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Bauverbände warnen vor Wohnungsnotstand

Betriebsführung

"Dem Wohnungsbau in Deutschland droht ein Kollaps". Mit dramatischen Worte appellieren 17 Verbände des Baugewerbes und der Wohnungswirtschaft an die Bundesregierung, alle Hürden, die dem Bauen im Wege stehen, jetzt konsequent abzubauen.

Explodierende Preise, steigende Zinsen und eine zerschlagene Förderkulisse. Oliver Wittke, Hauptgeschäftsführer des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) warnt: "Der Wohnungsneubau in Deutschland steht vor dem Kollaps. Wenn die Politik jetzt nicht gegensteuert, laufen wir sehenden Auges in einen Wohnungsnotstand. Wir brauchen jetzt eine zielgenau Neubauförderung, eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie steuerliche Anreize für Investitionen."  

17 Spitzenverbände der Bauwirtschaft, Planer und die Immobilienwirtschaft haben sich zusammengetan und einen Appell an das Bundesbauministerium gerichtet. In einem gemeinsamen Pressegespräch haben haben sie auf die dramatische Lage im Wohnungsbau verwiesen.  

"Keine Luftschlösser sondern Wohnungen bauen"

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) betonte, der Bund, aber vor allem die Ländern hätten noch nicht das geliefert, was notwendig sei, um wirklich mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. "Es dürfen keine Luftschlösser, es müssen Wohnungen gebaut werden, damit die Meterinnen und Mieter nicht im Regen stehen." Bei den ambitionierten Zielen der Bundesregierung komme man am seriellen, industriellen Bauen nicht vorbei, so Müller. "Nur so können wir zügig, qualitativ hochwertig und kostengerecht zusätzlichen Wohnraum schaffen."

Die Bundesländer müssten mutig und bereit sein, ihre Landesbauordnungen zu harmonisieren, damit bundesweit bezahlbares Wohnen ermöglicht werden könne. "Das kostet keinen Cent extra", betonte Müller.

Verbände erwarten verlässliche Förderbedingungen

Carolin Hegenbarth ist Bundesgeschäftsführerin Immobilienverband Deutschland (IVD). Sie warnt vor langen Diskussionsrunden und vor dem Versuch, es allen recht zu machen. "Jetzt gilt es, alle Hürden, die dem zügigen Bau von bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum im Wege stehen, abzubauen."

Die Branche brauche Planungssicherheit und "ein investitionsfreundliches Klima für alle Akteure der Wohnungswirtschaft inklusive der privaten Bauherren. Jede zusätzliche Wohnung sorgt für Entlastung".

ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa fordert eine "konsistente und stimmige Baupolitik".  Dazu würden auch verlässliche und auskömmliche Rahmen- und Förderbedingungen gehören. Das Baugewerbe fordert die Wiedereinführung der ausgelaufenen Sonder-AfA im Mietwohnungsbau sowie für den sozialen Wohnungsbau die Entkoppelung der Förderung von dem KfW-40-Standard. Nur so könnten mehr als die bisherigen 25.000 Sozialwohnungen jährlich gebaut werden".

Zustimmung für die Verbände von der Union

Der baupolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jan-Marco Luczak, bezeichnete den Appell als "einen alarmierenden Weckruf, der zeigt, dass das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum von Bauministerin Geywitz krachend gescheitert ist". Es brauche jetzt dringend "eine auskömmliche und verlässliche Förderkulisse, sonst bricht der jetzt schon taumelnde Wohnungsbau gänzlich in sich zusammen".

 

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Text: / handwerksblatt.de