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Mehr Umsatz, mehr Aufträge: Trendwende im Baugewerbe

Betriebsführung

Das Bauhauptgewerbe kann nach schwierigen Jahren wieder positive Zahlen vermelden. Der ZDB spricht von einem "soliden Baujahr". Für 2026 rechnet der Verband mit 2,5 Prozent Umsatzwachstum.

Die Betriebe des Bauhauptgewerbes haben im vergangenen Jahr rund 172 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist ein nominales Plus von 5,3 Prozent und ein preisbereinigtes Wachstum um etwa 2,5 Prozent. Dazu zählen alle Unternehmen des Baugewerbes, auch die kleineren Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern. Die Auftragseingänge stiegen 2025 real um etwa sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das meldet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Der Verband vertritt rund 35.000 Bauunternehmen in Deutschland.

ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa spricht von einem "soliden Baujahr". Vor allem angesichts der insgesamt schleppend verlaufenden wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. "Das ist ein klares Signal, dass sich die Baubranche trotz vieler Hindernisse als einer der Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft weiter behaupten kann. Und das muss sie auch, denn die drängenden Aufgaben von Wohnungsbau über Infrastruktur und Energiewende müssen gebaut werden." Die Betriebe stünden bereit.

Wachstumsimpulse kamen aus dem Tiefbau 

Treiber der positiven Entwicklung waren laut ZDB Großprojekte zum Umbau der Energieinfrastruktur, zur Sanierung der Schienenwege, zum Ausbau des ÖPNV und zum Breitbandausbau. "Der Straßenbau dagegen lief enttäuschend", so Pakleppa. Schuld daran sei die verspätete Verabschiedung des Bundeshaushaltes und die Umgliederung von Haushaltsmitteln ins Sondervermögen. "So blieben die Order bis ins vierte Quartal deutlich unter dem Vorjahresniveau." Insgesamt stieg der Umsatz im Tiefbau um etwa neun Prozent.

Wohnungsbau weiter schwach 

Der Wohnungsbau hingegen bleibt schwach. Der über drei Jahre andauernde Rückgang der Baugenehmigungen habe sich in der Umsatzentwicklung niedergeschlagen (minus zwei Prozent). Auch die Umsatzentwicklung im Wirtschaftshochbau blieb nach Angaben des Verbandes verhalten. Die schwache Konjunktur im Maschinenbau, der Automobilindustrie und der chemischen Industrie habe die Investitionsneigung gebremst. Investiert wurde allerdings in den Aufbau von Rechenzentren. 

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Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lagen die Auftragseingänge im Hochbau 2025 nominal 10,1 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Damit stiegen sie erstmals seit dem Jahr 2021 wieder an. Dabei verzeichnete der Wohnungsbau – ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau – mit plus zehn Prozent ein größeres Wachstum als der Nichtwohnungsbau. In der Statistik werden aber nur die Daten von größeren Bauunternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern erfasst. 

Umsatzprognose 2026

Für 2026 rechnet der ZDB einem realen Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 2,5 Prozent. Treiber der Entwicklung bleibe der Tiefbau. Er erhalte zusätzliche Impulse aus dem Sondervermögen. Im Wohnungsbau sei der Tiefpunkt durchschritten. Auch hier gibt es positive Signale.

Pakleppa: "Das reicht aber noch nicht, um auf die benötigten gut 300.000 Wohnungen zu kommen. Die Sonderabschreibung sollte auf den EH-55-Standard abgesenkt werden, so wie es bei der degressiven AfA bereits gilt und bei der KfW-Förderung verankert werden muss. Beschäftigte Schon im vergangenen Jahr konnte der Beschäftigtenstand erfreulicherweise gehalten werden."

Mehr Beschäftigte

Nach etwa 916.300 Beschäftigten 2024 zählte das Bauhauptgewerbe 2025 rund 923.000 Beschäftigte. Die Zahl der Auszubildenden stieg weiter an.  

Quelle: ZDB; Destatis

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Text: / handwerksblatt.de

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