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Entscheidungen über NRW-Fahrverbote im Sommer

Das Oberverwaltungsgericht NRW entscheidet Ende Juli über Diesel-Fahrverbote in Aachen und Bonn, die Kölner müssen bis September warten.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Reizthema Diesel-Fahrverbot
Dieselfahrverbote sollen die Luft in den Städten verbessern. Ob und wann sie kommen, ist noch für viele Orte unklar. Foto: © Sergey Rasulov/123RF.com
Dieselfahrverbote sollen die Luft in den Städten verbessern. Ob und wann sie kommen, ist noch für viele Orte unklar.

Im Streit um Diesel-Fahrverbote hat das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster die Termine mitgeteilt, an denen es über die Luftreinhaltepläne in den betroffenen Städten entscheiden. In der Woche zwischen Ende Juli und Anfang August werden die Urteile für Aachen und Bonn gleichzeitig verkündet, teilte das Gericht mit. Die Verhandlung über die saubere Luft in Köln verschiebt sich auf den September. Für die anderen Städte – Essen und Gelsenkirchen – für die ebenfalls Berufungsverfahren beim OVG laufen, gibt es noch keine Termine.In welchen Städten Diesel-Fahrverboten gelten oder kommen, lesen Sie hier.

Zuvor sollen im Mai Sachverständige angehört werden zu Fragen, die sich in allen 14 betroffenen NRW-Städten stellen, wo der Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten wird. Dabei soll es zum Beispiel  darum gehen, wie man mögliche Fahrverbote kontrollieren könnte.

Studie: Luftverschmutzung ist Ursache für zehntausende Todesfälle

Zum Thema Luftverschmutzung ist am 26. Februar eine Studie herausgekommen, die zeigt, dass im Jahr 2015 in Deutschland etwa 43.000 Menschen frühzeitig an den Folgen von Feinstaub und Ozon gestorben sind – etwa 13.000 davon allein durch Emissionen aus dem Verkehr.

Das umweltnahe Forschungsinstituts „International Council on Clean Transportation“ (ICCT) führte Daten zum Emissionsverhalten von Fahrzeugen mit Modellen zu Volkskrankheiten zusammen, um die Gesundheitsauswirkungen des Verkehrs auf verschiedenen Ebene zu berechnen. Einbezogen wurden die Abgase von Pkw, Bussen, Lkw, Schiffen sowie von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Baumaschinen. Weltweit starben demnach 2015 in etwa 3,4 Millionen Menschen frühzeitig an Luftverschmutzung. 385.000 dieser Todesfälle sind laut den Berechnungen Folgen von Feinstaub und Ozon aus dem Verkehrsbereich. Dieselfahrzeuge waren im weltweiten Durchschnitt für knapp die Hälfte dieser frühzeitigen Todesfälle verantwortlich – in Deutschland sogar für zwei Drittel.

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Diesel-Fahrverbote finden Sie hier

Text: Anne Kieserling
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Leserkommentare

07.03.2019 05:01:11 Uhr
Mike F.

Studie

Die Studie zu den Totesfällen beruhen auf Berechnungsfehlern. Dies wird gerade diskutiert deshalb wäre ich vorsichtig die Studie ohne diesen Hinweis hier mitaufzunehmen und sich weiterhin an der „Panikmacherei“ zu beteiligen.

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