Altersgerechter Badumbau und barrierearmes Umbauen: Laut Bundesbauministerium gab es rund 21.400 Anträge für 26.800 Wohneinheiten. (Foto: © yacobchuk/123RF.com)

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Barrierefreier und altersgerechter Umbau: Antragstopp

Die Fördermittel für den barrierefreien (Bad-)Umbau sind schon wieder ausgeschöpft. Etwa 26.800 Wohnungen konnten damit 2026 umgebaut werden. Die Sanitärbranche fordert einen deutlich höheren Fördertopf.

Die Mittel für das Förderprogramm des Bundes zum barrierearmen Wohnen und Badumbau sind seit dem 30. Juli ausgeschöpft. Rund 26.800 Wohnungen konnten laut Bundesbauministerium mit dem Investitionszuschuss der KfW (KfW-Programm 455-B) umgebaut werden. 50 Millionen Euro standen ab April 2026 zur Verfügung. 

Für einzelne Maßnahmen wie bodengleiche Duschen, Aufzüge oder Rampen gab es Zuschüsse in Höhe von zehn Prozent der förderfähigen Investitionssumme (maximal 2.500 Euro). Wer sein Haus zum Standard "Altersgerechtes Haus" umbaute, konnte 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 6.250 Euro) von der KfW erstattet bekommen.

Laut Bundesbauministerium gab es rund 21.400 Anträge für 26.800 Wohneinheiten. Jede Wohneinheit wurde im Schnitt mit rund 1.720 Euro gefördert. Ob das Programm demnächst neu aufgelegt wird, hat das Ministerium nicht bekannt gegeben. 

Sanitärbranche fordert mindestens 150 Millionen Euro pro Jahr

Die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) fordert jetzt eine verlässliche Förderung. Der Engpass für eine älter werdende Bevölkerung sei selten das Wohnzimmer, sondern das Badezimmer, so die Vereinigung. Zwischen rutschigen Fliesen, hoher Duschwanne und enger Tür entscheide sich, ob ein Zuhause altersgerecht ist oder zur Stolperfalle wird.

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"Wir sehen seit Jahren, dass die Fördermittel im KfW‑Programm 455‑B nicht ausreichen", sagt VDS-Geschäftsführer Jens Wischmann. "Solange dieses Programm nicht dauerhaft verstetigt und ausreichend ausgestattet ist, bleibt Förderung für viele eine Art Lotterie: Wer schnell genug ist, bekommt einen Zuschuss, wer später plant, geht leer aus. Deshalb brauchen wir ein Fördervolumen von mindestens 150 Millionen Euro pro Jahr und die Heraufsetzung der maximalen Förderhöhe von 2.500 wieder auf 5.000 Euro."

Auch der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) fordert einen Fördertopf von mindestens 150 Millionen Euro. Eine verlässliche Förderung schaffe Planungssicherheit für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Fachbetriebe des SHK-Handwerks, so der Verband. 

"Die schnelle Ausschöpfung der Fördermittel zeigt: Der Bedarf an barrierearmen Bädern ist groß. Die bereitgestellten Mittel reichen nicht aus, um der Nachfrage gerecht zu werden. Mit vergleichsweise geringem öffentlichen Mitteleinsatz kann eine große Wirkung erzielt werden – Menschen erhalten die Möglichkeit, länger selbstbestimmt in ihrem Zuhause zu leben", sagt ZVSHK-Präsident Michael Hilpert.

Die KfW weist im Zusammenhang mit dem Stopp des Programms darauf hin, dass bereits gestellte Anträge noch bearbeitet werden. Da das Programm als Objektförderung angelegt ist, stehe die barrierearme Wohnung auch nach dem Auszug der ursprünglichen Mieter oder Eigentümer neuen Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung.

Quellen: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen; Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft

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Text: / handwerksblatt.de

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