Der ZDH unterstützt grundsätzlich das Ziel, den Ausbau von Anlagen besser mit dem Netzausbau zu synchronisieren und das Netzanschlussverfahren zu modernisieren.

Der ZDH unterstützt grundsätzlich das Ziel, den Ausbau von Anlagen besser mit dem Netzausbau zu digitalisieren und das Netzanschlussverfahren zu modernisieren. (Foto: © mikkiorso/123RF.com)

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Netzanschluss-Reformen: Handwerk sieht Nachbesserungsbedarf

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks begrüßt die geplanten Reformen beim Netzanschluss, mahnt aber Verbesserungen bei Entschädigungen, Digitalisierung und Bürokratieabbau an.

Das Bundeswirtschaftsministerium will den Boom bei erneuerbaren Energien, Großspeichern und Großverbrauchern mit den verfügbaren Netzkapazitäten synchronisieren. Es hat einen entsprechenden Referentenentwurf veröffentlicht. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat dazu eine Stellungnahme abgegeben.

Modernisierung und neue Priorisierung

Die neue Ausrichtung sieht eine Abkehr vom bisher häufig eingesetzten Windhundprinzip (oder auch "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst") vor. Stattdessen sollen künftig gesetzliche Kriterien die Reihenfolge der Netzanschlussbegehren bestimmen.

Verteilernetzbetreiber müssen digitale Netzanschlussportale einrichten. Dadurch sollen Antragstellung, Kommunikation und Bearbeitung transparenter und schneller werden. In besonders belasteten Netzgebieten können kapazitätslimitierte Netzgebiete ausgewiesen werden. Dort könnten Netzanschlüsse nur mit zusätzlichen Einschränkungen und besonderen Bedingungen möglich sein.

ZDH unterstützt die Pläne, übt aber auch Kritik

Der ZDH unterstützt grundsätzlich das Ziel, den Ausbau von Anlagen besser mit dem Netzausbau zu synchronisieren und das Netzanschlussverfahren zu modernisieren. Die zunehmende Überlastung der Netzbetreiber durch eine Vielzahl an Anschlussbegehren sei für Handwerksbetriebe im Tagesgeschäft unmittelbar spürbar: Lange Bearbeitungszeiten bei Netzanschlussbegehren verzögerten die Inbetriebnahme von Anlagen und gefährdeten die Auftragsabwicklung der ausführenden Betriebe, so der ZDH.

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Positiv bewertet der Verband daher die Abkehr vom Windhundprinzip. Mit der Einführung von Priorisierungsmöglichkeiten bei knappen Kapazitäten gewinne zugleich die Gestaltung der Auswahlkriterien erheblich an Bedeutung. Der ZDH begrüßt auch die geplante Einführung digitaler Netzanschlussportale sowie die größere Transparenz bei Netzanschlusskapazitäten.

Allerdings sieht der Verband kritisch, dass die Einschränkung von Entschädigungsansprüchen in kapazitätslimitierten Netzgebieten die Planungssicherheit für Betriebe, Verbraucherinnen und Verbraucher verringern könnte. Solange die Höhe möglicher Entschädigungs-Verzichte offen bleibe, sei eine verlässliche Wirtschaftlichkeitsberatung kaum möglich. Digitale Verfahren könnten nur dann entlasten, wenn sie bundesweit einheitlich und vollständig digital umgesetzt werden, so der ZDH. Verschiedene Anforderungen der Netzbetreiber würden den Bürokratieabbau deutlich erschweren.

Der ZDH fordert außerdem, die Interessen kleiner und mittlerer Betriebe besser zu berücksichtigen. Bei kleineren Projekten seien vereinfachte Verfahren, reduzierte Nachweispflichten und geeignete Bagatellgrenzen notwendig.

Bei Priorisierungen der Anschlusswünsche ist laut ZDH außerdem die Versorgungssicherheit Kritischer Infrastrukturen und ihrer Liefer- sowie Wertschöpfungsketten zu beachten.

Quelle: ZDH

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Text: / handwerksblatt.de

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