Wirtschaftsminister Michael Ebling (links) hat sich bei den Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz (hier in Koblenz) über die aktuelle Lage der Betriebe informiert.

Wirtschaftsminister Michael Ebling (links) hat sich nach seinem Amtsantritt bei den vier Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz (hier Koblenz) über die aktuelle Lage der Betriebe informiert. (Foto: © HwK Koblenz)

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Mittelstand bleibt stark in Rheinland-Pfalz

Kleine und mittlere Unternehmen in Rheinland-Pfalz erwirtschaften 37 Prozent der Gesamtumsätze aller Unternehmen im Land. Das Handwerk ist besonders produktiv.

Der rheinland-pfälzische Mittelstand bleibt eine starke Säule der Wirtschaft im Land. Das zeigt der Mittelstandsbericht 2026/2027, den das Wirtschaftsministerium Ende Oktober veröffentlicht hat. Kleine und mittlere Unternehmen erzielten demnach 2024 rund 119 Milliarden Euro Umsatz. Das waren 37 Prozent der Unternehmensumsätze in Rheinland-Pfalz. Im Bund lag der Anteil nur bei 29 Prozent. Auch das rheinland-pfälzische Handwerk bleibt stabil: 28.400 mittelständische Handwerksunternehmen erwirtschafteten rund 27 Milliarden Euro. Damit kam rund 23 Prozent des gesamten Mittelstandsumsatzes aus dem Handwerk. Auch bei der Produktivität lag das Handwerk vorn. Die durchschnittliche Umsatzproduktivität betrug rund 175.500 Euro je beschäftigter Person. Sie lag damit über dem Durchschnitt des gesamten Mittelstands. 

"Unser Mittelstand ist das Rückgrat der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig unsere kleinen und mittleren Unternehmen für die Stärke und Stabilität unseres Standorts sind. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, treiben Innovationen voran und sorgen für Wertschöpfung in allen Regionen des Landes", sagte Wirtschaftsminister Michael Ebling. "Dass der Mittelstand in Rheinland-Pfalz einen deutlich höheren Anteil an den Unternehmensumsätzen erwirtschaftet als im Bundesdurchschnitt, unterstreicht seine besondere Bedeutung. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Betriebe mit wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und der gezielten Förderung von Investitionen und Innovationen unterstützen."

➡️ Der Mittelstandbericht wird vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz erstellt. Er zeichnet die langfristige Entwicklung der mittelständischen Wirtschaft im Land nach. Zentrale Kennzahlen sind Unternehmenszahlen, Umsätze, Beschäftigung und Ausbildung.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren in den vergangenen Jahren von erheblichen Herausforderungen geprägt. Hohe Energiepreise, internationale Handelskonflikte und eine zunehmende Konkurrenz auf den Weltmärkten belasteten insbesondere die Industrie. Das rheinland-pfälzische Bruttoinlandsprodukt belief sich 2025 auf rund 185 Milliarden Euro. Preisbereinigt ging die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent zurück.

Besonders umsatzstark ist der Handel

Der Handel bleibt eine der umsatzstärksten Branchen des rheinland-pfälzischen Mittelstands. Fast ein Drittel der mittelständischen Umsätze wurden 2024 in diesem Bereich erwirtschaftet.

Gleichzeitig wächst der Dienstleistungssektor. Zwei Drittel der gesamten rheinland-pfälzischen Wirtschaftsleistung entfallen mittlerweile auf die Dienstleistungsbereiche. Zwischen 2014 und 2025 entstanden dort rund 107.100 zusätzliche Arbeitsplätze. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von 0,6 Prozent.

Mittelstand bleibt wichtiger Arbeitgeber und Ausbilder

Auch für den Arbeitsmarkt und die Fachkräftesicherung kommt dem Mittelstand eine zentrale Bedeutung zu. Zwar verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,1 Prozent. Langfristig zeigt sich jedoch eine positive Entwicklung: Zwischen 2014 und 2025 stieg die Erwerbstätigenzahl im Land um rund 88.900 Personen beziehungsweise 4,5 Prozent. Besonders deutlich wird die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands bei der beruflichen Ausbildung.

Die Ausbildungsquote mittelständischer Betriebe lag in Rheinland-Pfalz bei 5,2 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt von 4,7 Prozent. Kleine und mittlere Unternehmen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses.

"Der Mittelstand übernimmt Verantwortung, die weit über den eigenen Betrieb hinausgeht. Gerade die vielen mittelständischen Unternehmen, die junge Menschen ausbilden, Fachkräfte qualifizieren und langfristig an ihre Region binden, sind für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts unverzichtbar. Deshalb wollen wir die Unternehmen dabei unterstützen, Fachkräfte zu gewinnen, neue Technologien einzusetzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu stärken", so Ebling.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz

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Text: / handwerksblatt.de