Interviews gehören zum Amt der Brotkönigin dazu: Tatjana Krechel liebt ihre neue Aufgabe schon jetzt, erzählt sie. Hier kann sie Werbung für ihr Handwerk und für Brot machen.

Interviews gehören zum Amt der Brotkönigin dazu: Tatjana Krechel liebt ihre neue Aufgabe schon jetzt, erzählt sie. Hier kann sie Werbung für ihr Handwerk und für Brot machen. (Foto: © BIV West)

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Brotkönige: Aus Liebe zum Brot und zum Handwerk

Tatjana Krechel und Leon Kirchner sind die neue Brotkönigin und der neue Brotkönig des rheinisch-westfälischen Bäckerhandwerks. Beide sind Bäckermeister und brennen für ihr Handwerk.

Bäckermeisterin Tatjana Krechel aus Emmelshausen ist die neue Brotkönigin des Bäckerinnungsverbands West: Zusammen mit Bäckermeister Leon Kirchner aus Meinerzhagen wird sie drei Jahre lang für ihr Handwerk werben.

Die Liebe zum Bäckerhandwerk wurde der 31-Jährigen in die Wiege gelegt. Als sie im vergangenen Jahr beim Tag des Deutschen Brotes in Bonn die damalige Brotkönigin Caroline Puppe von der Bäckerei Puppe aus Neuss kennenlernte, war Tatjana Krechel begeistert. "Das fand ich richtig cool", erzählt sie. Ein Jahr später trägt sie nun selbst den Titel. 

Foto: © BIV WestFoto: © BIV West

Die Bäckermeisterin wurde beim "Tag des Deutschen Brotes" in Essen offiziell zur neuen Brotkönigin gekürt worden. Für drei Jahre wird sie gemeinsam mit Brotkönig Leon Kirchner (28) ihr Handwerk für den Bäckerinnungsverband West (BIV) repräsentieren. Der Verband vertritt 35 Innungen in NRW und Teilen von Rheinland-Pfalz.

Im Bewerbungsverfahren hat Tatjana Krechel den Verband nicht nur mit ihrer Begeisterung für Brot überzeugt, sondern auch mit ihrem Werdegang. Sie stammt aus einer Bäckerfamilie in Emmelshausen im Hunsrück (Rheinland-Pfalz).

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Die Bäckerei Krechel wurde 1936 vom Uropa gegründet und wird heute in dritter Generation von ihrem Vater geführt. Der habe immer gesagt: "Mach es nur, wenn es dir Spaß macht", erzählt sie. Druck habe es nie gegeben. Aber schon mit 15 Jahren half Tatjana Krechel mit im Betrieb. 

Nach der Schule absolvierte sie ihre Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin in Koblenz. Im Anschluss sammelte sie Erfahrungen im Verkauf und später als Filialleiterin in einer Bäckerei in Bayern. "Damals habe ich beschlossen, dass ich einmal unseren Betrieb übernehmen möchte." Zurück in der Heimat folgten die Ausbildung zur Bäckerin in Boppard, der Meisterkurs und die Weiterbildung zur Betriebswirtin des Handwerks. Außerdem engagiert sie sich bei der bei der "Bäko Snackkultur".

Die Übergabe der Bäckerei und Konditorei mit 26 Beschäftigten, einer Hauptfiliale, zwei Verkaufswagen und einem Samstags-Brötchenservice in die vierte Generation geht Schritt für Schritt: "Ich will nicht kommen und alles ändern. Ich sehe ja, was mein Vater über Jahre aufgebaut hat."

Als Brotkönigin möchte sie vor allem zeigen, welche Chancen das Handwerk bietet. "Nach der Ausbildung muss längst nicht Schluss sein, man kann sich immer weiterbilden - und sogar Brotkönigin werden." Auch im eigenen Betrieb soll der Titel sichtbar werden: mit Plakaten, Social Media und einer Brotverkostung. "Ich möchte die Menschen für Brot begeistern."  

Bäcker – ein Traum seit Kindergartentagen

Auch Leon Kirchner im Interview mit dem WDR. Foto: © BIV WestAuch Leon Kirchner im Interview mit dem WDR. Foto: © BIV West

Auch Leon Kirchner plant die Selbstständigkeit und möchte die Bäckerei, in der er arbeitet, 2027 übernehmen. Der 28 Jahre alte Familienvater hat seine Begeisterung für das Bäckerhandwerk schon früh entdeckt: Bereits im Kindergarten faszinierte ihn der Beruf, als er bei einem Ausflug in eine kleine Bäckerei Krokodile aus Hefeteig flechten durfte.

Mit 13 absolvierte er sein erstes Praktikum in einer Bäckerei. Später absolvierte er seine Ausbildung in der Bäckerei Voss-Mühle in Meinerzhagen im Westen des Sauerlands (NRW). Anschließend sammelte er in zwei weiteren Betrieben zusätzliche Erfahrungen und machte dann seinen Meister an der Ersten Deutschen Bäckerfachschule in Olpe.

Heute ist Leon Kirchner zurück in der Bäckerei Voss-Mühle, lernt den Betrieb intensiv kennen und verfolgt ein klares Ziel: 2027 möchte er sich selbstständig machen und die Bäckerei Voss-Mühle übernehmen.

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Text: / handwerksblatt.de

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