Wohnungsneubau 2025: Rückgang um 18 Prozent
Im vergangenen Jahr wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das sind deutlich weniger als 2024. Der ZDB fordert die Politik zum Handeln auf, um 2027 eine Trendwende zu schaffen.
Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen für das Jahr 2025 mit 206.600 Einheiten deutlich niedriger als im Vorjahr. Das ist ein weiterer Rückgang um 18 Prozent gegenüber den knapp 251.900 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2024 und der niedrigste Wert seit über zehn Jahren. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) warnt vor weiterem Einbruch für das laufende Jahr. Der Bauüberhang, also die Zahl aller genehmigten Bauvorhaben, die noch nicht fertiggestellt wurden, lag Ende 2025 bei 760.700 Einheiten. Damit bleibt auf ähnlichem Niveau wie 2024 (759.700 Einheiten).
Die Fertigstellungszahlen seien bitter, aber nicht überraschend, sagt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Sie seien die direkte Folge des Genehmigungseinbruchs, der 2022 begann und 2024 mit nur 215.300 genehmigten Wohnungen seinen Tiefpunkt erreichte. "Was heute fertig wird, wurde vor zwei bis drei Jahren genehmigt. Hinter diesen Zahlen stehen Hunderttausende Familien, die keine bezahlbare Wohnung finden. Die Durststrecke bei den Fertigstellungen ist noch nicht vorbei. Die Genehmigungen der Jahre 2023 und 2024, mit 260.100 und 215.300 die schwächsten seit über einem Jahrzehnt, kommen jetzt als Fertigstellungen am Markt an."
Stagnation auf niedrigem Niveau
Auf Basis der Genehmigungsentwicklung rechnet der ZDB für 2026 mit einer Stagnation auf niedrigem Niveau bei 210.000 bis 220.000 Wohnungen. Pakleppa: "Der Bauüberhang ist aufschlussreich, denn 760.700 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen zeigen das brachliegende Potenzial. Das sind Projekte, die nach der Genehmigung an der Finanzierung hängen, und denen die gestiegenen Zinsen und Materialpreise zu schaffen machen. Es gibt aber einen Lichtblick: 2025 wurden 238.100 Wohnungen genehmigt. Das sind 10,6 Prozent mehr als im Vorjahr, der erste Anstieg seit 2021."
Im März 2026 kamen weitere 21.800 Genehmigungen hinzu, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Trend zeige in die richtige Richtung. "Aber wir sind weit vom Bedarf entfernt: Für den deutschen Wohnungsmarkt bräuchten wir rund 400.000 Genehmigungen jährlich. Selbst wenn wir dieses Ziel ab sofort erreichten, wäre die Wirkung auf die Fertigstellungen frühestens 2028 spürbar." Um den Wohnungsbau zu beleben und ab 2027 eine Trendwende einzuleiten, müsse die Politik jetzt auf drei Ebenen handeln.
Forderungen des ZDB:
- Die Politik müsse die Nachfrage stärken: Die Sonder-AfA im Mietwohnungsbau müsse so schnell wie möglich auf den EH-55-Standard ausgeweitet werden. Der Gebäudetyp E müsse bis zum Sommer verfügbar sein.
- Der Bauüberhang müsse abgebaut werden: Finanzierungshürden müssten gesenkt werden, damit genehmigte Projekte endlich realisiert werden.
- Es brauche eine einheitliche Baubeginn-Statistik. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung lägen zwei bis drei Jahre, in denen es einen statistischen Blindflug gebe. Ohne diese Daten lasse sich der Bauüberhang nur unvollständig einordnen. Auch lasse sich die Wirksamkeit politischer Maßnahmen nicht messen.
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Text:
Lars Otten /
handwerksblatt.de
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