Saarländisches Handwerk gegen Reduzierung der Photovoltaik-Förderung
Bundeswirtschaftsministerin Reiche will die Förderung für PV-Anlagen kürzen. Das Handwerk im Saarland kritisiert die Pläne der Ministerin.
Die Förderung für Solarstrom soll deutlich reduziert werden. Dazu erarbeitet Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) einen Gesetzentwurf. Vor allem kleinere Photovoltaik-Anlagen seien mittlerweile günstig und deswegen auch ohne Förderung wirtschaftlich, wenn sie hohe Eigenverbrauchsanteile realisieren könnten. Außerdem setzen kleine Anlagen die Stromnetze laut Reiche unter Stress, da die Netzbetreiber ihre Einspeiseleistung nicht begrenzen könnten.
Die Förderung für Anlagen mit einer Leistung bis 25 Kilowatt soll darum gestrichen werden. PV-Anlagen, die schon in Betrieb sind, sollen davon nicht betroffen sein. Für kleine Anlagen gibt es verschiedene staatliche Förderungen. Die Besitzer erhalten Geld zu einem festgelegten Tarif für ins öffentliche Netz eingespeisten Strom. Außerdem sind sie von der Mehrwertsteuer befreit und werden bevorzugt ans Netz angeschlossen.
Kritik aus dem Saarland
Das Handwerk im Saarland kritisiert die Pläne der Wirtschaftsministerin: "Die geplante Reduzierung der Photovoltaik-Förderung zum jetzigen Zeitpunkt halte ich für das falsche Signal und nachteilig für einzelne Gewerke", sagt Helmut Zimmer, Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes. Es habe sich besonders bei PV-Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern ein stabiler Markt entwickelt, der für viele Betriebe zu einem wichtigen Standbein geworden sei.
Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, rechnet die Kammer mit einem Einbruch der Nachfrage. Das hätte in der aktuellen wirtschaftlichen Situation weitere negative Auswirkungen auf den Mittelstand. Der Ausbau der Solarenergie sei vor allem im privaten Bereich, "ein wichtiger Bestandteil für mehr Resilienz und Energiesicherheit in Deutschland", so Hans-Ulrich Thalhofer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kammer.
Versorgungssicherheit gewährleisten
Wichtig sei es, schneller in Infrastruktur und Netzausbau zu investieren, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, den Zugang zu günstigem Strom zu ermöglichen und so langfristig bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. "Davon würde das Handwerk sowohl als Dienstleister als auch als Abnehmer profitieren", erklärt Thalhofer.
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Text:
Lars Otten /
handwerksblatt.de
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