81 Prozent der befragten Auszubildenden ordnen Sicherheit und Gesundheit in ihrer Lehre grundsätzlich einen hohen Stellenwert zu.

81 Prozent der befragten Auszubildenden ordnen Sicherheit und Gesundheit in ihrer Lehre grundsätzlich einen hohen Stellenwert zu. (Foto: © wytrazekpiotr/123RF.com)

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Bildungswelt: Sicherheit und Gesundheit gehen vor

Laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind für Auszubildende neben guten Arbeitsbedingungen sowie einem guten Miteinander Sicherheit und Gesundheit besonders wichtig.

Das DGUV Barometer Bildungswelt 2026 zeigt, dass sich junge Menschen durch ihre Berufsausbildung umfassend auf sicheres und gesundes Arbeiten vorbereitet fühlen. Im Zuge der repräsentativen Befragung im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurden insgesamt 353 Auszubildende und 357 Studierende zwischen 16 und 26 Jahren befragt.

"91 Prozent der Auszubildenden geben an, dass Sicherheit und Gesundheit während ihrer Ausbildung bereits vermittelt wurden. 72 Prozent fühlen sich durch ihre Ausbildung gut oder sehr gut darauf vorbereitet, auch im späteren Berufsleben sicher und gesund arbeiten zu können", so die DGUV. "Bei Studierenden fallen beide Werte niedriger aus."

Azubis: Die Ergebnisse im Überblick

Ein respektvoller Umgang und Wertschätzung, Möglichkeiten, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln, ein sicherer Ausbildungsplatz und eine gute Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen sowie eine gute Anleitung und Unterstützung durch Ausbilderinnen und Ausbilder sind für Auszubildende entscheidend – und übertrumpfen zusätzliche Leistungen wie Jobticket, Prämien oder Zuschüsse.

Darüber hinaus werden klassische Arbeitsschutzthemen in der Berufsausbildung breit vermittelt integriert: 81 Prozent der befragten Auszubildenden ordnen Sicherheit und Gesundheit in ihrer Lehre grundsätzlich einen hohen Stellenwert zu. Dabei gaben 89 Prozent an, über alle Informationen, die sie brauchen, um ihre Aufgaben gut und sicher auszuführen, zu verfügen.

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"Ausbildung vermittelt nicht nur berufliche Fertigkeiten. Sie prägt auch, wie junge Menschen Sicherheit, Gesundheit und Verantwortung bei der Arbeit erleben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ausbildungsbetriebe und berufsbildenden Bildungseinrichtungen hier sehr viel richtig machen ", so DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stephan Fasshauer. "Wenn Menschen länger arbeiten sollen, müssen sie bis ins fortgeschrittene Alter gesund bleiben. Dafür braucht es das Wissen, um Risiken für die Gesundheit im Arbeitsleben erkennen und verringern zu können."

Auszubildende und Studierende im Vergleich

Foto: © Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)Foto: © Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

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"Während 91 Prozent der Auszubildenden bereits mit Themen wie Unfallverhütung und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Berührung gekommen sind, trifft dies auf 53 Prozent der Studierenden zu", so die DGUV weiter.

"Sicherheit und Gesundheit sollten junge Menschen unabhängig von ihrem Bildungsweg begleiten", kommentiert Fasshauer.

"Prävention schafft Handlungssicherheit – im Alltag und dann, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Wer Risiken kennt, klare Strukturen erlebt und weiß, was zu tun ist, kann besser reagieren. Das stärkt die Resilienz der Menschen und damit letztlich auch die Krisenfestigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft."

Auch Risiken werden wahrgenommen

Stolpern, Rutschen oder Stürzen (65 Prozent) sowie Unfälle auf dem Weg zur Ausbildungsstätte (52 Prozent) sehen Azubis als größte Risiken an. Daneben nennen jeweils mehr als vier von zehn Risiken beim Umgang mit Werkzeugen oder Maschinen. "Diese Nennungen spiegeln auch den häufig stärkeren Praxisbezug der beruflichen Ausbildung wider", erläutert die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. "Im Vergleich dazu nennen Studierende deutlich seltener potenzielle Unfallrisiken, denen sie im Studium begegnen."

Gewalt und Übergriffe gehören ebenso zu den Erfahrungen, von denen junge Menschen berichten – dazu zählen

  • verbale Aggressionen (42 Prozent der Auszubildenden, 23 Prozent der Studierenden),
  • Mobbing oder systematische Ausgrenzung (28 Prozent der Auszubildenden, 12 Prozent der Studierenden),
  • Diskriminierung (37 Prozent der Auszubildenden, 33 Prozent der Studierenden),
  • sexuelle Belästigung (24 Prozent der Auszubildenden, 25 Prozent der Studierenden) sowie
  • physische Gewalt und körperliche Übergriffe (14 Prozent der Auszubildenden, drei Prozent der Studierenden). 

Hinzu kommt, dass 35 Prozent der Auszubildenden den Konsum von Alkohol sowie 40 Prozent den Konsum anderer legaler oder illegaler Suchtmittel in ihrem Ausbildungsumfeld selbst erlebt oder bei anderen beobachtet haben. Besonders der Alkoholkonsum sticht bei den Studierenden heraus – hier berichten 63 Prozenz, diesen bereits in ihrer Studieneinrichtung erlebt oder beobachtet zu haben. Beide Gruppen wünschen sich mehrheitlich klare Regeln zum Umgang mit Suchtmitteln.

Fazit

"Bei einer offenen Frage danach, was verändert werden müsste, um Ausbildung oder Studium sicherer und gesünder absolvieren zu können, fielen 66 Prozent der Auszubildenden und 68 Prozent der Studierenden keine konkreten Verbesserungsbedarfe ein", fasst die DGUV zusammen. "Einzelne Nennungen der Auszubildenden betreffen unter anderem Schutzausrüstung und Arbeitsmittel, die Arbeitsplatzausstattung sowie zusätzliche Informationen und Schulungen. Studierende nennen häufiger organisatorische und psychosoziale Aspekte wie Stressreduktion oder psychologische Unterstützung."

Das komplette "DGUV Barometer Bildungswelt 2026: Sicherheit und Gesundheit in Ausbildung und Studium" ist hier abruf- und downloadbar.

Video: Über die DGUV

Ich bin damit einverstanden, dass mir alle externen Inhalte angezeigt werden und meine Cookie-Einstellung auf 'Alle Cookies zulassen' geändert wird. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.Präventionsprogramm der DGUV-LandesverbändeBetriebe und Bildungseinrichtungen können durch Berufsgenossenschaften und Unfallkassen dabei unterstützt werden, Sicherheit und Gesundheit von Beginn an in Ausbildung und Studium zu integrieren. Beispielsweise thematisiert das Präventionsprogramm der Landesverbände der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung "Jugend will sich-er-leben" in diesem Berufsschuljahr den Brandschutz.Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

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