2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, so wenig wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, so wenig wie seit über zehn Jahren nicht mehr. (Foto: © Dimitry Kalinovsky/123RF.com)

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"Bauen ist Konjunkturpolitik"

Die Sozialpartner der Bauwirtschaft haben eine gemeinsame Position "Bauen ist Konjunkturpolitik – Wie die Bauwirtschaft Deutschland aus der Stagnation führen kann und was dafür nötig ist" veröffentlicht.

Im Kanzleramt kommen Vertreter der Bundesregierung und der Sozialpartner zusammen, um darüber zu sprechen, wie die Wirtschaftsschwäche in Deutschland zu überwinden ist. Nach der Rezession in den Jahren 2023 und 2024 und dem Minimalwachstum im vergangenen Jahr müsse die Wirtschaft wiederbelebt werden.

Die schwache Konjunktur schlage sich auch in einer größer werdenden Wohnungsnot nieder, sagen die Sozialpartner der Bauwirtschaft. Auch um dieses Problem zu lösen, müsse der Wirtschaftsmotor wieder anspringen. Die Bauwirtschaft kann dabei eine wichtige Rolle spielen: "Sie verbindet Wachstum, Beschäftigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt wie kaum ein anderer Sektor."

Bauwirtschaft als Konjunkturmotor

PositionspapierHier finden Sie das ausführliche Papier: "Bauen ist Konjunkturpolitik – Wie die Bauwirtschaft Deutschland aus der Stagnation führen kann und was dafür nötig ist".Zu den anstehenden Gesprächen der Politik mit Arbeitgebern und Gewerkschaften haben die Sozialpartner der Bauwirtschaft der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, eine gemeinsame Position "Bauen ist Konjunkturpolitik – Wie die Bauwirtschaft Deutschland aus der Stagnation führen kann und was dafür nötig ist" veröffentlicht.

Laut aktueller Prognose des Sachverständigenrats wird das Wirtschaftswachstum 2026 nur noch 0,5 Prozent betragen. Hauptursachen seien gestiegene Energiepreise und internationale Handelskonflikte. Gleichzeitig wurden 2025 mit nur 206.600 Wohnungen so wenige fertiggestellt wie seit über zehn Jahren nicht mehr – der Bedarf liege bei etwa 400.000 jährlich.

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Freie Kapazitäten für schnellen Aufschwung

Die Bauwirtschaft beschäftige rund 2,6 Millionen Menschen und generiere pro Jahr über 150 Milliarden Euro Wertschöpfung. "Aktuell bestehen im Hoch- und Tiefbau freie Kapazitäten, die kurzfristig für neue Projekte genutzt werden können. Wissenschaftliche Studien zeigen: Jeder investierte Euro in den Bau löst einen volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekt von 1,3 bis 1,5 aus – deutlich mehr als konsumorientierte Maßnahmen."

Um die Bauwirtschaft als Konjunkturmotor zu nutzen, schlagen die Verbände diese Maßnahmen vor:

  • KfW-Förderprogramm für klimafreundliche Neubauten (EH 55) verlängern und verbessern: Mit günstigen Zinsen und flexiblen Tilgungsmodellen sollen mehr Bauprojekte angestoßen werden.
  • Sonderabschreibung (AfA) anpassen: Die Förderung für Mietwohnungsbau soll auf den Effizienzhaus-Standard 55 ausgedehnt werden.
  • Bauüberhang aktivieren: Für die rund 453.000 genehmigten, aber noch nicht begonnenen Wohnungen sollen zeitlich befristete Sonderkonditionen gelten.
  • Grunderwerbsteuer-Freibetrag und KfW-Nachrangdarlehen: Diese Instrumente erleichtern Haushalten mit mittlerem Einkommen den Erwerb von Wohneigentum.
  • Sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau ausweiten: Die Finanzmittel des Bundes und der Länder sollen verstetigt und ausgebaut werden.
  • Infrastruktur modernisieren: Investitionen in Verkehr, Energie und Digitalisierung sind Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität.
  • Faire Wettbewerbsbedingungen sichern: Schwarzarbeit und Sozialdumping müssen konsequent bekämpft werden.
  • Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen: Digitalisierung und bundesweite Anerkennung von Typengenehmigungen sind zentrale Hebel.

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Text: / handwerksblatt.de

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