Neue Botschafterin des Deutschen Brotes ist Katarina Barley

Neue Botschafterin des Deutschen Brotes ist Katarina Barley. (Foto: © Zentralverband des Bäckerhandwerks)

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Europaabgeordnete ist neue Brotbotschafterin: Katarina Barley

Die neue Botschafterin des Deutschen Brotes ist Katarina Barley. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Mitglied des SPD-Parteivorstandes ist für das Bäckerhandwerk ein wichtiger Draht zur EU.

Zum Tag des Deutschen Brotes am 5. Mai ernennt der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks traditionell einen neuen Brotbotschafter oder eine Brotbotschafterin. In diesem Jahr ist es die Europaabgeordnete Katarina Barley (SPD). Während ihrer Amtszeit will sie sich für die Deutschen Brotkultur einsetzen und das Bäckerhandwerk im In- und Ausland repräsentieren.

"Für mich ist das Bäckerhandwerk ein Ausdruck von deutscher Kultur. Diese Qualität und Vielfalt an Brotspezialitäten gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Als Brotbotschafterin möchte ich den Interessen der Bäcker in Europa Gehör verschaffen", sagte Barley gegenüber dem Zentralverband. Siehe Interview unten

Die EU wird für das Bäckerhandwerk immer wichtiger

Katarina Barley möchte sich für die Interessen des Bäckerhandwerks auf europäischer Ebene einsetzen. Für die Fotografen holte sie die Brote aus dem Ofen. Foto: © Zentralverband des BäckerhandwerksKatarina Barley möchte sich für die Interessen des Bäckerhandwerks auf europäischer Ebene einsetzen. Für die Fotografen holte sie die Brote aus dem Ofen. Foto: © Zentralverband des Bäckerhandwerks

Vor allem das Thema Fachkräftemangel liege ihr am Herzen: "Mein größtes Anliegen ist es, die inhabergeführten Bäckereien zu unterstützen. Viele hören auf, auch weil sie keine Nachfolge finden. Ich möchte dafür werben, dieses so wichtige Handwerk zu erlernen. Künstliche Intelligenz wird viele Berufe radikal verändern, manche überflüssig machen. Jetzt ist wieder die Zeit der handwerklichen Ausbildungsberufe."

Man sei stolz, dass die Europaabgeordnete als neue Brotbotschafterin gewonnen werden konnte, betonte Bäckerpräsident Roland Ermer: "Mit Katarina Barley konnten wir eine engagierte Politikerin für das Ehrenamt gewinnen, die hervorragend im europäischen Kontext vernetzt ist. Die EU wird auch für uns immer wichtiger, da ein Großteil der Regulierung aus Brüssel kommt. Umso wichtiger ist es, dort eine Ansprechpartnerin zu haben.  

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Die neue Brotbotschafterin Katarina Barley hat dem Zentralverband des Bäckerhandwerks ein Interview gegeben:

Zentralverband: Warum ist das Bäckerhandwerk in Deutschland so wichtig? 

Katarina Barley: Für mich ist das Bäckerhandwerk ein Ausdruck von Deutscher Kultur. Diese unglaubliche Qualität und Vielfalt an Brotspezialitäten gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Auf diese Tradition und Ursprünglichkeit kann das Bäckerhandwerk stolz sein. Brot ist für mich das Grundnahrungsmittel schlechthin.

Zentralverband:  Welche Rolle spielt das Deutsche Bäckerhandwerk in Europa? 

Barley: In Europa und in der ganzen Welt spricht man vom deutschen Brot. Direkt vor dem Europäischen Parlament in Brüssel ist donnerstags Markt und dort ist auch ein überaus beliebter Stand, der deutsches Brot verkauft. Deutsches Brot hat überall einen guten Ruf und deutsche Bäckereien im Ausland sind sehr beliebt. Die deutschen Innungen und Verbände spielen eine wichtige Rolle in der Interessenvertretung und sind hier ein Vorbild für ganz Europa.

Zentralverband: Was sind Ihre Ziele als Brotbotschafterin? 

Barley: Ich möchte auf den sehr guten Ruf des deutschen Bäckerhandwerks aufbauen und diese einmalige Brotkultur auch weiter nach Europa tragen. Vor allem möchte ich aber den Bäckern zuhören und ihren Anliegen und Sorgen in Europa Gehör verschaffen, beispielsweise im Bereich Bürokratieabbau oder Energieversorgung. Und mein größtes Anliegen ist es, die inhabergeführten Bäckereien zu unterstützen. Viele hören auf, auch weil sie keine Nachfolge finden. Ich möchte dafür werben, dieses so wichtige Handwerk zu erlernen.

