Kindererziehung und eine Ausbildung lassen sich in Teilzeitform miteinander vereinbaren.

Kindererziehung und eine Ausbildung lassen sich in Teilzeitform miteinander vereinbaren. (Foto: © Iurii Sokolov/123RF.com)

Kostenlose Tipps zur Teilzeitausbildung

Bildung

Was viele junge Menschen und Betriebe nicht wissen: Eine Berufsausbildung kann auch in Teilzeit absolviert werden. Der kostenlose Jobstarter-Ratgeber "Ausbildung in Teilzeit – ein Gewinn für alle“ zeigt anhand von Beispielen, wie Azubis in Teilzeit die Praxis meistern.

Zuzanna Pigulla ist alleinerziehende Mutter zweier Söhne. In einem Kleinbetrieb lernt sie im zweiten Jahr den Beruf der Bürokauffrau im Handwerk – und zwar in Teilzeit. In der Regel ist Pigulla an drei Tagen in der Woche je sieben Stunden im Betrieb. "Ich bin froh, dass ich in Teilzeit lernen kann, denn die Kita sowie die Betreuung in der Grundschule sind nur bis 16 Uhr offen. So wäre Vollzeit für mich nicht machbar", erklärt die junge Mutter.

Positive Seiten der Teilzeit-Azubis

Zuzanna Pigulla jedenfalls blickt optimistisch in die Zukunft: "Nach der Ausbildung würde ich gerne bleiben – und meine Chefin möchte es wohl auch!" Teilzeit-Auszubildende wie Pigulla zeigen, dass junge Eltern mit Engagement und Fleiß den Berufseinstieg meistern können, wenn sie die Möglichkeit dazu erhalten. Und Betriebe berichten von dem großen Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent und sozialen Kompetenzen ihrer jungen Teilzeit-Auszubildenden. Mithilfe der Teilzeitausbildung können jungen Eltern, aber auch Menschen, die einen erkrankten Angehörigen pflegen, einen qualifizierten Berufsabschluss erlangen. Bei dem Modell, das in allen dualen Ausbildungsberufen möglich ist, wird die wöchentliche Arbeitszeit im Betrieb in der Regel auf 75 Prozent verkürzt, die Berufsschule besuchen die Auszubildenden in Vollzeit. Mit einer abgeschlossenen Teilzeitberufsausbildung erhalten junge Eltern den Schlüssel zur eigenen beruflichen Entwicklung – jenseits von staatlichen Unterstützungsleistungen. Ein Gewinn für alle.

Infos bei der "Beratungsstelle Teuzeitausbildung"

Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Teilzeit erhielt Pigulla durch das Jobstarter-Projekt "Beratungsstelle Teilzeitausbildung" in Hattingen. "Wir haben in den vergangenen Jahren deutschlandweit elf Projekte gefördert, die über das – immer noch viel zu wenig bekannte – Modell der Ausbildung in Teilzeit informieren und durch Überzeugungsarbeit bei Betrieben neue Ausbildungsplätze in Teilzeit geschaffen haben", erklärt Annette Land, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Ausbildungsstrukturprogramm Jobstarter des Bundesbildungsministeriums. PDF-Download Jobstarter-Projekt 2009-2012"Jobstarter organisiert zudem Vorträge, Workshops und Fachtagungen für Multiplikatoren. So werden wir im September zusammen mit dem Jobcenter Dortmund eine bundesweite Fachveranstaltung zum Thema Ausbildung in Teilzeit für Beauftragte für Chancengleichheit (BCA) in den Jobcentern durchführen", berichtet Land.

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: