Video-Fahrbericht: Mercedes-Benz Sprinter 315 CDI
Der Mercedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard.

Der Mercedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard. (Foto: © Martin Bärtges)

Der Sprinter – Namensgeber seiner Klasse

Der Sprinter von Mercedes-Benz hat der Klasse seinen Namen verliehen. Wir haben den Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard getestet.

Am 23. Januar 1995 rollten 500 Exemplare des neuen Mercedes Sprinter vom Werk Düsseldorf aus zu einer Sternfahrt in die deutschen Verkaufsstützpunkte. Damit startete ein weiteres Kapitel in der Geschichte der leichten Nutzfahrzeuge. Wegen des anhaltenden Erfolgs des neuen besternten Transporters wird dessen Kategorie auch schon mal "Sprinter-Klasse" genannt.

Aktuelle Generation seit 2018

Der Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard Foto: © Martin BärtgesDer Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard Foto: © Martin Bärtges

Der Sprinter löste die Typenreihe T 1 - den "Bremer Transporter" - ab. Anfang 2006 feierte die zweite Generation des Sprinters, die Baureihe 906, Premiere. Die aktuelle, dritte Generation kam im Juni 2018 auf den Markt. Aktuell sind vier Fahrzeuglängen zu haben: kompakt, standard, lang und extralang. Das Volumen des Laderaums liegt bei bis zu 17 Kubikmetern. Drei Dachhöhen und drei Antriebsarten stehen zur Wahl: Front- und Heckantrieb sowie der Allradantrieb mit reichlich Traktion.

Niedrigere Ladekante beim Fronttriebler

Die größeren Versionen des Sprinters haben unverändert Hinterradantrieb, erstmals wird der Sprinter in der dritten Modellgeneration für die kleineren Längen, Motorisierungen und Zuladungen auch mit Frontantrieb angeboten. Der Vorteil: Bei den geschlossenen Varianten ist der Ladeboden um 80 mm niedriger. Dafür muss man mit einer relativ geringen Anhängelast beim Fronttriebler leben können. Wer schwere Lasten ziehen will, greift auf den Heck- oder Allradantrieb zurück. Der Testwagen, ein Hecktriebler, darf zwei Tonnen an den Haken nehmen.

Größerer Tank gegen Aufpreis

Der Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard Foto: © Martin BärtgesDer Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard Foto: © Martin Bärtges

Der 110 kW / 150 PS leistende Turbodiesel mit zwei Litern Hubraum ist im jupiterroten Testwagen an ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt. Im Test verbraucht der 231 cm hohe Transporter mit dem Radstand von 3.665 mm 10,3 Liter auf 100 Kilometer. Der Kraftstofftank des knapp sechs Meter langen Sprinters fasst gegen einen Aufpreis von 303 Euro (netto) 93 Liter.

Die Länge des bis zur Dachhöhe mit Holz verkleideten Laderaums beträgt am aufpreispflichtigen Holzfußboden rund 337 cm, die Innenhöhe liegt bei knapp 180 cm. Zugänglich ist das Lastenabteil über die beiden Heckflügeltüren und eine seitliche Schiebetür, die beim Testwagen über ein Fenster verfügt. Der Ladungssicherung dienen optionale Zurrschienen an der Seitenwand und am Dachrahmen sowie ein Schienensystem zur Lastenverankerung.

Viele Optionen – von schlicht bis edel

Der Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard Foto: © Martin BärtgesDer Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard Foto: © Martin Bärtges

Der Sprinter taugt mit seinen zahlreichen Varianten und Ausstattungsversionen als wirtschaftliches Einstiegsfahrzeug ebenso wie als umfangreich und gut ausgestatteter Transporter. Dabei kann der Laderaum mit praktischen Optionen wie dem gewichtsoptimierten Kunststoffboden oder den beladbaren Radkästen genau auf spezifische Anforderungen des Kunden ausgelegt werden. Das Hochdach im Testwagen ist aufpreispflichtig und für 1.702 Euro netto zu bekommen.

