Die legale Migration gebe denjenigen, die einwandern wollen, die Möglichkeit, ihre Situation zu verbessern, und stelle gleichzeitig mehr qualifizierte Arbeitskräfte für die Aufnahmeländer bereit, sagt Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas.

Die legale Migration gebe denjenigen, die einwandern wollen, die Möglichkeit, ihre Situation zu verbessern, und stelle gleichzeitig mehr qualifizierte Arbeitskräfte für die Aufnahmeländer bereit, sagt Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas. (Foto: © auremar/123RF.com)

Fachkräftemangel: Migration in die EU soll einfacher werden

Politik

Die EU-Kommission hat Vorschläge für eine einfachere legale Migration vorgelegt. So sollen mehr qualifizierte Arbeitskräfte den Weg in die EU finden.

"Legale Migration ist unerlässlich, damit sich unsere Wirtschaft erholt, der digitale und ökologische Wandel bewältigt wird und sichere Wege nach Europa geschaffen werden, bei gleichzeitiger Verringerung irregulärer Migration", sagt EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Die Europäische Kommission hat deswegen Vorschläge ür eine einfachere legale Migration vorgelegt. Sie hofft, damit Fachkräfte für Branchen, in denen Arbeitskräftemangel bestehen, aus Drittstaaten gewinnen zu können.

Die Vorschläge sind Teil des im Migrations- und Asylpaket enthaltenen Migrationskonzepts. Mit den gesetzgeberischen, operativen und politischen Initiativen will die Kommission die Zusammenarbeit mit Drittstaaten intensivieren und das Migrationsmanagement langfristig verbessern. Ihr Vorschlagspaket enthält auch spezifische Maßnehmen zur Erleichterung der Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt, die vor der Invasion der Ukraine durch Russland fliehen. Für Branchen, in denen Fachkräftemangel herrscht, sei das eine Möglichkeit, qualifizierte Mitarbeiter zu akquirieren.

Qualifikationsbedarf langfristig decken

"Auch wenn unsere Mitgliedstaaten gerade mit der Aufnahme von mehr als fünf Millionen Menschen aus der Ukraine befasst sind, bleibt es notwendig, die Grundlagen für ein nachhaltiges und gemeinsames Konzept für die Arbeitsmigration zu legen, um den Qualifikationsbedarf der EU langfristig zu decken", erklärt Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas. Die legale Migration gebe denjenigen, die einwandern wollen, die Möglichkeit, ihre Situation zu verbessern, und stelle gleichzeitig mehr qualifizierte Arbeitskräfte für die Aufnahmeländer bereit, die die Wirtschaft für alle ankurbeln könnten.

Die einzelnen Mitgliedstaaten entscheiden zwar, wie viele legale Migranten sie aufnehmen möchten, aber die EU-Kommission will sie mit den jetzt vorgeschlagenen Instrumenten zur Vereinfachung der Einwanderungsverfahren und zur Verbesserung der Migrantenrechte unterstützen. Dazu plant sie die Überarbeitung der Richtlinien über die kombinierte Erlaubnis und den langfristigen Aufenthalt. Das Antragverfahren soll mit einer Straffung des Verfahrens zur Erteilung einer kombinierten Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis beschleuningt und vereinfacht werden.

EU-Fachkräftepool geplant

Die Überarbeitung der Richtlinie über den langfristigen Aufenthalt soll auch den Erwerb einer langfristigen Aufenthaltserlaubnis dadurch erleichtern, dass die Zulassungsbedingungen vereinfacht werden. Etwa soll es  möglich werden, Aufenthaltszeiten in unterschiedlichen Mitgliedstaaten zu kumulieren. Außerdem sollen die Rechte langfristig Aufenthaltsberechtigter und ihrer Familienangehörigen durch eine Erleichterung der Familienzusammenführung und der Mobilität innerhalb der EU gestärkt werden.

Die Kommission schlägt auch die Einrichtung einer EU-weiten Plattform und eines EU-Fachkräftepools vor, um die Europäische Union für nach beruflichen Chancen strebende Drittstaatsangehörige attraktiver zu machen. Gleichzeitig sollen Arbeitgeber damit benötigte Talente finden. Mit einer Pilotinitiative will die Kommission im Sommer dieses Jahres den Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete aus der Ukraine erleichtern. Außerdem prüft die Kommission weitere Möglichkeiten für eine mittel- bis längerfristige Einwanderung in die EU.

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale DHB registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: