de