Der Arbeitsplatz im Sprinter ist bequem und für Langstrecken tauglich. Der Komfortfahrersitz kann in Längsposition, Höhe, Neigung und Sitzkissentiefe an die individuellen Bedürfnisse des Fahrzeuglenkers angepasst werden. Das neu gestaltete Cockpit überzeugt mit intelligentem Ablagekonzept und Keyless-Start. Es ermöglicht das Anlassen des Motors durch Drücken der Start-Stopp-Taste im Zündschloss. Die elektrische Feststellbremse (Aufpreis 303 Euro netto) lernt man im Alltag schnell zu schätzen.

Üppiger Monitor

Der Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard, hier mit der Multimediaeinheit MBUX. Foto: © Martin BärtgesDer Mecedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard, hier mit der Multimediaeinheit MBUX. Foto: © Martin Bärtges

Rasch gewöhnt man sich an das aufpreispflichtige MBUX Multimediasystem mit 10,25 Zoll Touchscreen. Es erlaubt beispielsweise die Eingabe eines Zielortes per Sprachsteuerung. Das System bietet zudem eine Festplattennavigation mit 3-D-Kartendarstellung und Smartphone-Integration. Auf Wunsch gibt es für den Sprinter Sicherheits- und Assistenzsysteme wie Abstands-, Aufmerksamkeits-, Totwinkel- oder Einparkassistenten inklusive 360-Grad-Kamera. Anders als beim Wettbewerber VW Crafter gibt es für den Sprinter allerdings keinen Einparkassistenten für den Anhängerbetrieb.

Wie bei Mercedes üblich, ist die Aufpreisliste für den Sprinter lang. Beim Testwagen steckt beinahe die Hälfte des Grundpreises noch einmal in diversen Sonderausstattungen. Darunter sind einige Positionen, die man – wie etwa Einstiegsgriffe oder USB-Steckdose – eigentlich gerne serienmäßig an Bord hätte. Aber dafür lässt sich der Transporter auf individuelle Einsatzzwecke hin konfigurieren und optimieren. Und es war ja schon immer etwas teurer, einen Stern am Kühlergrill spazieren zu fahren. Im Falle des Testwagens summieren sich Basispreis und die zahlreichen Sonderausstattungen auf einen Gesamtpreis von immerhin 61.084 Euro netto.

Technische Daten: Mercedes-Benz Sprinter 315 CDI Kastenwagen Standard

  • Vierzylinder-Turbodiesel OM 654 DE 20 LA, 1.950 ccm Hubraum, Leistung 110 kW / 150 PS bei 3.800 U/min, Emissionsklasse Euro 6d-TEMP N1 GR.III/N2, Sechsgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb, Tankinhalt 93 Liter (optional)
  • Kraftstoffverbrauch innerorts: 8,1 l / 100 km, Kraftstoffverbrauch ausserorts: 6,8 l / 100 km, Kraftstoffverbrauch kombiniert:  7,2 l / 100 km, CO₂-Emissionen kombiniert: 190 g/km (NEFZ-CO2-Werte), Testverbrauch 10,3 Liter / 100 km
  • Leergewicht: 2.100 bis 2.356 kg, Zuladung: 1.144 bis1.400 kg (Testwagen: 1.353 kg), zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 Kilogramm, zulässiges Zuggesamtgewicht: 5.500 kg, Anhängelast gebremst: 2.000 kg, Anhängelast ungebremst: 750 kg, maximale Dachlast: 150 kg  
  • Höhe: 2.331 mm, Länge: 5.932 mm, Breite über angeklappten Außenspiegeln: 2.175 mm, Radstand: 3.665 mm, Wendekreis Ø: 13,3 m, Spurkreis Ø :12,4 m
  • Laderaumlänge: 3.272 mm, Laderaum Bodenlänge ab Vordersitzen: 3.375 mm,
  • Laderaum Breite maximal: 1.787 mm, Laderaum Breite zwischen den hinteren Radhäusern: 1.350 mm, maximale Laderaumhöhe: 1.789 mm,  Höhe Laderaumboden: 628 mm, Ladefläche 5,081 Quadrtmeter, Ladevolumen 9 Kubikmeter

