"Mit unseren Veröffentlichungen schaffen wir dafür eine fundierte Grundlage, Räumen mit Mythen auf und zeigen, wo in der Versorgungspraxis der Schuh drückt", erklären die WvD-Generalsekretäre Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer.

"Mit unseren Veröffentlichungen schaffen wir dafür eine fundierte Grundlage, Räumen mit Mythen auf und zeigen, wo in der Versorgungspraxis der Schuh drückt", erklären die WvD-Generalsekretäre Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer. (Foto: © Ledda Maria Rita/123RF.com)

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Neue Zahlen zur Hilfsmittelversorgung

"Wir versorgen Deutschland" hat Zahlen seiner Branchenumfrage veröffentlicht, die Einblicke in die Lage der Hilfsmittelversorgung geben. Sie seien eine belastbare Datengrundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen.

Das Bündnis "Wir versorgen Deutschland" (WvD), dazu gehört der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, hat neben einer Broschüre mit dem Titel "Zahlen, Daten, Fakten 2026" die Ergebnisse seiner aktuellen Branchenumfrage veröffentlicht. Beides soll Einblicke in die Lage der Hilfsmittelversorgung geben und so eine Datengrundlage für die aktuelle gesundheitspolitische Debatte schaffen.

"Gesundheitspolitische Entscheidungen brauchen belastbare Fakten statt undifferenzierter Debatten. Mit unseren Veröffentlichungen schaffen wir dafür eine fundierte Grundlage, Räumen mit Mythen auf und zeigen, wo in der Versorgungspraxis der Schuh drückt", erklären die WvD-Generalsekretäre Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer.

DownloadsDie Ergebnisse der WvD-Branchenumfrage 2026 können Sie hier herunterladen.
Die WvD-Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten 2026“ können Sie hier herunterladen.
Einzelgrafiken der Umfrageergebnisse können Sie hier herunterladen.
Wie wichtig eine faktenbasierte Diskussion ist, zeige die Debatte um das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Daten der Broschüre belegen laut WvD: Die Hilfsmittelversorgung seit trotz steigender Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung kein Kostentreiber des Gesundheitssystems. Ihr Anteil an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibe seit Jahren stabil und lag 2025 nur bei 3,1 Prozent.

Eingriffe in die Versorgung

Dennoch sehe der Gesetzentwurf der Bundesregierung massive Eingriffe in die Versorgung vor. Dazu gehöre eine pauschale Kürzung bestehender Vergütungsvereinbarungen um drei Prozent. Aus Sicht von WvD stehen diese Maßnahmen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Kostenentwicklung im Hilfsmittelbereich.

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Die Broschüre weise auch auf die enorme Bürokratielast in der Versorgung hin: Bei der Versorgung mit einer konventionellen Kniebandage stünden 22 Minuten direkter Versorgungszeit bereits heute 31 Minuten bürokratischer Aufwand gegenüber. Zwei Drittel der Unternehmen geben in der Umfrage an, mittlerweile mehr als 30 Prozent ihrer Betriebszeit für bürokratische Aufgaben aufzuwenden.

Als größte Belastungen nennen die Betriebe die Vielzahl unterschiedlicher Verträge mit Krankenkassen sowie umfangreiche Dokumentationspflichten. Das sei ein klarer Handlungsauftrag an die Politik, bei diesen Punkten endlich tätig zu werden. Auch der Fachkräftemangel bleibt laut Umfrage eine Herausforderung für die Versorgungssicherheit: Drei Viertel der Unternehmen erwarten mittelfristig eine weitere Verschärfung der Situation.

Rahmenbedingungen für die Branche verbessern

Im Bereich Digitalisierung zeige die Erhebung ebenfalls Defizite auf. Besonders fehlende einheitliche Schnittstellen, Medienbrüche und die laut WvD unzureichende Einbindung der Hilfsmittelversorgung in das E-Rezept bremsten effiziente digitale Prozesse aus. "Unsere Zahlen zeigen klar: Die Hilfsmittelversorgung ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem. Wenn die Politik die Versorgung sichern, Bürokratie abbauen und Innovation ermöglichen will, muss sie die Rahmenbedingungen für die Branche endlich konsequent verbessern“, fordern Abel und Schweer.

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Text: / handwerksblatt.de

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