"Ohne Handwerk hätten wir kein funktionierendes Gemeinwesen. Das Handwerk ist unverzichtbar für zentrale Zukunftsaufgaben wie Energiewende, Wohnungsbau, Digitalisierung und Infrastruktur", sagt Wirtschaftsminister Dirk Panter.

"Ohne Handwerk hätten wir kein funktionierendes Gemeinwesen. Das Handwerk ist unverzichtbar für zentrale Zukunftsaufgaben wie Energiewende, Wohnungsbau, Digitalisierung und Infrastruktur", sagt Wirtschaftsminister Dirk Panter. (Foto: © Sergii Moskaliuk/123RF.com)

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Landtag in Sachsen verabschiedet Aktionsplan Handwerk

Der Aktionsplan Handwerk umfasst 16 Maßnahmen in den Bereichen Berufsorientierung, Ausbildung, Meisterqualifikation und Bürokratieabbau. Der Sächsischen Handwerkstag hofft auf eine schnelle Umsetzung des Pakets.

Der Landtag in Sachsen hat den von den Fraktionen der CDU, SPD und Grünen eingebrachten Aktionsplan Handwerk beschlossen. Der Plan enthält 16 Maßnahmen zur Stärkung des Handwerks, dazu gehören die Erhöhung des Meisterbonus von 2.000 auf 3.000 Euro, der Ausbau der Berufsorientierung und eine Initiativen zu einem freiwilligen Jahr im Handwerk.

"Ohne Handwerk hätten wir kein funktionierendes Gemeinwesen. Das Handwerk ist unverzichtbar für zentrale Zukunftsaufgaben wie Energiewende, Wohnungsbau, Digitalisierung und Infrastruktur", betont Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). Zusammen mit Industrie, Mittelstand und Start-ups sorge das Handwerk dafür, dass Sachsen innovationsfähig und wirtschaftlich stark bleibe. Das Handwerk sei ein zentraler Bestandteil der sächsischen Wirtschaft.

Stärkung der Ausbildungsinfrastruktur

Ein Schwerpunkt des Aktionsplans liege auf der Stärkung der Ausbildungsinfrastruktur. Über den Sachsenfonds soll eine verbindliche Investitionsoffensive für überbetriebliche Ausbildungszentren finanziert werden. "Digitalisierung, neue Werkstoffe, Energieeffizienz: wer die Fachkräfte von morgen ausbilden will, muss heute investieren", sagt Panter.

Auch die Attraktivität der beruflichen Bildung soll gesteigert werden. Die Erhöhung des Meisterbonus auf 3.000 Euro sei dabei ein wichtiger Baustein: "Meisterinnen und Meister sind für die sächsische Wirtschaft unverzichtbar. Sie gründen oder übernehmen Betriebe, schaffen Arbeitsplätze und sichern den eigenen Fachkräftenachwuchs über die duale Ausbildung", so Panter. 

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Weitere Schritte zur Entlastung der Betriebe

Der Minister kündigte weitere Schritte zur Entlastung der Betriebe an. "Handwerksbetriebe verbringen zu viel Zeit mit Formularen. Wir werden die Modernisierung, Digitalisierung und Entbürokratisierung deshalb konsequent fortsetzen – etwa durch das Once-Only-Prinzip und weniger Berichtspflichten." Bürger und Unternehmen müssten ihre Daten dann nur noch einmal übermitteln.

