Die gamescom startet am 25. August mit der Opening Night Live. Der Presse- und Fachbesuchertag findet am 26. August statt.

Die gamescom startet am 25. August mit der Opening Night Live. Der Presse- und Fachbesuchertag findet am 26. August statt. (Foto: © Koelnmesse GmbH/Marvin Ruppert)

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gamescom 2026: Alle Flächen gebucht – Branche bleibt angespannt

Mehr als 1.600 Ausstellende und erstmals sämtliche verfügbaren Flächen gebucht: Die gamescom 2026 steuert auf einen neuen Rekord zu. Gleichzeitig kämpft die Branche mit sinkender Beschäftigung, hohen Entwicklungskosten und starkem internationalen Wettbewerb.

Mehr als 1.600 Ausstellende aus 67 Ländern und sämtliche verfügbaren Flächen gebucht: Die gamescom erreicht 2026 neue Bestmarken. Vom 26. bis 30. August trifft sich die internationale Games-Branche in den Kölner Messehallen. Doch die guten Messezahlen stehen im Gegensatz zur wirtschaftlichen Lage vieler Entwickler. Die Beschäftigung in Deutschland sinkt, der heimische Markt schwächelt und deutsche Produktionen spielen international weiterhin nur eine Nebenrolle.

Mehr Aussteller auf gleichbleibender Fläche

Gut besucht: im Haus der Computerspiele wird auch 2026 wieder gezockt. Foto: © Koelnmesse GmbH/Marvin RuppertGut besucht: im Haus der Computerspiele wird auch 2026 wieder gezockt. Foto: © Koelnmesse GmbH/Marvin Ruppert

Mehr als 1.600 Unternehmen, Institutionen und Organisationen haben sich für die gamescom 2026 angekündigt. Im bisherigen Rekordjahr 2025 waren es 1.568. Rund 70 Prozent der Ausstellenden kommen aus dem Ausland. Auch bei den Gemeinschaftsständen gibt es einen neuen Höchstwert: 47 Länderpavillons aus 40 Staaten sind angekündigt. Bulgarien, Marokko, Nigeria, Ungarn und Zypern sind erstmals mit eigenen Gemeinschaftsständen vertreten.

Die Bruttofläche bleibt mit 233.000 Quadratmetern gegenüber dem Vorjahr unverändert. Allerdings sind erstmals sämtliche für die gamescom vorgesehenen Ausstellungsflächen vollständig gebucht. Die Zahl bedeutet deshalb nicht, dass die Messe räumlich größer geworden ist. Gewachsen sind vor allem die Zahl der Aussteller und die tatsächlich mit Messeständen belegte Fläche. Damit behauptet die gamescom ihre Stellung als weltweit größtes Event für Computer- und Videospiele. Ihr Vorteil liegt in der Verbindung aus Fachmesse, Publikumsevent und weltweiter Online-Berichterstattung. Unternehmen können in Köln Geschäftskontakte knüpfen und gleichzeitig ihre Neuheiten unmittelbar den Spielern präsentieren.

gamescom bringt Aufträge für das Handwerk

Von der hohen Ausstellerzahl profitiert auch das Handwerk. Bevor die Besucher die ersten Spiele testen können, bauen Tischler, Metallbauer, Elektroniker, Maler, Bodenleger und Schilder- und Lichtreklamehersteller die oft aufwendig gestalteten Messestände auf. Hinzu kommen Fachkräfte für Veranstaltungstechnik, die Bühnen, Beleuchtung, Beschallung, LED-Wände sowie Strom- und Datenleitungen installieren.

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Große Präsentationsflächen benötigen außerdem leistungsfähige Kühlung, sichere Elektroanschlüsse und zuverlässige Netzwerke. Die Arbeiten müssen innerhalb weniger Tage und unter strengen Brandschutz- und Sicherheitsvorgaben erledigt werden. Nach Messeschluss folgen Abbau, Transport und die Aufbereitung wiederverwendbarer Bauteile. Damit ist die gamescom nicht nur eine Bühne für digitale Neuheiten, sondern auch ein bedeutender Auftraggeber für Messebau, Gebäudetechnik und technische Dienstleistungen.

Messeerfolg ist noch kein Branchenboom

Vollständig gebuchte Flächen und ein neuer Ausstellerrekord sind zunächst ein Erfolg für die gamescom – aber kein Beleg dafür, dass es der gesamten Games-Branche wirtschaftlich gut geht. Die Zahlen zeigen vor allem, wie attraktiv Köln als internationale Bühne für Neuheiten, Geschäftskontakte und die Suche nach Investoren geblieben ist. Da 70 Prozent der Ausstellenden aus dem Ausland kommen, lassen sie zudem nur begrenzte Rückschlüsse auf die Lage deutscher Entwickler zu.

