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HWK Münster | April 2026
Die Handwerkskonjunktur kühlt ab
Der Präsident der Handwerkskammer Münster Jürgen Kroos fordert mehr Freiräume für unternehmerisches Handeln.
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April 2026
Die Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz fordert von der neuen Landesregierung und vom Bund mutige Entscheidungen für Investitionen. "Wer heute nicht baut, verspielt morgen den Wohlstand", so Präsident Klaus Rohletter.
"Wer heute nicht baut, verspielt morgen den Wohlstand." Mit diesem Appell eröffnete Klaus Rohletter, Präsident der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz, den Verbandstag in Mainz. Die Branche befinde sich in einer herausfordernden wirtschaftlichen Lage, so Rohletter. "Rückläufige Bauinvestitionen, eine spürbar gesunkene Nachfrage sowie stark gestiegene Energie- und Materialkosten setzen die Unternehmen zunehmend unter Druck."
In Rheinland-Pfalz blickt die Bauwirtschaft dennoch nach vorn. Die Landtagswahl markiere einen Einschnitt, so der Verband. Damit seien für die nicht nur Erwartungen, sondern vor allem Verantwortung verbunden. "Wir müssen ins Machen kommen", betonte der Präsident. Klaus Rohletter ist Vorstandsvorsitzender der Bauunternehmung Albert Weil AG.
Dazu gehöre es, öffentliche Mittel wirksam und zielgerichtet einzusetzen. Mit Blick auf das Sondervermögen wurde dabei auch deutliche Kritik laut: Auf Bundesebene sei ein erheblicher Teil der Mittel in der Vergangenheit nicht für Investitionen verwendet, sondern zweckentfremdet worden. "Dieses Vorgehen hat das Vertrauen nachhaltig beschädigt."
Nutzung des Sondervermögens ➡️ Die jüngste ifo-Analyse hatte gezeigt, dass 2025 mindestens drei Viertel der aufgenommenen Kredite zweckentfremdet verwendet wurden.
Rheinland-Pfalz müsse hier "einen klaren Gegenakzent setzt" und die Mittel "konsequent für Infrastruktur und Zukunftsinvestitionen einsetzen". Der Bausektor verstehe sich traditionell als Konjunkturlokomotive – eine Rolle, die er auch künftig ausfüllen will. "Läuft es am Bau, läuft auch der Rest", so der Präsident.
Auftragseingang zieht an Bundesweit verzeichnete das Bauhauptgewerbe laut Statistischem Bundesamt im Februar 2026 einen witterungsbedingten realen Umsatzrückgang von 13,2 Prozent gegenüber Februar 2025. Frost und Niederschläge erschwerten die Arbeit. Der Auftragseingang im Februar stieg aber auch um fast zehn Prozent. Wachstumstreiber sind aktuell der Tiefbau (nominal 21,2 Prozent) und der gewerbliche Bau (nominal 19,3 Prozent).
Die Unternehmen seien bereit, ihren Beitrag zu leisten. Mit Blick auf die kommenden Monate und die Konstituierung des neuen Landtags macht die Bauwirtschaft deutlich: Jetzt ist der Zeitpunkt für mutige Entscheidungen. "Der Bau ist bereit", so das Signal des Präsidenten.
Die Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz vertritt als Wirtschaftsorganisation die Interessen von über 1.200 Unternehmen.
Referenten beim Tag der Bauwirtschaft waren außerdem Finanzministerin Doris Ahnen und Wolfgang Bosbach, ehemaliger Bundestagsabgeordneter.
Quelle: Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz
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