16 Maßnahmen

  1. Investitionsoffensive über den Sachsenfonds, unter Beachtung der Fördervoraussetzungen des Gesetzes zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen und des Sachsenfonds-Gesetz, um die Ausbildungsinfrastruktur im Handwerk zu stärken,
  2. landesweiter Investitionsplan, der bis zum Jahr 2030 zur Modernisierung, Erweiterung und technischen Ertüchtigung beruflicher Ausbildungsstätten führt, 
  3. Mittel des Sachsenfonds, Eigenmittel der Handwerkskammern und gegebenenfalls weitere Mittel, wie Bundes- oder Landesmittel, auf Basis der geltenden Förderbestimmungen bündeln und deren Einsatz aufeinander abstimmen,
  4. Bedarfsabfragen bei Schülern, Schulträgern und Kammern prüfen und darlegen, welche Bedarfe an Wohnen für die Ausbildung im Handwerk in Sachsen bestehen und inwieweit zur Deckung dieser Bedarfe Mittel des Programms "Junges Wohnen" mit Schwerpunkt für Auszubildende eingesetzt werden können,
  5. Ergebnisse der Evaluation des Teilschulnetzplanes für die berufsbildenden Schulen im Freistaat Sachsen und die Fortschreibung dieses Teilschulnetzplanes und den infrastrukturellen Bedarf der beruflichen Bildung bei der Mittelplanung  berücksichtigen,
  6. für Planung, Antragstellung, Bewilligung, Mittelabruf und Verwendungsnachweisprüfung der über den Sachsenfonds ausgereichten Mittel einfache, transparente und zügige Verfahren sicherstellen,
  7. den Landtag über den Stand der Investitionsplanung, Mittelbindung und Umsetzung unterrichten und hierzu in den Jahren 2027 bis 2032 einen jährlichen Bericht jeweils vorlegen,
  8. den Meisterbonus für alle ab dem Jahr 2026 erfolgreich abgelegten Meisterabschlüsse auf 3.000 Euro zu erhöhen und eine einfache, transparente und zügige Umsetzung sicherstellen,
  9. eine Facharbeitsgruppe unter Beteiligung der Kammern und Gewerkschaften als Organisationen der Wirtschafts- und Sozialpartner einsetzen, die für die Zukunft ein dauerhaftes Verfahren zur bürokratiearmen Ausgestaltung der Kostenbeteiligung des Freistaates an der Meisterausbildung in Sachsen erarbeiten,
  10. sich gegenüber dem Bund für die Gleichberechtigung beruflicher und akademischer Bildung einsetzen,
  11. die Fortführung der bereits erfolgreich etablierten Angebote der Berufsorientierung im Handwerk, wie Praxisberater, Potenzialanalyseverfahren, Werkstatttage, entsprechend Bedarfs- und Haushaltslage ermöglichen und prüfen, inwiefern geeignete berufsorientierende Maßnahmen des Handwerks weiterentwickelt und verstetigt werden können,
  12. sich gegenüber dem Bund dafür einzusetzen und entsprechende Bundesratsinitiativen unterstützen, dass es die Möglichkeit eines freiwilligen Jahres im Handwerk gibt,
  13. die Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung besonders in Engpassberufen mit hohem Fachkräftebedarf sowie bei der internationalen Fachkräftegewinnung und -integration unterstützen,
  14. die Maßnahmen in den Bereichen Berufsorientierung und Fachkräftegewinnung im Rahmen einer jährlich stattfindenden Veranstaltung mit den Handwerkskammern bilanzieren;
  15. die Bemühungen zur Modernisierung, Digitalisierung und Entbürokratisierung, auch mit dem Blick auf das Handwerk, konsequent fortsetzen und dabei zu prüfen, inwiefern Handwerksunternehmen bei statistischen Berichtspflichten  nach dem Once-Only-Prinzip entlastet werden können,
  16. kleine und mittlere Handwerksbetriebe, in Abstimmung mit den Handwerkskammern, bei der Umsetzung einer IT-Sicherheitsinitiative unterstützen.

Wichtiger Impuls für das Handwerk in Sachsen

Panter kündigt an, den Aktionsplan trotz angespannter Haushaltslage umsetzen zu wollen. Das Handwerk in Sachsen begrüßt das. Der Aktionsplan Handwerksei ein wichtiger Impuls für das Handwerk in Sachsen, erklärt Andreas Brzezinski, Sprecher des Geschäftsführerkollegiums des Sächsischen Handwerkstags. "Es war unser Ansinnen, eine Vielzahl an Maßnahmen in einem Gesamtkonzept zu bündeln."

Jetzt komme es darauf an, die Punkte zeitnah, bürokratiearm und pragmatisch umzusetzen. Brzezinski: "Die Konjunkturdaten zeigen, unter welchem immensen Druck die Unternehmen stehen. Sie brauchen bei der Bürokratie schnell Entlastung, die spürbar in den Betrieben ankommt. Mittelfristig stehen rund 19.000 Unternehmen im Freistaat Sachsen zur Übergabe an. Eine Stärkung der Meisterausbildung hilft dabei, die Gründer und Nachfolger von morgen zu finden."

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Text: / handwerksblatt.de

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