Hier zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland mit Spielen, Gaming-Hardware und Online-Diensten rund 4,2 Milliarden Euro umgesetzt. Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei der Hardware sank der Umsatz sogar um acht Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro. Deutschland ist zwar weiterhin der größte Games-Markt Europas und weltweit die Nummer fünf. Deutsche Produktionen erreichten zuletzt lediglich einen Marktanteil von 5,5 Prozent. Der große Absatzmarkt kommt damit vor allem internationalen Anbietern zugute.

Der vermeintliche Widerspruch lässt sich erklären: Gerade weil der Wettbewerb härter wird, wächst für viele Unternehmen der Druck, auf der gamescom sichtbar zu sein, Partner zu finden und neue Zielgruppen zu erreichen. Eine ausgebuchte Messe kann deshalb mit sinkenden Umsätzen, Stellenabbau und wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei den Studios einhergehen.

Mehr Unternehmen, aber weniger Beschäftigte

Auch der Blick auf die Beschäftigung zeigt ein gemischtes Bild. Die Zahl der Games-Unternehmen in Deutschland ist innerhalb eines Jahres um vier Prozent auf 956 gestiegen. Gleichzeitig ging die Zahl der Beschäftigten bei Entwicklern und Publishern um drei Prozent auf 12.235 zurück. Unter Einbeziehung von Handel, Bildungseinrichtungen, Medien und weiteren Bereichen sichert die Branche bundesweit mehr als 30.000 Arbeitsplätze.

Vor allem kleine Studios stehen vor der Herausforderung, ihre Projekte über mehrere Jahre zu finanzieren. Hinzu kommen steigende Produktionskosten und ein harter internationaler Wettbewerb. Auf digitalen Vertriebsplattformen erscheinen ständig neue Titel. Selbst ein gutes Spiel findet deshalb nicht automatisch ein großes Publikum. Für kleinere Entwickler kann die gamescom wichtig sein, um Publisher, Investoren und internationale Partner zu treffen. Eine erfolgreiche Präsentation in Köln garantiert noch keinen wirtschaftlichen Erfolg, kann aber den Zugang zu neuen Märkten erleichtern.

indie Area erreicht neuen Höchststand

Stark gewachsen: die indie area in Halle 10.2. Foto: © Koelnmesse GmbH/Marvin RuppertStark gewachsen: die indie area in Halle 10.2. Foto: © Koelnmesse GmbH/Marvin Ruppert

Besonders stark wächst die indie Area in Halle 10.2. Mehr als 420 Unternehmen präsentieren dort Hunderte Spiele. Im vergangenen Jahr waren es 364 Unternehmen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 16 Prozent und einem neuen Höchststand.

Unabhängige Entwickler sorgen häufig mit ungewöhnlichen Spielideen, eigenständiger Gestaltung und neuen technischen Ansätzen für Aufmerksamkeit. Passend dazu lautet einer der beiden offiziellen gamescom-Trends 2026 "Kleine Teams, große Erfolge". Die wachsende indieArea zeigt jedoch auch, wie groß der Wettbewerb geworden ist. Viele Teams konkurrieren um die Aufmerksamkeit von Besuchern, Medien, Publishern und Investoren. Eine auffällige Idee und ein spielbarer Prototyp sind deshalb oft ebenso wichtig wie ein großer Messestand.

Große Namen und weltweite Übertragungen

Zu den bekanntesten Ausstellern gehören Nintendo, Xbox, Ubisoft, Electronic Arts, Capcom, Sega, Konami und Bandai Namco. Hinzu kommen zahlreiche Hardwarehersteller, Plattformbetreiber und kleinere Studios. Den traditionellen Auftakt bildet am 25. August die Opening Night Live. Moderator Geoff Keighley präsentiert die Show erneut gemeinsam mit Eefje "Sjokz" Depoortere.

Erwartet werden Weltpremieren, neue Trailer und weitere Ankündigungen. Die Show wird weltweit im Internet übertragen. Diese digitale Reichweite gewinnt für die Veranstalter zunehmend an Bedeutung. Einen neuen Besucherrekord streben sie dagegen ausdrücklich nicht an. Die Zahl der verfügbaren Tickets wird begrenzt, um die Aufenthaltsqualität in den Hallen zu verbessern. Im vergangenen Jahr kamen rund 357.000 Menschen nach Köln. Der Besucherrekord stammt weiterhin aus dem Jahr 2019 mit 373.000 Gästen. Damals hatte das starke Gedränge in den Hallen für Kritik gesorgt.

Politik richtet den Blick auf den gamescom-Standort

Auch die politische Präsenz fällt 2026 hochrangig aus. Zur offiziellen Eröffnung am 26. August werden unter anderem EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen, Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär sowie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst erwartet. Am folgenden Tag besucht erstmals ein amtierender Bundespräsident die gamescom. Frank-Walter Steinmeier soll den gamescom congress eröffnen und anschließend an einem Rundgang über die Messe teilnehmen.