Zentralverband: Warum ist es wichtig, sein Brot beim regionalen Handwerksbäcker zu kaufen? 

Foto: © Zentralverband des BäckerhandwerksFoto: © Zentralverband des BäckerhandwerksBarley: Ich finde es generell wichtig, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Man kann nicht immer nur online oder industriell einkaufen und dann erwarten, dass vor Ort die Versorgungsstrukturen, aber auch die Ausbildungs- und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Uns allen sollte daran gelegen sein, die Wirtschaft lokal zu unterstützen und so Arbeitsplätze vor Ort langfristig zu sichern. Die regionale Wertschöpfung spielt auch darüber hinaus eine wichtige Rolle, wie die Zusammenarbeit mit den heimischen Landwirten oder einer Mühle in der Nähe. Viele Menschen werden sich erst dann bewusst, wie wichtig dezentrale Strukturen sind, wenn sie verschwunden sind. In dem Dorf, in dem ich lebe, hat die Bäckerei mangels Nachfolge vor kurzem zugemacht. Da fallen auch ein wichtiger Treffpunkt und ein Teil des Dorflebens weg. Als meine Kinder im Kindergarten waren, haben sie die lokale Bäckerei besucht und begeistert gelernt, wo unser Brot herkommt. Es ist wichtig, dass wir den Bezug zur Produktion unserer Lebensmittel behalten und dass Brot nicht einfach nur aus einem Supermarktregal kommt. Das ist eine Frage der Wertschätzung. Und natürlich zählt auch der kulturelle Aspekt: Die Brotkultur bleibt schließlich nur lebendig und erhalten, wenn  Bäckerinnen und Bäcker die unternehmerische Freiheit haben, das Brot zu backen, was ihre Kundschaft liebt und gerne kauft.

Zentralverband: Das Bäckerhandwerk ist eine energieintensive Branche und fordert von der Politik daher bezahlbare Energiepreise sowie Planungs- und Investitionssicherheit. Was kann die Europäische Union dazu beitragen? 

Barley: Die Europäische Union ist dabei, endlich einen richtigen Energiebinnenmarkt herzustellen. Wir haben in den einzelnen Ländern sehr unterschiedliche Energieformen: Ein Land hat sehr viel Wasserenergie, andere Länder haben ihren Fokus auf Atomenergie und wir sind gut in den erneuerbaren Energien. Es muss uns viel besser gelingen, diese Stärken zusammenzubinden, denn wir brauchen einander. Die Franzosen brauchen uns, wenn es zu heiß für das Kühlwasser ihrer Atomwerke ist, wir brauchen Unterstützung, wenn die Sonne nicht scheint. Der Plan ist ein unbürokratischer europäischer Energiemarkt ohne Hindernisse. Da müssen wir noch viel besser werden und noch enger zusammenarbeiten, um die Energiepreise dauerhaft senken zu können.

Quelle: Zentralverband des Bäckerhandwerks

Wer war alles schon Brotbotschafter? 

Brotbotschafter Lars Klingbeil Foto: © Zentralverband BäckerhandwerkBrotbotschafter Lars Klingbeil Foto: © Zentralverband Bäckerhandwerk

Brotbotschafter 2025 war ZDH-Präsident Jörg Dittrich

Brotbotschafterin 2024 war CSU-Politikerin und künftige Bundesministerin für Forschung und Raumfahrt Dorothee Bär

Brotbotschafter 2023 war der künftige Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD)

Brotbotschafterin 2022 war Gitta Connemann von der CDU

Brotbotschafterin 2021 war Schauspielerin Almila Bagriacik

Brotbotschafter 2020 waren im Corona-Jahr alle deutschen Innungsbäcker

Brotbotschafter 2019 war der damalige FDP-Chef Christian Lindner

Brotbotschafter Christian Lindner Foto: © Zentralverband des Deutschen BäckerhandwerksBrotbotschafter Christian Lindner Foto: © Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks

Brotbotschafterin  2018 war die Autorin und Moderatorin Enie van de Meiklokjes

Brotbotschafter 2017 war der Grünen-Politiker Cem Özdemir 

Brotbotschafter 2016 war der Schauspieler Simon Licht

Brotbotschafter 2015 war der damalige Chefs des Bundeskanzleramtes Minister Peter Altmaier (CDU)

Brotbotschafter 2014 war Koch Tim Mälzer 

Brotbotschafter 2013 waren Schauspieler Simon Gosejohann und Politiker Michael Glos (CSU)

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Text: / handwerksblatt.de

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