Wessen Unternehmen wegen Corona in Schieflage steckt, kann sich an den von der IHK des Saarlandes initiierten "Runden Tisch für KMU" wenden.

Wessen Unternehmen wegen Corona in Schieflage steckt, kann sich an den von der IHK des Saarlandes initiierten "Runden Tisch für KMU" wenden. (Foto: © Tatiana Popova/123RF.com)

Mit Beratung aus der Corona-Schieflage

Das Format "KMU Runder Tisch" will Unternehmen, die wegen Corona in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, durch passgenaue Beratung wieder auf Kurs bringen.

Unter dem Motto: "Wirtschaft hilft Wirtschaft" hat sich auf Initiative der Industrie und Handelskammer des Saarlandes im Rahmen des Förderprojektes "KMU Runder Tisch" ein Verbund an Kooperationspartnern formiert, der vor allem Klein- und Kleinstunternehmen, die aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind, durch akute Krisen- und Interventionsberatung helfen möchte. Als Kooperationspartner am Projekt beteiligt sind neben der IHK die Handwerkskammer des Saarlandes, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, die saarländischen Sparkassen und Volksbanken und die Saarländischen Investitionskreditbank. Durch das neue Beratungsangebot sollen drohende Insolvenzen abgewendet und letztendlich Arbeitsplätze gesichert werden.

Grundlage der Beratung bildet eine betriebswirtschaftliche Schwachstellenanalyse, die von einschlägig geschulten Experten erstellt wird. Bei Bedarf werden anschließend wichtige Akteure wie zum Beispiel Vertreter von Banken, Versicherungen, Steuerberater und Lieferanten eingebunden, um gemeinsam ein tragfähiges Konzept zur Sicherung der Existenz des Unternehmens zu vereinbaren. Im Anschluss besteht zudem die Möglichkeit, über das BAFA-Förderprogramm für Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit einer 90-prozentigen Förderung einen Unternehmensberater zur Seite zu stellen, der den Betrieb bei der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen betreut.

Bewährtes Beratungsformat

Das Beratungsformat kam schon in der Vergangenheit zum Einsatz und habe sich bereits damals bewährt so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé. "In der Wirtschaftskrise 2008/2009 hat sich der ,Runde Tisch‘ als ein effektives und erfolgreiches Instrument erwiesen, um im Einzelfall geeignete Maßnahmen zur Überwindung der wirtschaftlichen Schieflage einzuleiten. Vor dem Hintergrund des mehrmonatigen Lockdowns ist es nun wichtiger denn je, den Fortbestand von unverschuldet in Not geratenen Unternehmen nachhaltig zu sichern. Für diese Unternehmen ist es sehr wichtig, eine zentrale Anlaufstelle mit einem Vertrauenspartner vor Ort zu finden, der diskret und seriös mit allen Beteiligten passgenaue Lösungen zur Überwindung der Krise aufzeigt. Bundesweit einzigartig ist dabei der enge Verbund mit den Sparkassen und Volksbanken, die bei der Problemlösung eine wichtige Schnittstelle darstellen. Ziel ist es, Unternehmen schnell und unbürokratisch zu helfen und dadurch einen erfolgreichen Re-Start nach der Krise zu ermöglichen", informiert Thomé.

HWK-Hauptgeschäftsführer Bernd Reis ist sich sicher, dass sich eine Teilnahme auch für einige Handwerksunternehmen aus einzelnen, von den wirtschaftlichen Folgen der Krise besonders betroffenen Gewerken als Chance erweisen könnte. Das Projekt "KMU Runder Tisch" sei gelebte Dienstleistungskultur für den saarländischen Mittelstand, findet Reis. "Das Handwerk hat sich in der Krise als sehr robust erwiesen. Einzelne Gewerke aber, wie zum Beispiel Friseure, Kosmetiker oder Fotografen, waren von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen. Die aktuellen Probleme der Materialknappheit belasten nun vor allem Betriebe mit vollen Auftragsbüchern. Es sind gerade solche Einflüsse, die Betriebe unverschuldet in eine wirtschaftliche Notlage bringen können. Hier bietet das Projekt KMU Runder Tisch ratsuchenden Betriebsinhabern passgenaue Unterstützung, indem es die Kompetenz verschiedener Akteure an einem Tisch vereint!", fasst Reis die Mehrwerte des Projektes zusammen.

 

Hintergrund und Anträge Die Antragstellung für die Inanspruchnahme der Leistungen im Rahmen des Förderprogramms erfolgt online. In einer Checkliste finden die Antragsteller alle wesentlichen Informationen darüber, welche Unterlagen für eine qualifizierte Einstiegsberatung notwendig sind. Nach Eingang der Unterlagen erhält der Unternehmer oder die Unternehmerin zeitnah ein Erstgespräch mit seinem Fachberater.
Nähere Informationen zum Ablauf des Projektes "KMU Runder Tisch" sowie der Link zur Antragstellung sind auf der Homepage der IHK Saarland, Kennzahl: 2479, verfügbar.
Persönliche Fragen interessierter Handwerksunternehmer beantwortet bei der Handwerkskammer des Saarlandes Unternehmensberater Darius Nadery, der als betriebswirtschaftlicher Experte für die Handwerksammer selbst mit am "runden Tisch" sitzt, telefonisch unter der Nummer 0681 5809293 oder per E-Mail an d.nadery@hwk-saarland.de.

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Text: / handwerksblatt.de

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