 Fahrzeugausstattung  

  • Feststellbremse elektrisch: 303 Euro
  • Aktiver Brems-Assistent: 470 Euro
  • Schwingungstilger: 93 Euro
  • Reifenfabrikat Continental:112 Euro
  • Leichtmetallräder 6,5 J x 16: 921 Euro
  • Reifendrucküberwachung an VA u. HA, drahtlos: 358 Euro
  • Haupttank 93 Liter: 303 Euro
  • Hochdach: 1.702 Euro
  • Trennwand durchgehend mit einem Fenster: 82 Euro
  • Außenspiegel elektrisch heranklappbar: 54 Euro
  • Elektrik für Anhängersteckdose: 143 Euro
  • Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht: 218 Euro
  • Seitliche Markierungsleuchten: 160 Euro
  • Deckenleuchte(n) LD-/FG-Raum mit Türkontakt: 75 Euro
  • Komfort-Dachbedieneinheit: 103 Euro
  • Fernlicht-Assistent: 298 Euro
  • Ausstiegsleuchten: 88 Euro
  • Hecktüren, zweiflügelig, Öffnung bis Seitenwand: 521 Euro
  • Elektrische Schließhilfe Schiebetür rechts: 381 Euro
  • Haltegriffe für Einstieg Fahrer und Beifahrer: 76 Euro
  • Einstieggriff an Ecksäule hinten links: 45 Euro
  • Fenster vorn rechts, fest in Seitenwand/Schiebetür: 176 Euro
  • Heckscheibe heizbar: 160 Euro
  • Fenster in Heckklappe/Hecktür mit Wisch- und Wasch: 415 Euro
  • Kühlergrillrahmen in Wagenfarbe: 107 Euro
  • Auftritt Hecktür: 173 Euro
  • Sitzheizung für Fahrer: 198 Euro
  • Komfort-Fahrersitz: 158 Euro
  • Lordosenstütze Fahrersitz: 79 Euro
  • Armauflage, Fahrer- und Beifahrertür: 53 Euro
  • Airbag Beifahrer: 465 Euro
  • Thorax-Pelvis-Sidebag Fahrer: 385 Euro
  • Thorax-Pelvis-Sidebag Beifahrer: 271 Euro
  • Gurtwarneinrichtung für Beifahrersitz: 107 Euro
  • Klappdeckel für Ablagefach: 103 Euro
  • Radkasten beladbar: 408 Euro
  • Ablagefach mit Netz in Hecktüren: 99 Euro
  • Zurrschienen Seitenwand an Brüstungsgurt: 306 Euro
  • Zurrschienen Seitenwand an Dachrahmen: 288 Euro
  • Lastenverankerungsschienensystem: 294 Euro
  • Innenverkleidung Laderaum bis Dachhöhe (Holz): 602 Euro
  • Holzfußboden: 620 Euro
  • Kleiderhaken im Fahrerhaus: 18 Euro
  • Akustikpaket: 54 Euro
  • Warmluft-Zusatzheizung elektrisch: 259 Euro
  • Halbautomatisch geregelt Klimaanlage TEMPMATIC: 1.914 Euro
  • Ablage für Smartphones incl. Wireless Charging: 166 Euro
  • MBUX Multimediasystem mit 10,25 Zoll Touchscreen: 1.947 Euro
  • USB-Steckdose 5 V: 28 Euro
  • Rückfahrwarner: 192 Euro
  • Vorrüstung Intelligenter Tachograf EU: 381 Euro
  • Totwinkel-Assistent: 489 Euro
  • Verkehrszeichen-Assistent: 310 Euro
  • Aktiver Spurhalte-Assistent: 470 Euro
  • Park-Paket mit Rückfahrkamera: 1.034 Euro
  • Regensensor: 117 Euro
  • Kombiinstrument mit Farbdisplay: 158 Euro
  • Berganfahrhilfe: 99 Euro
  • Tempomat: 303 Euro
  • Warnlampe: 48 Euro
  • Polster Stoff Caluma schwarz: 64 Euro

Preis Grundfahrzeug: 41.060 Euro

Preis Sonderausstattungen: 20.024 Euro

Gesamtpreis: 61.084 Euro

(Alle Preise Nettopreise)

Text: / handwerksblatt.de

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