Hans-Werner Sander, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Saarbrücken

Hans-Werner Sander, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Saarbrücken (Foto: © Sparkasse Saarbrücken)

Der Banker aus der Handwerkerfamilie

Ein Interview mit Hans-Werner Sander, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Saarbrücken.

Hans-Werner Sander kommt aus einer Handwerkerfamilie und ist selbst handwerklich begabt: Sein Haus hat er zu großen Teilen selbst gebaut. Im DHB-Interview spricht der leidenschaftliche Hobby-Modellbauer darüber, was die Sparkassenorganisation und das Handwerk verbindet und welche persönlichen Projekte er nach seinem Eintritt in den Ruhestand Ende Juli 2021 angehen wird.

DHB: Herr Sander, 1970 haben Sie bei der damaligen Kreissparkasse Saarbrücken Ihre Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen. In den Folgejahren haben Sie sich kontinuierlich weitergebildet und zusehends Verantwortung übernommen. Sehen Sie darin Parallelen zu einer handwerklichen Berufslaufbahn?
Sander: Im Bereich der Ausbildung durchaus. Ähnlich wie ein Meisterschüler habe auch ich die internen Weiterbildungswege unserer eigenen Organisation durchlaufen, statt ein Hochschulstudium zu absolvieren. Meine ersten beiden Weiterqualifizierungen, also die zum Sparkassen-Fachwirt und Sparkassenbetriebswirt könnte man mit der Meisterschule vergleichen. Im dritten Schritt habe ich dann noch ein einjähriges Vollzeitstudium draufgesetzt, um den Abschluss zum diplomierten Sparkassenbetriebswirt zu erlangen, allerdings organisationsintern an der heutigen S Management Akademie in Bonn. Das war bereits damals eine sehr anspruchsvolle Weiterqualifizierung, bei der pro Jahrgang nur 60 bis 70 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet zugelassen wurden. Eine Kaderschmiede, in der fundiertes praktisches Wissen vorausgesetzt wurde. Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich während meiner gesamten Karriere immer wieder auf die Praxiserfahrung zurückgreifen konnte, die ich mir zu Beginn meiner Berufslaufbahn aufgebaut habe. Ich weiß, dass es den allermeisten Handwerkern genauso geht.

DHB: Würden Sie sagen, dass ein beruflicher Werdegang wie Ihrer heute noch genauso möglich ist wie damals?
Sander: Absolut! Um ein Kreditinstitut zu leiten, ist es nicht zwingend Voraussetzung Diplomkaufmann zu sein oder einen Masterabschluss zu haben. Unsere internen Weiterqualifizierungsmöglichkeiten mit der Berufsausbildung als solidem Fundament existieren nach wie vor. Außerdem verfügt unsere Organisation über zahlreiche Fördermöglichkeiten für junge Talente.

DHB: Der erste Kunde der 1858 gegründeten Sparkasse war ein Schuhmachermeister. Was zeichnet die Zusammenarbeit zwischen den saarländischen Sparkassen und den Handwerksbetrieben im Saarland heute aus?
Sander: Uns verbindet eine sehr intensive Zusammenarbeit. Es ist Teil unseres öffentlichen Auftrags, den Mittelstand und somit insbesondere das Handwerk mit Finanzdienstleistungen zu versorgen. Ebenso wie die Handwerksbetriebe vor Ort sind auch die Sparkassen eng mit der Region verbunden. Daher sind unsere Beraterinnen und Berater nah an den Menschen. Sie kennen die Handwerkerfamilien im Saarland in der Regel seit vielen Jahren. Das stärkt die Vertrauensbasis und hilft unseren Fachleuten dabei, fundierten Rat zu geben. Handwerksbetriebe brauchen nicht nur in guten, sondern vor allem in herausfordernden Zeiten passgenaue Beratung. Diesen Anspruch haben wir auch in Corona-Zeiten verfolgt. Die regelmäßige Zusammenarbeit mit den Unternehmensberatern der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) schlägt ebenfalls eine Brücke zwischen den saarländischen Sparkassen und den Handwerksunternehmen im Saarland. Wir empfinden diese Zusammenarbeit, bei der oft auch andere externe Partner wie Steuerberater mit am Tisch sitzen, als konstruktiv und vertrauensvoll.

DHB: Gerade für Existenzgründer im Handwerk ist eine gute Beratung durch die Hausbank essentiell. Wie unterstützen die Sparkassen insbesondere Gründer im Handwerk?
Sander: Bei uns gibt es spezielle Berater für Existenzgründungen, die bestens über die gesamte Palette der Fördermöglichkeiten Bescheid wissen und bei Neugründungen oder Betriebsübernahmen gezielt unterstützen können. Darüber hinaus bieten wir eine Unternehmensbörse an, über wir Unternehmen vorstellen, die zur Übernahme anstehen oder Beteiligungen organisieren. Dieses Vermittlungsangebot stellen wir in Kooperation mit den beiden saarländischen Wirtschaftskammern und der Steuerberaterkammer des Saarlandes bereit.

DHB: Ende Juli sind Sie in den Ruhestand eingetreten. Welche Pläne haben Sie für diesen neuen Lebensabschnitt geschmiedet?
Sander: Ich freue mich sehr darauf, Anfang September endlich mit meiner Frau drei Wochen am Stück Urlaub machen zu können, ohne einem eng getakteten Terminkalender folgen zu müssen. Ich bin leidenschaftlicher Camper und als eines meiner nächsten Ziele steht eine Reise mit dem Wohnmobil ans Nordkap auf dem Fahrplan. Außerdem widme ich mich in der kalten Jahreszeit leidenschaftlich gerne der Arbeit an meiner Modelleisenbahn. Das hat doch auch etwas Handwerkliches. Ehrenamtlich engagiere ich mich zudem im sozial-caritativen Bereich der Kirche und der Caritas. Nach meinem Eintritt in den Ruhestand wird diese Tätigkeit wahrscheinlich noch größeres Gewicht bekommen. Sie sehen: Langweilig wird es mir sicher nicht.

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Text: / handwerksblatt.de

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