"Das SHK-Handwerk zukunftsfähig aufstellen"
Ulrich Grommes, Landesinnungsmeister des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima NRW, gibt einen Ausblick auf die SHK+E, die vom 17. bis 20. März in Essen stattfindet.
Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Messen für das Handwerk
DHB: Die SHK+E steht vor der Tür. Der Fachverband SHK NRW ist ideeller Träger der Messe. Wo setzen Sie in diesem Jahr die Schwerpunkte?
Grommes: Für uns ist die SHK+E ESSEN vom 17. bis 20. März 2026 ein Praxis-Update für das SHK-Fachhandwerk. Inhaltlich setzen wir u.a. einen Schwerpunkt auf Neuerungen und auf Montageerleichterung in den Bereichen Bad-/Sanitärinstallation sowie Heizungs- und Lüftungsinstallationen. Ein weiteres Thema ist die stetige Verzahnung von Wärme und Strom. Das bedeutet, das Zusammenspiel aus Wärmepumpe, Photovoltaik, Speicher, Energiemanagement und Regelung. An unserem Stand B03 in Halle 2 beraten wir anhand eines entsprechenden Schaustücks inkl. Simulation und bieten damit einen plastischen Einstieg in das Marktfeld. Mit unserer "Monteurtankstelle" am Stand schaffen wir bewusst auch einen Anlaufpunkt für Mitarbeitende von unseren Innungsfachbetrieben. Hier gibt es in der Mittagszeit einen warmen Snack, etwas zu trinken und Platz zum Verschnaufen vom trubeligen Messegeschehen. Ab dem 6. März liegt in den Abhollagern des Großhandels zusätzlich die Messezeitung PRAXIS SHK+E aus – mit Fachinfos für Monteurinnen und Monteure gespickt und als echter Appetizer, der Lust auf den Messebesuch macht.
DHB: Stichwort Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung: Wie sieht die aktuelle Fachkräftesituation im SHK-Handwerk aus?
Grommes: Die Lage bleibt angespannt, auch wenn wir regional und je nach Betriebsschwerpunkt Unterschiede sehen. Klar ist: Die Technik wird komplexer, die Schnittstellen nehmen zu – und damit wächst der Bedarf an qualifizierten Leuten, die nicht nur montieren, sondern Systeme verstehen. Deshalb investieren wir konsequent in Nachwuchsformate wie die AZUBI-Lounge, in der wir den Beruf erlebbar machen und Hemmschwellen abbauen. Ein starkes Signal ist der neue Fokustag "Frauen im Handwerk" am 19. März – inklusive der "SHK Fragendusche" auf der Lounge-Bühne, bei der Role Models aus der Praxis Schulklassen zeigen: Dieser Beruf ist modern, zukunftssicher und offen für alle.
DHB: Wie geht der Fachverband SHK NRW mit dem ständig wachsenden Weiterbildungsbedarf in der Branche um?
Grommes: Wir setzen auf Weiterbildung, die in der Realität funktioniert: kompakt, praxisnah und für ganze Teams nutzbar. Ein gutes Beispiel ist unser "Monteurtag" am 18. März 2026 im Rahmen der SHK+E ESSEN – eine kurze, herstellerneutrale Wissensauffrischung für Praktiker, die direkt etwas für den Alltag mitnehmen wollen. Wichtig: Innungsfachbetriebe können ihre Mitarbeitenden dafür noch bis zum 10. März anmelden. Ergänzend ordnen wir im Forum "Zukunft der Gebäudetechnik" gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie die aktuellen technischen und politischen Entwicklungen ein – damit Betriebe nicht nur Technik lernen, sondern auch sicher entscheiden können, wie sie sich strategisch aufstellen.
DHB: SHK und Elektro wachsen zusammen. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in der Praxis?
Grommes: Die Zusammenarbeit wird enger, weil die Wärmewende im Gebäude zunehmend elektrisch geprägt ist und Kunden Lösungen erwarten, die sauber zusammenspielen. In der Praxis heißt das: SHK bleibt zentral für Wärme und Hydraulik, aber ohne Elektrokompetenz bei Anschluss, Steuerung, Energiemanagement und Schnittstellen geht es immer seltener. Viele Betriebe lösen das pragmatisch über gute Kooperationen mit Elektrofachbetrieben und über gezielte Qualifizierung, damit Planung, Inbetriebnahme und Regelstrategie am Ende aus einem Guss sind. Dass die Messe das "E" im Namen trägt, ist deshalb kein Marketing, sondern spiegelt den Alltag auf der Baustelle wider.
DHB: Der Sanitärbereich hat wieder etwas zugelegt. Was erwartet die Besucher dort?
Grommes: Sanitär ist und bleibt ein echtes Zukunftsfeld – mit Hygiene, Komfort, Barrierefreiheit, Ressourceneffizienz und einem riesigen Modernisierungsbedarf im Bestand. In den Hallen 6 und 7 geht es um Badobjekte, Technik vor und hinter der Wand sowie Trink- und Abwassertechnik, und mit dem Sanitär Hub in Halle 7 kommt erstmals eine zentrale Impulsfläche dazu. Wir erwarten starke Themen wie smarte Badlösungen, wassersparende Systeme und montagefreundliche Technik, die im Alltag Zeit spart. Der dritte Messetag richtet den Blick mit einem neuen Hospitality-Format gezielt auf die Hotelbranche.
DHB: Wie ist das aktuelle Klima – und Ihre Prognose für die nächsten Jahre?
Grommes: Das Klima ist noch von Unsicherheit geprägt, weil politische Rahmenbedingungen und Kommunikation in den letzten Jahren zu oft für Fragezeichen statt für Verlässlichkeit gesorgt haben. Sobald Politik endlich praxistaugliche Leitplanken liefert, wird sich das wieder drehen – denn der Bedarf an Modernisierung und Effizienz ist unstrittig da. Gleichzeitig sehen wir schon jetzt, dass Sanitär vielerorts stabilisiert und trägt, während sich der Heizungsmarkt stark an Klarheit und Planbarkeit orientiert. Mein Ausblick ist deshalb: Wer sich in Sachen Wärmepumpe sattelfest macht, Systemintegration Schritt für Schritt aufbaut, und dabei Sanitär parallel konsequent mitdenkt, stellt seinen Betrieb auch in wechselhaften Phasen robust und zukunftsfähig auf.
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Text:
Claudia Stemick /
handwerksblatt.de
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