"Wir haben die Gebäude so geplant, dass sie langfristig den größten Nutzen bringen [...]."
Janine Alflen, Prokuristin der Michels Kfz-Werkstatt.

"Wir haben die Gebäude so geplant, dass sie langfristig den größten Nutzen bringen [...]."
Janine Alflen, Prokuristin der Michels Kfz-Werkstatt. (Foto: © Christian Endres, PORTRAITKOCH)

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Michels Kfz-Werkstatt: Erdwärme als effiziente Zukunftsinvestition

Betriebsführung

Erdwärme und Elektrifizierung als Investition in die Zukunft? In der Michels Kfz-Werkstatt ließ die Wirkung nicht lange auf sich warten.

Eine Folge war schon im ersten Winter zu spüren: "Wir hatten sofort eine ganz andere Performance als im alten Gebäude", erinnert sich Janine Alflen. "Ich schätze, das spart uns seitdem jeden Winter locker 50 Prozent der Krankmeldungen", sagt die Prokuristin der Michels Kfz-Werkstatt in Hahn am See. Alflen und ihre Geschwister werden den Betrieb mit seinen 24 Mitarbeitenden demnächst vom Vater übernehmen.

Senkt ein Neubau den Energieverbrauch und steigert die Effizienz?

Der Grund für die Verbesserung ist ein 2019 errichteter Neubau. Er bietet nicht nur mehr Platz, so dass selbst Megaliner – riesige Lkws mit extralangen Auflegern – problemlos hineinpassen. Vor allem senkt er den Energieverbrauch erheblich: durch Erdwärme, Photovoltaik, Fußbodenheizung und LED-Beleuchtung.

Dabei sorgt die Fußbodenheizung für höhere Temperaturen unten in der Werkstatthalle. Also dort, wo die Wärme gebraucht wird – anders als eine Ölheizung mit Warmluftgebläse. Dank schnell schließender elektrischer Tore kühlt die Halle auch nicht mehr für Stunden aus, wenn Laster ­hinein- oder hinausfahren. "Das hat die Krankheitszeiten im Winter massiv reduziert, weil sich viel weniger Mitarbeitende erkälten", erklärt Alflen.

Langfristige Investitionen

Das Herz der Nachhaltigkeit ist jedoch eine geothermische Anlage mit einer Wärmepumpe. 15 Tiefen­bohrungen liefern die nötige Erdwärme. Den Strom bezieht die Pumpe aus einer 30-kW-Photovoltaik­anlage, die nebenbei auch die E-Fahrzeuge von Kunden und ­Betrieb lädt.

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Die Kosten? Alflen schätzt die Mehrkosten gegenüber einer herkömmlichen Heizungsanlage auf rund 200.000 Euro. Viel Geld für einen Betrieb mit damals 14 Mitarbeitern. "Aber wir sparen damit jährlich etwa 20.000 Euro, je nach Strom- und Heizölpreisen." Der größte Brocken des Invests: Allein die Tiefenbohrungen kosteten rund 150.000 Euro. Doch solche Bohrungen halten 50 bis 100 Jahre und amortisieren sich damit mehrfach.

Denn das ist der energiesparende Neubau: eine langfristige Investition. "Wir wollten nicht nach fünf bis zehn Jahren wieder modernisieren müssen", sagt Alflen. "Deshalb haben wir die Gebäude so geplant, dass sie langfristig den größten Nutzen bringen – für die Mitarbeitenden und für uns als Nachfolger."

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Text: / handwerksblatt.de

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