Im Mittelpunkt der politischen Gespräche dürften erneut die Rahmenbedingungen für Spieleentwickler in Deutschland stehen. Der Branchenverband game fordert neben der bestehenden Projektförderung eine steuerliche Förderung, wie sie unter anderem in Kanada, Frankreich und Großbritannien eingesetzt wird. Die Bundesregierung hat ein solches Modell angekündigt. Entscheidend wird jedoch sein, wie schnell und verlässlich es umgesetzt wird. Spieleentwicklungen dauern häufig mehrere Jahre. Für die Unternehmen ist langfristige Planungssicherheit deshalb besonders wichtig.

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Neue Angebote für das Publikum

Zum Rahmenprogramm gehört 2026 erstmals "gamescom GDQ". Vom 28. bis 30. August treten Speedrunner im Konrad-Adenauer-Saal für einen guten Zweck an. Beim Speedrunning versuchen Spieler, ein Computerspiel möglichst schnell zu beenden. Neu organisiert wird auch das Programm in Halle 1. Nach der Opening Night Live wird die Event Arena von Donnerstag bis Sonntag zur Social Stage. Dort stehen unter anderem E-Sport, Cosplay und Veranstaltungen mit bekannten Internetpersönlichkeiten auf dem Programm.

Die Nachfrage nach Eintrittskarten ist bereits hoch. Die Wildcards für den Fachbesucher- und Medientag sowie sämtliche Samstagstickets sind ausverkauft. Bei der Orientierung soll ein digitaler Standortfinder helfen. Er zeigt unter anderem Messestände, Fastlane-Angebote, Gastronomie, Toiletten und Einrichtungen zur Barrierefreiheit an. Ob die Maßnahmen den Aufenthalt in den erfahrungsgemäß vollen Hallen spürbar erleichtern, lässt sich allerdings erst nach der Veranstaltung beurteilen.

Rekordmesse, angespannte Branche

Die gamescom 2026 ist als Veranstaltung erfolgreicher denn je. Mehr als 1.600 Ausstellende, vollständig gebuchte Flächen und eine gewachsene indie Area belegen ihre internationale Anziehungskraft. Eine wirtschaftliche Erholung der Games-Branche lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Ein gebuchter Messestand zeigt, dass Unternehmen in Aufmerksamkeit, Kontakte und Vermarktung investieren. Er sagt aber nichts darüber aus, ob sie profitabel arbeiten, neue Stellen schaffen oder ihre Spiele erfolgreich verkaufen. Gerade deutsche Entwickler kämpfen weiterhin mit hohen Produktionskosten, sinkender Beschäftigung und einem geringen Anteil am heimischen Markt.

Die gamescom ist damit zugleich Erfolgsmodell und Krisenschauplatz: Je härter der Wettbewerb um Spieler, Geldgeber und Vertriebspartner wird, desto wichtiger wird die Messe als gemeinsame Bühne. Ihr Wachstum verdeckt die Probleme der Branche nicht – es macht vielmehr sichtbar, wie groß der Kampf um Aufmerksamkeit und wirtschaftlichen Erfolg geworden ist.

Quellen: gamescom, Koelnmesse, game – Verband der deutschen Games-Branche; Stand: 18. August 2026

Das kosten die Tickets
Für Donnerstag, Freitag und Sonntag gelten folgende Preise:
Tagesticket: 31,50 Euro
Ermäßigtes Tagesticket: 22,50 Euro
Familienticket: 69,50 Euro
Abendticket ab 16 Uhr: 10,50 Euro 

Am Samstag kosten die Karten mehr:
Tagesticket: 41 Euro
Ermäßigtes Tagesticket: 32 Euro
Familienticket: 86 Euro
Abendticket ab 16 Uhr: 13 Euro

Die Wildcard für den Fachbesucher- und Medientag am Mittwoch kostete 65,50 Euro und ermöglichte den Eintritt ab 13 Uhr. Wildcards und Samstagstickets sind bereits ausverkauft.

Das Familienticket gilt für bis zu fünf Personen: höchstens zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren.
Kinder von vier bis sechs Jahren haben in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt.
Ermäßigte Tickets gibt es unter anderem für Schüler, Studierende, Auszubildende, Rentner und Menschen mit Schwerbehinderung gegen Nachweis.
Die Eintrittskarten werden ausschließlich über den Online-Ticketshop der gamescom verkauft.
Eine Tageskasse gibt es nicht.
Stand: 18. August 2026
Gamescom City Festival 2026Am 29. und 30. August zieht die gamescom auch in die Kölner Innenstadt. Beim kostenlosen Gamescom City Festival gibt es auf den Bühnen am Hohenzollernring und am Rudolfplatz Live-Musik. Angekündigt sind unter anderem Thees Uhlmann & Band, The Notwist, Klee, Elias, Fewjar sowie Guildo Horn & Die Orthopädischen Strümpfe. Imbiss- und Getränkestände ergänzen das Programm. Weitere Informationen, Öffnungszeiten und den Hallenplan gibt es auf der Internetseite der gamescom 2026: gamescom

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Text: / handwerksblatt.de

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