Rinaldo Mohr (2.v.l.) ist frischgebackener Metallbauer bei der Walter Viet Stahl- und Metallbau GmbH. Er zeigt den Besuchern den Betrieb.

Rinaldo Mohr (2.v.l.) ist frischgebackener Metallbauer bei der Walter Viet Stahl- und Metallbau GmbH. Er zeigt den Besuchern den Betrieb. (Foto: © HWK Dortmund)

Metallbauer: Einblick in spannenden Berufsalltag

Die Handwerkskammer Dortmund, die Agentur für Arbeit Dortmund und die Dezernentin für Schule, Jugend und Familie werben für die duale Ausbildung.

Anfang August beginnt offiziell das neue Ausbildungsjahr. Auch dieses Mal sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf dem Ausbildungsmarkt deutlich spürbar. Viele Lehrstellen sind noch unbesetzt, weil der Lockdown und der eingeschränkte Schulbesuch die Berufswahl- und Bewerbungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt verlangsamt oder sogar zum Erliegen gebracht haben. Bei einem Betriebsbesuch bei der Walter Viet Stahl- und Metallbau GmbH in Dortmund-Aplerbeck haben Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Dortmund (HWK), Daniela Schneckenburger, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie und Heike Bettermann, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Dortmund, gemeinsam für den Start in die duale Ausbildung geworben. 

"Im Handwerk gibt es noch sehr viele offene Lehrstellen. In Dortmund sind noch 223 Ausbildungsplätze in jeglichen Bereichen zu besetzen. Von Anlagenmechaniker bis Zahntechniker ist alles dabei", schilderte HWK-Geschäftsführerin Olesja Mouelhi-Ort die Situation auf dem Ausbildungsmarkt für das Handwerk. Corona habe die Stimmung gedämpft, viele Matchingprozesse konnten nicht stattfinden. Allerdings habe sich der Ausbildungsmarkt nach dem Corona-bedingten Dämpfer aktuell wieder etwas stabilisiert. Im Vergleich zum Vorjahr gebe es für die Stadt Dortmund ein Plus von rund 50 Prozent zu verzeichnen. "Die Betriebe suchen jedoch weiterhin händeringend nach Nachwuchs und der Fachkräftebedarf ist riesig. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist ungebrochen und es sind sehr viele noch offene Ausbildungsplätze zu vergeben." Die HWK-Geschäftsführerin appellierte an die jungen Menschen, sich zu bewerben. Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheidet, habe wirklich gute Chancen, eine passende Stelle zu finden. Bei der Berufswahl und der Lehrstellen- oder Praktikumssuche helfen die HWK-Berater und Vermittler individuell weiter. Auch bei der Erstellung von Bewerbungen gibt es seitens der Kammer Unterstützung. 

Corona als Ausbildungs-Hemmer

Aufgrund Corona und dem teils fehlenden Berufsorientierungsangebot seien viele junge Leute nicht dazu in der Lage, eine Entscheidung für eine Ausbildung zu treffen und gehen stattdessen lieber weiter zur Schule, ergänzte Heike Bettermann, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Dortmund. Insgesamt hätten sich in diesem Jahr beim Jugendberufshaus Dortmund 3.355 Jugendliche für eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das sei ungefähr mit dem Niveau des Vorjahres identisch. "Aber im Vergleich zu 2019, also vor Corona, sind es 470 Jugendliche weniger, die sich für eine Ausbildung interessieren", sagte Bettermann. Die Ausbildungsstellen hingegen seien auf einem sehr hohen Niveau geblieben. Hier gebe es sogar einen leichten Anstieg um 31 Stellen auf 3478 zu verzeichnen.

Sehr erfreulich sei, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Dortmund - wenn auch nur leicht - abgenommen hat. Auf einen Bewerber würden aktuell 1,04 Stellen kommen. "Das ist ein Ausgleich, den es Jahrzehnte in Dortmund nicht gab. Diese Relation ist sogar günstiger als in Nordrhein-Westfalen", so Bettermann. Für viele Jugendliche, die noch in diesem Jahr auf der Suche nach einer Ausbildung sind, seien die Chancen daher gut noch einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Insgesamt gebe es in Dortmund noch über 1.000 freie Lehrstellen im Handwerk sowie auch in allen Bereichen. "Der Fachkräftemangel hat das Handwerk längst erreicht. Für die Jugendlichen ist das die Möglichkeit, nach der Schule in eine neue Lebensphase mit neuer Perspektive einzusteigen", ist auch Daniela Schneckenburger, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, überzeugt.

Betriebsführung durch frischgebackenen Metallbauer

Nach der offiziellen Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmarktzahlen für Dortmund führte der frischgebackene Metallbauer Rinaldo Mohr, der erst im Januar erfolgreich seine Abschlussprüfung abgeschlossen hat und nahtlos von der Walter Viet Stahl- und Metallbau GmbH übernommen wurde, die Gäste durch den Betrieb. An verschiedenen Stationen demonstrierte er den Zuschauern vor Ort und vor auf dem Instagramkanal von Dortmund at work ganz praktisch, was jeden Tag zu tun ist. HWK-Geschäftsführerin nutze ebenfalls die Chance, ihr handwerkliches Geschick auszutesten.

Auch Christian Sprenger, Geschäftsführer der Walter Viet Stahl- und Metallbau GmbH und Kreishandwerksmeister, ist noch auf der Suche nach Auszubildenden für dieses Jahr und freut sich über Bewerbungen. Er ermutigte jeden, sich für das Handwerk zu begeistern, auch diejenigen, die vielleicht nicht so ein gutes Zeugnis haben: "Wir stellen im Handwerk Menschen ein und keine Schulnoten. Wichtig sind für uns Motivation und Begeisterung für das, was man mit den Händen schafft."
 
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Text: / handwerksblatt.de

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