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HWK Trier | Juli 2026
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cocon-Gründer Daniel-John Riedl schreibt diesmal über das Streitthema "früher und heute". (Foto: © cocon)
Vorlesen:
In der 14-tägigen Kolumne Werkbank + Wandel schreibt cocon-Gründer Daniel-John Riedl diesmal über Vergangenes und Gegenwart.
"Früher war sowieso alles besser! Was soll dieser neue Quatsch?"
"Weg mit den ewig Gestrigen! Nein, besser noch: Weg mit den alten weißen Männern. Denn das ist das Gleiche!"
Nichts kann sich so erbittert streiten, wie Vergangenes und Gegenwart.
Tradition und Transformation scheinen sich mancherorts niederbrüllend gegenüber zu stehen. Von der Webseite, über digitale Kommunikation bis hin zum Auftritt in den sozialen Netzwerken. Die Schnelligkeit, Lautstärke und empfundene Oberflächlichkeit der digitalen Realität provoziert bei vielen von euch Reaktanzen.
Dabei können gerade der Mittelstand und das Handwerk im digitalen Raum stark wirken wie nie, denn: Die Geschichte zählt.
"Früher hat gute Arbeit gereicht." Stimmt. Und warum war das so? Es war die gute Propaganda der zufriedenen Kunden. Wenn Müller dem Meier und dieser dem Schmitt erzählt hat, was Schumacher für ne tolle Gaube hat. Am Prinzip hat sich nichts verändert. Lediglich der Raum, in dem über euch gesprochen und nach euren Leistungen gesucht wird ist ein anderer. Der erste Eindruck entsteht nicht mehr nur auf der Baustelle, dem Werksgelände oder im Gespräch, sondern digital. Und genau hier liegt eine große Chance für das Handwerk.
Viele glauben, sie müssten im Netz moderner wirken, als sie sind. Glatter. Schneller. Lauter.
Doch das Gegenteil funktioniert: Identität schlägt Inszenierung.
Ein Betrieb mit 60 Jahren Geschichte.
Ein Meistertitel in zweiter Generation.
Ein Team, das seit Jahren zusammenarbeitet.
Das ist keine Nostalgie, sondern Substanz. Und die wirkt eben gerade in einer digitalen Welt, die oft austauschbar erscheint.
Transformation heißt nicht, Tradition abzulegen, sondern sie sichtbar zu machen im Hier und Jetzt.
Wer weiß, wofür er steht, muss sich digital nicht neu erfinden. Er muss nur zeigen, was längst da ist. Und genau darin liegt der Vorteil für die digitale Kommunikation im Handwerk.
Gute Arbeit reicht auch heute. Aber wir sollten darüber sprechen.
Daniel-John Riedl
Eine 14-tägige Kolumne von Daniel-John Riedl und Markus Mazur
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